19.08.2020

 

Presseinformation MLUK

 

Landwirtschaftsminister Axel Vogel zu Ernteabschluss 2020:

Durchschnittliche Erträge im dritten Trockenjahr – Klimaanpassung in der Landwirtschaft wird immer wichtiger

Potsdam – Die Ernte von Getreide und Winterraps fällt im Anbaujahr 2019/2020 durchschnittlich aus – sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Anbau. Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Trockenjahren haben sich die Erträge allerdings deutlich erhöht. Bei mehreren Getreidesorten liegen diese im konventionellen wie im Öko-Landbau über dem fünfjährigen Mittel. Dennoch erschwerten die ausbleibenden Niederschläge auch in diesem Jahr den Anbau.

Agrarminister Axel Vogel: „Nach den beiden Vorjahren mit langen Trockenperioden und entsprechend niedrigen Erträgen können die Landwirtinnen und Landwirte in diesem Jahr zumindest auf durchschnittliche Erträge blicken. Wiederholte regionale Niederschläge sorgten nach zwei Extrem-Jahren für eine durchschnittliche Getreide- und Rapsernte. Ein Grund zur Entwarnung ist das allerdings nicht. Daher unterstützen wir die Landwirtinnen und Landwirte in Brandenburg bei den Anpassungen an den Klimawandel, bei der Ökologisierung der Landwirtschaft wie auch bei der Umstellung auf Ökolandbau.“

Noch die Aussaatbedingungen im Jahr 2019 ließen das dritte Jahr mit Ertragsverlusten befürchten. Die Folgen der extrem langen Trockenperiode, die praktisch von Frühjahr/Sommer bis in den September andauerte, erschwerten Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung. Dazu kam das seit 2018 anhaltende große Bodenwasserdefizit. Ab Ende September/Anfang Oktober setzten die ersehnten Niederschläge ein. Sie kamen vielerorts rechtzeitig für einen ausreichenden Feldaufgang. Der warme Herbst und anhaltend milde Wintertemperaturen sorgten für eine gute Entwicklung der Kulturen. Obwohl es auch in Frühjahr 2020 von April bis Mitte Mai zu trocken war, blieben die Bestände dank geringerer Verdunstungsraten vor starken Trockenschäden bewahrt. In der zweiten Maihälfte bis Mitte Juli erhöhten sich die Niederschlagsmengen und sorgten für gute Kornfüllung und Korngröße. Davon profitierten alle Getreidekulturen – sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Anbau.

Für den Obst- und Gemüseanbau gestaltet sich das laufende Jahr insgesamt schwierig. Die Spätfröste im Frühjahr führten zu Ertragsverlusten in fast allen Obstkulturen und auch bei Gurken. Bereits 2019 erlitten viele Betriebe durch Frostschäden erhebliche Einbußen. Die Unterstützung der Obstbauern für das vergangene Jahr hatte Agrarminister Axel Vogel bereits Ende 2019 auf den Weg gebracht. Mit 3,1 Millionen Euro konnte den Betrieben geholfen werden.

Nicht nur in Kirschen, in fast allen Weichobstkulturen, hat im Anbaujahr 2019/2020 die Kirschessigfliege dafür gesorgt, dass ganze Partien nicht mehr marktfähig waren.

Die Gemüseernte war beispielsweise bei Spargel und Gurken auch stark durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst. Etwa 20 Prozent der Spargelflächen des Landes wurden in dieser Saison nicht beerntet. Ein Grund dafür waren nicht verfügbare Arbeitskräfte, aber auch eingeschränkte Absatzwege: Durch die Schließungen von Gaststätten fehlte eine wichtige Absatzquelle für die Betriebe. Dazu kam in allen Bereichen des Obst- und Gemüseanbaus der zusätzliche Kostendruck durch die höheren Hygieneauflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Hier unterstützte das Ministerium die Brandenburger Betriebe, die durch Corona in Existenznot geraten sind, mit insgesamt fast 6 Millionen Euro durch ein landeseigenes Soforthilfeprogramm.

