JACQUELINE  LANG

FRIEDERIKE  LANG

 

Jacqueline Lang

 

Dann steht die Nähmaschine nicht mehr still

 

Informationen aus unserer Stadt 27. Jahrgang | Nr. 10 | 27. November 2019 BN


Jacqueline Lang ist die Frau fürs Kreative in der Stadtverwaltung. Jetzt legt sie einen Fundus an für nachhaltige Nutzung von Kostümen & Co. Die Kitas wird’s freuen – sie können ausleihen

Das Hobby zum Beruf machen zu können, ist für manchen ein wahrer Glücksfall. So auch für Jacqueline Lang, die in Beelitz als „Jacqui“ bekannt und kreativ ist. Ihr wohl über die Stadtgrenzen hinaus bekanntestes „Baby“ ist das Maskottchen Spargelino, das nun schon seit fast 10 Jahren auch als mannshohe Figur auf Achse ist. Inzwischen hat der Spargelmann eine Spargelina an seiner Seite und selbst der Nachwuchs „Spargelinchen“ gedeiht. Längst nicht mehr zu zählen sind all die genähten, gemalten, gefalteten, geklebten, gesägten, gestanzten und gebauten Exponate, die die heute 45-Jährige „Basteltante“ geschaffen hat. Die geschickten Hände bekam sie wohl von ihrer Mutter, die Mechanikerin ist, in die Wiege gelegt. „Aber ich hasse Stricken“, gesteht sie. Dafür springt dann die Mutti ein und strickt schon mal 20 verschiedene Puppen, die samt Wechselwäsche in einer großen genähten Tasche Platz finden. Das Puppenspiel können sich Kitas ausleihen, damit Kinder das An- und Ausziehen lernen und ihre Geschicklichkeit üben.

 
Ausleihen ist gerade ein großes Thema. Denn Jacqueline Lang baut schrittweise einen Fundus für Kostüme, Dekorationen und Utensilien auf, aus dem die städtischen Kitas dann schöpfen können. Warum soll denn auch dreimal für „Schneewittchen“ rumgepusselt werden, wenn es einmal die Ausstattung gibt? Mehrfach bekomme sie Anfragen zu Kostümen und Zubehör, wenn Märchenaufführungen der Kitas etwa für Senioren im Ortsteil geplant sind. „Ich möchte den Kindern, Eltern und Kolleginnen und Kollegen nicht die ganze Arbeit abnehmen, aber es gibt viel Schnickschnack, und ich sorge gern für einige Extras“, erzählt sie mit verschmitztem Lächeln. Zu bewundern sind bereits ein stattliches Steckenpferd, der Stoffapfel mit „vergifteter“ roten Seite, ein Brillantspiegel, eine Prinzenkrone, sieben Zwergenmützen, der Kamm, ein Gewehr.

 
Nachdem die gebürtige Dessauerin im Jahr 2000 zunächst als Erzieherin eingestellt worden war, machte sie schnell mit ihren Kreativ-Künsten auf sich aufmerksam. Auch die Kostüme des Beelitzer Karnevalvereins tragen ihre Handschrift. „Ich bin aber nicht der Bühnenmensch, sondern agiere lieber hinter den Kulissen“, erzählt Frau Lang. Herzenssache war ihr schnell, dass „unsere Sachen markiert werden, um sichtbar zu machen, dass sie von der Stadt sind“. So entwarf sie auch kleine Beelitz-Logos. Inzwischen sorgt sie als Mitarbeiterin und Koordinatorin für kreative Projekte der Stadtverwaltung und der sieben kommunalen Kitas für allerlei Dekorationen, Plakate, praktische Utensilien und beliebte öffentliche Bastelaktionen wie etwa beim Spargelfest, beim Weihnachtsmarkt und während der Ostermesse. Darüber hinaus ist sie auch nebenberuflich auch auf anderen Volksfesten und Märkten unterwegs. Bemerkenswert ist, dass die zum Einsatz kommenden Materialien oft Schätze aus der Natur sind oder einfache Haushaltsüberbleibsel wie unbedruckte Joghurtbecher, Papprollen und -becher, Stoff- und Wollreste. „Wenn ich ein Ding in den Händen halte, denke ich oft ‚geil, was könnte man daraus machen‘“, sagt die 45-Jährige, die keine gelernte Schneiderin ist und sich etliche Anleitungen schnell aus dem Internet holt. Bei den Bastelaktionen legt sie Wert darauf, den Besuchern und Teil-nehmern Anregungen zum Selbermachen zu Hause zu geben.

 
Ob die Kinderspielecke im Rathaus, Einschulungsgeschenke für alle ABC-Schützen (z.B. eine Re-chenkette), Dekoelemente für die Sandmann-Ausstellung, Sitz-Kissen, Anfasskäfer für die Zweierreihe, ein großes Angelspiel, Tischhüllen als Spielbuden, Nuckeltaschen für Babys, eine Riesenmöhre als Aufbewahrungsutensil, Umhängetaschen aus ausgedienten „Frau Luna“-Plakaten … Jacqueline Lang lässt sich immer wieder etwas einfallen - auf Anforderung, Wunsch oder weil ihr gerade wieder eine Idee gekommen ist, bei der sie als gelernte Erzieherin „gleich um die Ecke und an die Kinder denkt“. Und dann steht die Nähmaschine nicht mehr still.

  
Zuverlässige Helfer findet die Kreativ-Frau immer in den Kollegen des städtischen Bauhofes. „Die sind dort alle ganz lieb und hilfsbereit. Da höre ich nie ein Nein. Die Männer finden immer einen Ausweg“, lobt sie. Jüngstes Objekt ist ein gebautes Spinnrad. Für die vielen kleinen, praktischen Geschenke, die der Babybegrüßungsdienst den jungen Eltern im Namen der Stadt macht, steht ihr stundenweise auch die ebenso geschickte wie fleißige Annegret Marggraf zur Seite.

 
Bei der Fülle von Materialien und verschiedenen Arbeitsgängen ist es Jacque-line Lang zu wünschen, dass sie sich bald wieder auf mehr Platz kreativ „austoben“ und zurück in die wiederhergerichtete 3. Etage in der Virchowstraße 100 ziehen kann. Im kleinen heimischen Arbeitszimmer unterm Dach wird’s nämlich langsam eng. Claudia Krause

 

Friederike Lang  2014

 

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Jacqueline Lang  2014

 

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Beelitzer Spargelfest 2017

 

Jacqueline Lang   -   Nicole Hahn   -   Bürgermeister Bernhard Knuth