LAGA 2022

Der Bürgermeister führt über das Gartenschaugelände

 

Wenn Visionen Form annehmen

 

 

 

Im September gab es die ersten

 

Führungen über das Gartenschaugelände mit Bürgermeister Bernhard Knuth. Die Idee kommt bei den Beelitzern sehr gut an.

 

 

 

 

 

Es blüht und summt und wächst und krabbelt allerorten auf dem Beelitzer Gartenschaugelände: Die warme Spätsommersonne regt Bienen, Hornissen, Schmetterlinge und viele andere Insekten noch einmal zur großen Geschäftigkeit an, während sich die Stauden in bunten Farben präsentieren. Man bekommt schon eine gute Vorstellung davon, wie sich das Gelände in zwei Jahren als farbenprächtiger Mittelpunkt des gesamten Landes präsentieren wird.

 

 

Knapp 50 Leute haben sich am vorletzten September-Sonntag in der Mauerstraße am Spargelmuseum versammelt. Sie wollen an der Führung teilnehmen, zu der Bürgermeister Bernhard Knuth, zugleich erster Geschäftsführer der Laga-GmbH, eingeladen hat - eine gute Gelegenheit, sich selbst ein Bild von dem zu verschaffen, was hier zurzeit passiert. Und aus erster Hand zu erfahren, was bis 2022 noch alles entsteht. Eltern mit Kindern sind dabei, Paare, Senioren.

 

 

Nach einer Begrüßung wird gleich eingestiegen in die Thematik: 228 Obstbäume werden für die Laga gepflanzt, 119 andere Bäume und 236 Gehölze und Sträucher. 43500 Stauden und Gräser auf 4800 Quadratmeter und Zehntausende Blumen von Tulpen über Narzissen bis Krokussen und Hyazinthen... Die Zahlen sorgen schon für das erste Staunen. Und die Ankündigung, dass der Eintritt für Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre frei sein wird, für anerkennendes Nicken. „Für die Beelitzer wird es eine ermäßigte Dauerkarte für 65 Euro geben, die wir nur einen Monat lang Ende 2021 verkaufen werden. Normalerweise werden die Dauerkarten 110 Euro kosten - und die Tagestickets 17.“

 

 

Und los geht der Spaziergang über das Gelände: Über die befestigten Asphaltwege, die zur Laga noch mit einer rötlichen Decke überzogen werden, hinunter zur Nieplitz. Rechts steht der schmucke Pavillon, in dem in zwei Jahren ein Café betrieben wird. „Und danach finden hier Trauungen statt“, verrät der Bürgermeister und setzt hinzu: Alles, was hier fest installiert wird, soll auch nach Gartenschau genutzt werden. Nachhaltigkeit ist eines der großen Themen. An der Nieplitz dann das nächste Staunen: Nach den Renaturierungsmaßnahmen kommt das Flüsschen mit den vielen natürlichen Einbauten fast verwunschen daher. Von der Steintreppe aus kann man die Füße ins Wasser baumeln lassen. Ein Stückchen weiter verhüllen Planen und ein Bauzaun ein kleines Gartenschau-Geheimnis - welches für die Teilnehmer schon vorab gelüftet wird: Dahinter befindet sich ein altes Fahrgastschiff, das zur Laga als Cocktailbar „BEEThoven“ und danach für das Catering bei Hochzeiten dienen wird.

 

 

Über den Bauchneunaugenweg geht es weiter durch den bereits fast fertigen Teil des Gartenschau-Geländes. Hinten, nahe der B2, entsteht der Hauptparkplatz mit Pflanzenmarkt, zwischen Nieplitz und Andachtswiese wird es Liegewiesen geben. Von hier aus geht der Blick immer automatisch zur Stadtpfarrkirche, die aus der Altstadtsilhouette herausragt und Standort der Hallenschau werden wird. Zurück am Steinhorst wird es staubig - denn hier sind die Bauvorbereitungen im vollen Gange. Ein kleiner Kanal wird zwischen Spargelmuseum und Wassermühle entlangplätschern, an der Stelle, wo einst das Mühlenfließ war. Den einstigen Nebenarm der Nieplitz, so wie er früher war, darf die Stadt nicht wiederherstellen. „Der Kanal wird auch nur 20 Zentimeter tief. Tiefer geht nicht, weil dann aus rechtlicher Sicht die Gefahr besteht zu ertrinken.“

 

 

Ein bisschen Augenzwinkern ist immer dabei, wenn Bürgermeister und Projektleiter Joachim Muus, der ebenfalls dabei ist, über die kleinen und großen Widerstände berichten, mit denen sie so konfrontiert werden. Den Leuten gefällt es: Die Atmosphäre ist durchweg heiter. „Vier Mal war ich auf der Landesgartenschau in Wittstock, es war ganz schön“, erzählt ein Mann. „Aber was hier alles entsteht - ich bin schon sehr gespannt auf die Beelitzer Laga.“

