KARIN  HÖPFNER


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beelitz  27.01.2021

 

Ein Abschied, der auch optimistisch stimmt

Mit der Schließung der Beelitzer Konservenfabrik endet eine knapp 70-jährige Betriebsgeschichte, an der viele Menschen aus der Stadt mitgeschrieben haben. Ein Dank

 

 

 



Die Firmenentwicklung, die ich seit einigen Jahrzenten begleiten durfte, war sehr spannend, oft auch turbulent, vor allem aber über viele Jahre sehr erfolgreich.


Begonnen hat die Firmengeschichte mit der Gründung des VEB Havelland im Jahr 1956, dann erfolgte die Eingliederung unseres Betriebes in das Kombinat der Obst- und Gemüseverarbeitung der DDR. Später entstand der Betrieb BEKINA und nach mehreren Privatisierungen (der Besitzer wechselte viermal!) übernahm die Struik GmbH den Betrieb. Während wir in der DDR Babynahrung produziert haben, begann mit der Privatisierung nach 1990 die Produktion von Suppen und Eintöpfen.

Im Konzernverbund der Firma Struik waren wir ein kleines Unternehmen, das ausschließlich für den deutschen und niederländischen Markt produziert hat.

Nachdem der Anteilseigner Herr Struik im Jahr 2017 sein Firmenkonstrukt an ein Unternehmen aus den Niederlanden verkauft hatte, begann man mit dem Abbau von Produktionsstandorten in Belgien und in Deutschland.


Die neue Konzernführung musste Maßnahmen ergreifen, um das Unternehmen effizient aufzustellen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dabei haben wir hier in Beelitz aktiv mitgewirkt, um die Ergebnisse des Konzerns zu stabilisieren und weiter zu verbessern. Trotz positiver Betriebsergebnisse hier am Standort Beelitz konnten wir die Schließung unseres Betriebes, die im März 2019 endgültig verkündet wurde, nicht verhindern. Für uns alle keine befriedigende Situation, denn nun begann wieder einmal die Suche nach einem neuen Investor. Das brauchte viel Zeit, Geduld und Hartnäckigkeit.

Im Ergebnis der Verhandlungen, die wir in enger Absprache mit der Stadt Beelitz geführt haben, bekam eine seit 1905 bestehende Beelitzer Firma den Zuschlag, die Unternehmensgruppe SCHIELICKE BAU. Insgesamt eine sehr gute Entscheidung, allerdings bedeutet sie das endgültige Aus für einen Industriebetrieb an diesem Standort.

Aber mit dem Zuschlag für die Unternehmensgruppe SCHIELICKE BAU ist nun die Sicherheit gegeben, dass auf dem Areal für Beelitz und für alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt etwas Schönes und Bleibendes entsteht.

Geplant ist ein Wohnquartier der Zukunft. Sein Können in der Projektentwicklung bis zur schlüsselfertigen Bebauung hat das Unternehmen bereits an vielen Standorten unter Beweis gestellt.

Wir bedanken uns bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die uns bis zuletzt mit ihrer Arbeitskraft zur Seite standen. Sie waren immer einsatzbereit.

Danke für so viel Verbundenheit. Ohne sie hätten wir den Bestand der Firma über Jahrzehnte nicht sichern können. Wir freuen uns auch darüber, dass der größte Teil der ehemaligen Mitarbeiter wieder einen neuen Arbeitsplatz gefunden hat.

Wir danken auch allen Gewerbetreibenden und Dienstleistern, die viele Jahre unsere Begleiter waren. In all den Jahren erhielten wir immer, wenn es notwendig war, Hilfe und Unterstützung durch die Verwaltung Beelitz, insbesondere durch den Bürgermeister, Herrn Bernhard Knuth. Das war eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik. Dafür danken wir an dieser Stelle ausdrücklich.
Bleiben Sie alle gesund und behalten Sie die vergangenen Jahre, unseres Bestehens , in guter Erinnerung.

Eine kleine Episode zum Abschluss: Im letzten Jahr haben wir oft über die vergangene Zeit gesprochen. Dabei war immer die Frage gestellt worden: „Wer hat hier eigentlich gearbeitet?“ Es waren viele Beelitzer, Oma und Opa, Mut-ter und Vater, Onkel und Tanten, Ehepaare sowie Geschwister und andere Verwandte. Zeitweise hatte der Betrieb mehr als 200 Mitarbeiter.

Ein junger Kollege, ehemals Berliner, der bei uns als Lebensmitteltechniker ausgebildet wurde, sagte mir: „Fragt doch nicht wer hier aus Beelitz gearbeitet hat, einfacher ist doch die Frage zu stellen, welcher Beelitzer hat hier nicht gearbeitet?“

Ja so ist es wirklich, viele Einwohner hatten hier einen festen und sicheren Arbeitsplatz.

Geschäftsführung, Karin Höpfner
 

 

 

 

 

 

 

Beelitz   26.02.2019

 

„Gänsehaut und Begeisterung“

Was für ein strahlender Höhepunkt im nassgrauen Februar, in unserer Stadt, mit der Eröffnung des Deutschen Hauses „Rudolf Lintow“.

An zwei Tagen wurde der neue, nach altem Vorbild rekonstruierte Saal mit einem Programm der Dresdner Salon-Damen eröffnet. An beiden Tagen war der Saal ausver-kauft.

Die Beelitzer nutzten die Gelegenheit um zu schauen. Alle waren sehr gespannt. Die Begeisterung war letztendlich überwältigend. Viele hatten es sich so schön nicht vorgestellt. Es kamen bei vielen Gästen Erinnerungen an frühere Zeiten hoch. Die Gespräche mit vielen bestätigten: toll das dieser Saal uns erhalten geblieben ist. Man kann das Gefühl, das man beim Eintritt in diesen wunderschönen Saal hatte, nicht in Worte fassen. Gänsehaut pur. Wahnsinn, was hier in nur sehr kurzer Bauzeit geschaffen wurde. Nach langem Ringen um das historische Bauwerk ist nun ein wunderschönes Kleinod entstanden.

Es wurde in der Eröffnungsveranstaltung ganz vielen Unterstützern und Helfern gedankt. Ich möchte an dieser Stelle unserem Bürgermeister Bernhard Knuth ganz herzlich für sein Engagement danken. Er hat nicht aufgegeben um diese Immobilie zu kämpfen, zu erhalten und wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Jedes kleinste Detail wurde von ihm mitgestaltet. Dafür gebührt ihm großer Dank und Anerkennung.

Karin Höpfner

 

www.deutsches-haus-beelitz.de