Trotz höherer Niederschläge in diesem Jahr bewirkten diese keine Verringerung des weiter bestehenden Bodenwasserdefizits, was die Landwirtschaft auch in den kommenden Jahren vor Herausforderungen stellen wird. Die extreme Trockenheit der letzten Jahre und auch die aktuelle anhaltende Trocken- und Hitzeperiode zeugen eindrücklich von den sich ändernden Klimabedingungen, auf die sich Landwirtschaft und Gartenbau-Unternehmen einstellen müssen.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz unterstützt daher auch mit Förderprogrammen der Europäischen Union eine Reihe von Vorhaben:

So arbeitet das Projekt „Steuerung des Zusatzwassereinsatzes in der Pflanzenproduktion (Precision Irrigation)“ der Europäischen Innovationspartnerschaften (EIP) daran, eine teilflächenspezifische und jederzeit bedarfsgerechte Präzisions-Bewässerung zu entwickeln. Dafür wird der aktuelle Wasserversorgungszustand der Pflanzen mit Hilfe von Wärmebildkameras, die an Drohnen montiert werden, oder mit Hilfe von Thermaldaten, die von Satelliten aufgenommen wurden, ermittelt. Diese Daten fließen in Evapotranspirationskarten ein. Als Ergebnis sollen situativ und automatisch gesteuerte Bewässerungsanlagen entwickelt werden und ein darauf abgestimmtes Bewässerungsmanagement entstehen.

Auch im Obstbau wird an der Verbesserung der Wassernutzungseffizienz durch ein internetgestütztes Informations- und Beratungssystem gearbeitet. Ziel des EIP-Projektes „Aqua C+“ ist es, durch die Optimierung der Steuerung von Bewässerungsanlagen deren Wassernutzungseffizienz und Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Der Wasserbedarf der Bäume wird in den Phasen der Pflanzenentwicklung und speziell der Fruchtentwicklung erfasst.

Ein weiteres EIP-Projekt mit der Bezeichnung „Entwicklung einer modulbasierten Pflanzenschutzstrategie unter Berücksichtigung nachhaltiger und umweltschonender Verfahren zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege (MoPlaSa)“ entwickelt eine modulare Pflanzenschutzstrategie zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege im Bioanbau. Dazu sollen verschiedene nicht-chemische Einzelmaßnahmen im Baukastenprinzip zu einer Gesamtstrategie verbunden werden. Die Maßnahmen umfassen verschiedene Fallen, mechanische Bodenbearbeitungen, Barrieren, Makro- und Mikroorganismen wie Nützlinge und insektenpathogene Pilze, die Betrachtung der Sortenauswahl und mobile Hühnerhaltung. Dieses Prinzip ermöglicht jedem Anbauer betriebsangepasste Bekämpfungsmaßnahmen zu kombinieren.
 
Hintergrund:
 
In Brandenburg wuchs im Anbaujahr 2019/2020 auf etwa 443.000 Hektar Getreide und 77.700 Hektar Winterraps im konventionellen Anbau und circa 40.000 Hektar Getreide im ökologischen Anbau. Die Anbaufläche von Getreide im konventionellen Anbau ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Der Rückgang ist in allen Kulturen aber am deutlichsten im Winterweizen mit etwa 20.000 Hektar geringerer Anbaufläche spürbar. Dagegen haben sich die Anbaufläche von Getreide im ökologischen Anbau leicht positiv entwickelt: Laut den Agrarförderanträgen (Meldung bis zum 10.08.2020) im Vergleich zu 2019 (Stand 14.10.2019) von insgesamt 38.622 Hektar auf 40.109 Hektar um 1.478 Hektar.
 
Die Anbaufläche von Sommerhafer hat um 2.367 Hektar (31,88 Prozent), die von Dinkel um 329 Hektar (15,39 Prozent) zugenommen. Die Anbaufläche von Winterroggen verringerte sich hingegen um 2322 Hektar (9,88 Prozent). Winterweizen wurde im Vergleich zu 2019 auf 4773 Hektar angebaut. Das entspricht einem Zuwachs von 1059 Hektar (28,51 Prozent). Die Anbaufläche von Sommergerste blieb mit 1899 Hektar im Vergleich zu 2019 (1845 Hektar) nahezu gleich. Die Ernte der Kulturen ist abgeschlossen.
 
