Ein Haus mit Charme   www.beelitz-berliner-strasse-200.web-bb.de

Es ist weder das größte noch das markanteste Gebäude in Beelitz – und doch hat das Haus in der Berliner Straße 200 es Stefan Fuhrmann angetan. „Hier oben sind die Decken niedrig und etwas schief, die Räume klein und verwinkelt, aber gerade das finde ich so charmant.“ Der 26-Jährige steht mitten in einem leergeräumten Wohnzimmer. Die Dielen knirschen unter den Füßen, in der Ecke steht eine alte Polstergarnitur im 90er-Jahre-Chic. „Die ist noch vom Vorbesitzer.“

Stefan Fuhrmann hat das Haus gekauft, um es zu sanieren – und liefert damit ein weiteres Beispiel, wie alte Bausubstanz in der Spargelstadt eine neue Zukunft erhält. Während er die Wohnung in der oberen Etage selbst nutzen wird, soll der Laden unten vermietet werden. Zuletzt befand sich dort eine Eisdiele, davor arbeitete ein Friseur in den Räumen und ganz früher gab es hier einen Tabakladen. Einen neuen Nutzer gibt es längst: Steffi Schmidt, Inhaberin des traditionsreichen gleichnamigen Kaninchenspezialitätenbetriebes, will hier ein Geschäft für regionale Produkte eröffnen.

Das ist der Beelitzer Weg: Ein Objekt wird ins Auge gefasst und schon vor dem Kauf und der anschließenden Sanierung wird die spätere Nutzung geregelt. So hat es die Stadt selbst mit vielen Liegenschaften gemacht –unter anderem mit dem GenussEck im Lustgarten, dem kleinen Haus in der Poststraße 20 oder dem heutigen Fahrradladen in der Berliner Straße 19 - und auch immer mehr private Investoren gehen so vor. Während Mietwohnungen in der Altstadt ohnehin stark nachgefragt sind, entdecken auch immer mehr Gewerbetreibende das Beelitzer Zentrum für sich.

„Als Beelitzer Familienunternehmen wollen wir auch in der Mitte der Stadt präsent sein“, sagt Steffi Schmidt. Bisher gibt es nur einen Hofladen auf dem Betriebsgelände in der Brücker Straße, die Erzeugnisse des Betriebes finden aber auch auf den Märkten in der Region einen guten Absatz. Das neue Geschäft will sie gemeinsam mit Manfred Memmert betreiben, er ist Geschäftsführer der Süßmost- und Weinkelterei Hohenseefeld (Teltow-Fläming) und zugleich Vorsitzender des Marketingverbandes Pro Agro. „Schon dadurch besteht ein enger Kontakt zu vielen Erzeugern, deren Produkte wir dann ebenfalls anbieten wollen“, erklärt die Unternehmerin.

Dass Schmidt und Fuhrmann zueinander gefunden haben, liegt an den kurzen Wegen in Beelitz, wo fast jeder jeden kennt. Sie habe selbst schon vor einem Jahr mit dem Kauf des Objektes geliebäugelt, erklärt Steffi Schmidt, doch die jetzige Konstellation sei sinnvoller. Stefan Fuhrmann, der als Geschäftsführer das Optikgeschäft „Brillen im Schmiedehof“ in der Poststraße leitet, hatte indes in erster Linie eine Wohnimmobilie gesucht, um sich auch auf lange Sicht in Beelitz niederzulassen. „Ich mag die Atmosphäre, die hier herrscht, die Lebensqualität.“ Ursprünglich stammt er aus Seddiner See und lebt seit knapp einem Jahr in Beelitz.

Dass nun auch Ladenfläche am Wohneigentum dran hängt, sei ein schöner Nebeneffekt: „Jedes Haus, das hier saniert wird und jedes Gewerbe, das sich in Beelitz ansiedelt, bringt unsere Stadt insgesamt weiter“, ist Fuhrmann überzeugt. Letztendlich habe nicht er das Haus, sondern das Haus ihn gefunden.