 

 

Die Wassermühle ist derzeit voll eingerüstet, die Sanierung läuft ebenfalls im Zuge der Gartenschau. Auch hier musste ein Kompromiss gefunden werden, denn ein Mühlenrad darf nicht angebaut werden. Statt dessen wird es nun eine Kunstinstallation geben, die das Thema unkonventionell wiedergibt. Passend - denn: der gesamte Mühlenhof wird während der Gartenschau zum Ort der Künste. Mindestens genauso wichtig ist das Thema Kulinarik, dass sich allerorten wiederfinden wird - mit regionalen Produkten und Brandenburger Köchen.

 

 

Hinter der Treuenbrietzener Straße, die zurzeit ebenfalls ausgebaut und mit Granitsteinpflaster „laga-tauglich“ gemacht wird, eröffnet sich ein weiter Blick über den zweiten Teil des Gartenschaugeländes: Die Archegärten. Auch hier verstecken sich viele Geschichten - vom einstigen Mühlenteich, der wieder angelegt wird und in Umrissen bereits erkennbar ist, vom Slawendorf, das an der Nieplitz entsteht und dort vor rund tausend in ähnlicher Form tatsächlich gestanden hatte. Es wird gesprochen über die Patenbäumchen, von denen die ersten bald ausgewachsen sind - so wie ihre Besitzer - und über die Kleingärten, deren Eigentümer sich teilweise am Gartenschau-Geschehen beteiligen wollen.

 

 

Hinter der Plantage an der Treuenbrietzener Straße - es geht wieder zurück in Richtung Altstadt - ist zurzeit ein Bohlenweg im Entstehen. Der wird das Biotop erlebbar machen, welches zwischen der Wiese und dem Altadtspielplatz liegt. „Ein märchenhafter Ort, den wir auch richtig in Szene setzen wollen, indem hier das Märchen vom Froschkönig zu hören sein wird“, verrät Bürgermeister Knuth.

 

Am Altstadtspielplatz erläutern die Verantwortlichen, wie der beliebte Treffpunkt für Familien noch weiter aufgewertet wird, mit zusätzlichen Spielgeräten und einer Matschanlage, die im ehemaligen Babybecken entsteht. Und das Freibad? Der Bürgermeister berichtet, dass es dafür eine sehr gute Alternative geben wird, und zwar im Freizeitpark am Wasserturm. Dort entsteht ein Naturbad mit Schwimmer– und Nichtschwimmerbereich, mit Hangrutsche und Sprungfelsen - und mit einem Sprungbecken, dass dank transparenter Beckenwand sogar ermöglicht zuzusehen, wie jemand eintaucht. Dass die Stadt dafür dann auch noch Fördermittel bekommt, sei ein riesiger Glücksfall und eine absolute Seltenheit.

 

 

Über die Brücke geht es dann zur letzten Station, zum Alten Klärwerk. Hier entsteht eine Veranstaltungsgelände mit Naturbühne und Catering, das auch nach der Gartenschau Ort für Konzerte und Aufführungen wird, unter anderem während des Spargelfestes. Während der Laga wird unter anderem immer sonntags ein Sommergarten stattfinden. Hier - wie überall auf dem Areal zwischen B2 und Bullenwiesen, Altstadt und Nieplitz - nehmen Visionen Form an, und das macht den Rundgang für die Teilnehmer besonders spannend. Im Moment ist das Alte Klärwerk noch Industriebrache, aber die ersten Abbrucharbeiten haben begonnen. Der Zeitplan ist straff, doch schaffbar. „Mir hat man gesagt: traditionell eröffnet der Ministerpräsident vorne das Gartenschaugelände, während hinten die letzten Bauarbeiter hinausgehen“, so der Bürgermeister. Aber Beelitz macht ja einiges anders - vielleicht sogar das.

 

 

 

Die nächsten beiden Führungen gibt es am Mittwoch, 14. Oktober, um 14 Uhr sowie am Sonntag, 18. Oktober, um 11 Uhr. Aufgrund der augenscheinlich großen Nachfrage bitten wir dann aber um Anmeldung im Sekretariat unter 033204 39 131. Die Tour dauert circa zweieinhalb Stunden, die aber wie im Fluge vergehen – und garantiert Vorfreude wecken auf das „Gartenfest für alle Sinne“. Im März soll es weitergehen.

 

 

 

 

Text & Bilddateien © Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (033204) 39 138
Fax (033204) 39 136
www.beelitz.de

 

 

 

 

Spargelstadt Beelitz

 

Berliner Straße 202

14547 Beelitz

 













 

Denkmal des Monats Februar 2003
Beelitz - Diesterweg-Schule

www.lustgarten.web-bb.de