Frauke Zelt

Pressesprecherin
Ministerium für Landwirtschaft,  Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg

 

 

 

 

30.06.2020

Reaktion auf Trockenheit: Agrarministerium gibt brachliegende Flächen zur Futternutzung frei

Potsdam – Trotz vereinzelter Niederschläge in den zurückliegenden Wochen und Monaten bleibt die Versorgung der Tierbestände mit ausreichend Futter in den Ländern Brandenburg und Berlin weiterhin angespannt. In einzelnen Landkreisen ist die Situation kritisch. Das Landwirtschaftsministerium gibt deshalb brachliegende Flächen zur Futternutzung für besonders stark von der Trockenheit betroffene Landkreise auf Antrag ab dem 1. Juli 2020 frei.

In diesen besonders von der Trockenheit und der sich daraus ergebenden Futterknappheit betroffenen Gebieten kann ab dem 1. Juli der Aufwuchs auf Brachen von sogenannten ökologischen Vorrangflächen sowie auf Puffer- und Feldrandstreifen zu Futterzwecken auf Antrag genutzt werden. Als besonders betroffenes Gebiet gelten die Landkreise Dahme-Spreewald, Havelland, Märkisch-Oderland, Oberspreewald-Lausitz und Uckermark. Hierzu ist bei dem jeweiligen Amt für Landwirtschaft ein formloser Antrag zu stellen. Die Nutzung des Aufwuchses von Honigbrachen sowie als Agrarumwelt- und Klimamaßnahme geförderte naturbetonte Strukturelemente im Ackerbau ist von dieser Regelung aber ausgenommen.

Zum dritten Mal infolge können für Brandenburg und Berlin nur unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen im Vergleich zum langjährigen Mittel verzeichnet werden. Die extreme Trockenheit in den Jahren 2018 und 2019 führte dazu, dass die Böden tiefgründig austrockneten und sich die Pflanzenbestände nur unzureichend entwickeln konnten. Die Folge waren Mindererträge sowohl auf Grünland als auch auf Ackerflächen. Immer weniger tierhaltende Betrieb konnten die Versorgung der Viehbestände mit ausreichend Grundfutter sicherstellen.

In einer solchen durch ungünstige Witterungsereignisse hervorgerufenen Situation, in welcher nicht ausreichend Futter für die Versorgung der Tierbestände zur Verfügung steht, sieht der Gesetzgeber eine Ausnahmeregelung vor. Diese ermöglicht es den einzelnen Bundesländern Ökologische Vorrangflächen-Brachen sowie im Umweltinteresse genutzte Puffer- und Feldrandstreifen für die Nutzung des Aufwuchses für Futterzwecke ab dem 1. Juli freizugeben.

 

 

 

 

 

12.05.2020

Presseinformation MLUK

Vogel und Steinbach mit positiver Bilanz des 1. Runden Tisches: Gute Saisonarbeit soll Qualitätsmerkmal für Brandenburger Land- und Ernährungswirtschaft sein

Potsdam – Keine heimischen Erdbeeren, Spargel, Gurken – auch nicht im Glas: Die Brandenburger Landwirtschaft und Ernährungsbranche kann nicht ohne Saisonkräfte leben – und arbeiten. Das wurde am Montagabend auf dem ersten Runden Tisch zur guten Saisonarbeit in der Landwirtschaft deutlich, für den Agrarminister Axel Vogel und Arbeitsminister Jörg Steinbach eine positive Bilanz ziehen.