Nachdem der Verkauf in dieser Woche abgeschlossen wurde, will der Beelitzer die Sanierung sobald wie möglich in Angriff nehmen. Dafür kann er auch auf Mittel aus der Städtebauförderung zurückgreifen. Der Denkmalschutz sieht zwar strenge Auflagen vor, doch die sieht Fuhrmann nicht als Belastung, sondern eher als verpflichtende Herausforderung: Die Rekonstruktion der historischen Fassade, das Ersetzen der Kunststofffenster durch höherwertige Holzfenster - „das alles hätte ich ohnehin nicht anders gemacht“, unterstreicht er.


Beelitz, den 26.03.2015 - Text   Thomas Lähns ... Pressesprecher Stadt Beelitz

 

Denkmal des Monats September 2016

 

Denkmal des Monats September 2016 – Berliner Straße 200 14547 Beelitz
 
www.beelitz-berliner-strasse-200.web-bb.de
 
Eine Zierde für die Stadt - Denkmal des Monats steht in Beelitz
 
Das Haus im Herzen der Beelitzer Altstadt ist heute als Denkmal des Monats September ausgezeichnet worden. Im Namen der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischem Stadtkern enthüllte Christian Große (CDU) 1.v.l., Beigeordneter der Stadt Werder (Havel), gemeinsam mit dem Eigentümer die Plakette, welche das Gebäude als Musterbeispiel der Stadtsanierung ausweist. „Für unsere Tourismusregion sind die historischen Stadtkerne ein Markenzeichen“, sagte Große. Er sei deshalb Jedem dankbar, der sein Geld und seine Zeit in die Sanierung der geschichtsträchtigen Bausubstanz investiere. Zwar würden diese Sanierungsprojekte gefördert, „aber man steckt immer noch weitaus mehr hinein – nicht nur Geld, sondern auch Schweiß und so manche schlaflose Nacht“.
 
In Beelitz ist das um 1800 errichtete Haus das mittlerweile fünfte Denkmal des Monats. Seit 1991 investieren Bund, Land und Kommune in das Sanierungsgebiet Altstadt und unterstützen damit auch private Investoren. 18,5 Millionen Euro sind im Rahmen der Städtebauförderung bereits in diesen Bereich investiert worden, bilanzierte der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth. Dafür sind 70 Gebäude – elf davon im städtischen Eigentum - und 18 Straßen und Plätze saniert worden. Knuth erinnerte auch an das 2009 ausgelaufene Stadtbildprogramm, mit dem kleinere Maßnahmen wie Fassadenarbeiten oder der Austausch von Türen oder Fenstern bezuschusst wurden. „Ich hoffe, dass dieses Programm bald wieder aufgelegt wird.“
 
Knuth hatte das Projekt in der Berliner Straße 200 mit angeschoben, indem er die Kontakte zwischen künftigem Eigentümer und Mieterin knüpfte und mit ihnen und Planerin Roswitha Störmer (3.v.l.) gemeinsam nach Möglichkeiten der Sanierung suchte, sie auch weiterhin begleitete. Innerhalb nur eines halben Jahres gingen Entkernung, Hüllensanierung und der Ausbau der Geschäftsflächen über die Bühne, beteiligt waren vor allem Beelitzer Firmen, die sich dementsprechend ins Zeug gelegt hatten.
 
Zur heutigen Verleihung konnten sich die Gäste auch in den Räumen und dem kleinen Innenhof umsehen. Viele kannten das Haus, das vor über 200 Jahren vom Braumeister und Ackerbürger Heese errichtet wurde, noch als Friseursalon. Die Nachfahren von Heeses mit dem Namen Schmalz betrieben den Salon bis 2008. Danach war kurzzeitig ein Eiscafé eingezogen, doch auch das schloss 2014 seine Türen. Die Gäste staunten, was nun aus dem Gebäude geworden ist. Bürgermeister Knuth brachte es auf den Punkt: „Es ist eine Zierde für die Stadt und eine Bereicherung für das Geschäftsleben in Beelitz.“
 
Text   Thomas Lähns ... Pressesprecher Stadt Beelitz

 

Christian Große (CDU) 1.v.l., Beigeordneter der Stadt Werder (Havel)

Beelitzer Spargelkönigin Sarah Wladasch

 

Bernhard Knuth

Bügermeister der Spargelstadt Beelitz

Matthias Plönzke - Malermeister Plönzke


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