Vogel: „Alle Beteiligten – die Gewerkschaften, die Anbauverbände als Arbeitgeber und die Landesregierung – wollen, dass gute Saisonarbeit ein echtes Qualitätsmerkmal für die Landwirtschaft und das Verarbeitungsgewerbe in Brandenburg wird.“

Die Verbände des Garten-, Obst und Spargelanbaus, der Landesbauernverband, Bauernbund und Ökoanbauverbände in Brandenburg haben ein existenzielles Interesse daran, dass die saisonal eingesetzten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wiederkommen und einen festen qualifizierten Mitarbeiterstamm herausbilden, der neben Spargelstechen und Erdbeerpflücken auch andere hochwertige Arbeiten übernimmt. „Schwarzen Schafen“, die sich nicht an Lohnstandards, angemessene Unterbringung und festgelegte Arbeitszeiten sowie Hygienevorkehrungen halten, würde man entschieden entgegentreten, so die berufsständischen Vertreter am Runden Tisch.

Die Corona-Pandemie rückt die schwierige Situation der heimischen Landwirtschaft und der Saisonarbeitskräfte in die öffentliche Aufmerksamkeit. Einerseits entstehen höhere finanzielle coronabedingte Auflagen für Hygiene und Abstandhalten sowie An- und Rückreise der Saisonkräfte per Flugzeug. Andererseits sind Absatzwege für regionale Produkte unter anderem an die Gastronomie und Tagestouristen (beispielsweise im Spreewald) verschlossen. Es gehe jedoch nicht nur um Desinfektionsmittel, Handschuhe und Mundschutz, sondern auch um unabhängig von Corona geltende faire Arbeitsbedingungen", so Axel Vogel. Er begrüßte, dass das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit gemeinsam mit dem Zoll für eine regelmäßige Kontrolle der Betriebe sorgt und damit etwaige Verstöße schnell abgestellt werden können sowie das Vertrauen in die brandenburgischen Landwirtschaftsbetriebe gestärkt wird.

    "Ein existenzielles Problem für die Landwirtschafts- und Verarbeitungsbetriebe seien aber vor allem die Kosten", so Vogel.

    „Unter dem bestehenden Preisdruck des Einzelhandels lässt sich nicht kostendeckend produzieren. Wenn der Handel zum Beispiel eine Gurke nur für die Hälfte des Produktionsaufwandes abnimmt, führt das dazu, dass Höfe und Landwirtschaftsbetriebe von ihrer Substanz leben und über kurz oder lang aufgegeben werden. Das kann nicht unser Interesse sein. Wir wollen, dass in Brandenburg nicht nur Energiepflanzen, sondern auch Obst- und Gemüse weiter angebaut werden“,

bekräftigt der Landwirtschaftsminister. Er werde deshalb bei seinen bevorstehenden Gesprächen mit dem Handelsverband Berlin-Brandenburg gerechtere Marktbeziehungen und angemessene Preise thematisieren.

    „Höhere Gestehungskosten müssen sich im Abnahmepreis niederschlagen. Marktbeziehungen dürfen nicht als Machtbeziehungen missbraucht werden“, sagte Agrarminister Axel Vogel.

    Arbeitsminister Jörg Steinbach: „Die laufende Saison in der Landwirtschaft steht unter besonderen Voraussetzungen: weniger Beschäftigte, höhere Anforderungen an Hygiene und Gesundheitsschutz. Gerade deshalb spielt „Gute Arbeit“ auch in der Landwirtschaft in diesem Jahr eine größere Rolle als jemals zuvor. Das bedeutet angemessenen Lohn ebenso wie gesundes Arbeiten. Viele Arbeitgeber engagieren sich hier für ihre Arbeitskräfte – nur so ist auch zu erklären, dass manche über viele Jahre jeden Sommer wiederkommen. Klar ist aber auch, dass sich die Arbeitsbedingungen angesichts der zunehmenden Arbeitskräfteknappheit weiter verbessern müssen, damit die Saisonarbeit in der Landwirtschaft attraktiv bleibt. Sicher gilt es zunächst einmal, die Herausforderungen in der Corona-Krise zu bewältigen. Aber es geht auch darum, mittel- und langfristig „Gute Arbeit“ in der Saisonarbeit und Landwirtschaft zu befördern. Voraussetzung hierfür sind Dialog und Teilhabe der Akteure der Branche. Wir müssen die Kräfte bündeln, um den Standort Brandenburg zu stärken – so wie wir es beim Sozialpartnerdialog, dem Bündnis für Gute Arbeit oder den Cluster-Dialogen bereits mit Erfolg praktizieren.“

Der erste Runde Tisch bildete den Auftakt zum regelmäßigen Austausch zwischen Gewerkschaften, Agrar- und Anbauverbänden sowie der Landesregierung. Bis zum nächsten Treffen im Sommer wollen die beteiligten Verbände und Gewerkschaften konkrete Vorschläge für Regelungen, beispielsweise zu Unterbringung, Betriebswechsel und An-/Rückreise von Saisonkräften vorbereiten.
 

 

 

 

 

06.05.2020

 

Presseinformation MLUK

Faire Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft: Vogel und Steinbach laden zum Runden Tisch für gute Saisonarbeit

Potsdam – Mit der Corona-Pandemie rückt in die öffentliche Aufmerksamkeit, wie sehr die heimischen Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe auf Saisonkräfte angewiesen sind. Um gute Arbeitsbedingungen für diese wichtigen Erntehelfer zu gewährleisten, lädt Landwirtschaftsminister Axel Vogel gemeinsam mit Arbeitsminister Jörg Steinbach Gewerkschaften sowie Agrar- und Gartenbauverbände zu einem Runden Tisch am Montag (11. Mai 2020) in das Agrarministerium ein. Hier sollen Erfahrungen ausgetauscht und Grundlagen guter Saisonarbeit in Brandenburg diskutiert werden.

Die Vereinbarung zwischen Bundesinnen- und Bundeslandwirtschaftsministerium vom 2. April 2020 bildet die Grundlage für den Einsatz von insbesondere ausländischen landwirtschaftlichen Saisonkräften während der Corona-Pandemie. Vereinzelt sind Verstöße gegen die Hygiene- und Abstandsregeln öffentlich geworden, aber auch Vorwürfe wegen unfairer Entlohnung und schlechter Unterbringung.

Landwirtschaftsminister Axel Vogel:

    Ohne Saisonbeschäftigte und hier insbesondere ausländische Arbeitnehmerinnen und -nehmer würden der Gemüse- und Obstanbau weitestgehend aus Brandenburg verschwinden und viele Agrarflächen unbearbeitet bleiben. Pflege und Ernte solcher besonders arbeitsintensiven Produkte wie Spargel, Erdbeeren und Gurken wären wirtschaftlich kaum zu realisieren. Rund 300.000 Saisonkräfte aus Osteuropa haben deutschlandweit seit Jahren einen festen Platz in unseren Gartenbau- und Landwirtschaftsbetrieben und sichern die Versorgung der Bevölkerung mit frischem und regionalem Obst- und Gemüse. Nicht nur für mich als Landwirtschaftsminister, sondern auch für die landwirtschaftlichen Betriebe – und das wurde mir von deren Vertretern vielfach versichert – sind faire Arbeitsbedingungen und die Wahrung der Arbeitsrechte von Erntehelferinnen und Erntehelfern ein besonderes Anliegen – in Zeiten von Corona und danach.“

Arbeitsminister Jörg Steinbach:

    Die Landesregierung möchte ‚Gute Arbeit‘ in der Brandenburger Wirtschaft so umfassend wie möglich umsetzen und unterstützt daher in verschiedenen Branchen entsprechende Aktivitäten und Maßnahmen. Im Dialog mit den Wirtschafts- und Sozialpartnern ist so zum Beispiel ein Aktionsprogramm zur Zukunft des Handwerks im Brandenburger Bündnis für Gute Arbeit entwickelt worden. Ausdrücklich begrüße ich die Initiative meines Ministerkollegen Axel Vogel, dies nun auch für den Bereich Landwirtschaft zu thematisieren. Die Beschäftigten in diesem systemrelevanten Arbeitsbereich verdienen nicht nur unsere Anerkennung, sondern auch faire Bezahlung und gute Arbeits- und Lebensbedingungen. Der Schlüssel, um dieses Ziel zu erreichen, sind Dialog und Bündelung der Kräfte.“