jÜRGEN  fALKENTHAL

AUCH IN 20 JAHREN WIRD UNSER SPARGEL DEN LEUTEN SCHMECKEN

 

 

Jürgen Falkentahl, Landwirt und Beelitzer Urgestein, hat den Spargelhof Klaistow mit aufgebaut. Nach 20 Jahren Dienstzeit zieht er Bilanz

 

 


Herr Falkentahl, Sie sind mit Spargel aufgewachsen. Sie bauen ihn selbst an und arbeiten seit 20 Jahren auf dem Spargel- und Erlebnishof Klaistow. Wie oft kommt bei Ihnen zuhause die Beelitzer Stange noch auf den Tisch.

Während der Saison schaffe ich es kaum, zuhause zu essen, Mittag gibt es dann im Betrieb - natürlich auch Spargel. Und er schmeckt mir nach wie vor.

Kurz, nach der Wende sind Sie zum damals gerade gegründeten Unternehmen der Familien Buschmann und Winkelmann gekommen. Wofür wurde Sie gebraucht?

Es ging unter anderem darum, den Kontakt zu den Behörden, vor allem aber zu den Eigentümern von Ackerflächen herzustellen. Investoren aus den alten Bundesländern hatten bei manchem keinen guten Ruf. Also habe ich mit den Leuten geredet und ihnen das Vorhaben des Spargelhofes erläutert - dass da keine Luftschlösser gebaut werden, sondern etwas entsteht, dass der gesamten Region nützt. Danach sahen die Beelitzer Vieles mit anderen Augen.

War denn damals schon absehbar, dass der Beelitzer Spargel und der Spargelhof Klaistow einen so rasanten Aufschwung nehmen würden?

Mann konnte nur ahnen, wie beliebt der Spargel ist. Viele Berliner konnten sich auch nach Jahren der deutschen Teilung an ihn erinnern - und wollten ihn nach der Wende natürlich haben. Das erste Spargelfest, zu dem es nur ein paar Kilo zu kaufen gab - die dann sofort weg waren - war da schon etwas blamabel.

Also gab es kein Konzept, nachdem der Spargelhof Klaistow entstanden ist ?

Nein, das ist alles Schritt für Schritt gewachsen - wenn diese Schritte auch groß gewesen sind. Wir haben mit w enigen Spargelreihen vorn an der Landstraße angefangen. Dann kamen neue Flächen und weitere Anbauprodukte hinzu : Erdbeeren, Heidelbeeren, Kürbisse. Die Nachfrage war riesig, manchmal habe ich sogar nachts Spargel und Erdbeeren ausgefahren. Es gab Arbeit ohne Ende, zum Glück habe ich meine Frau, die mir damals den Rücken frei gehalten hat. Die Hofgastronomie gibt es ja auch erst seit 1997. Das war damals ein Zelt mit 60 Plätzen, alles provisorisch und kein Vergleich zu heute. Daraus entwickelten sich weitere Attraktionen wie das Naturwildgehege oder der Kletterwald.

Hätte man nicht auch sagen können: Der Spargel geht so gut, das reicht uns?

Wir haben das Sortiment gezielt erweitert, um die vielen guten Mitarbeiter binden zu können. Nur für die Spargelsaison würde eine Festeinstellung ja nicht lohnen. Aber mittlerweile gibt es hier das ganze Jahr über etwas zu tun. Und auf diesem Wege können wir auch unsere Hallen auslasten. Wo heute zum Beispiel der Spargel sortiert wird, finden in einem halben Jahr wieder Weihnachtsfeiern statt.

Zu den Mitarbeitern gehören auch die Erntehelfer. Welche Rolle spielen die?

Ohne sie würde es den Spargelhof und den Beelitzer Spargel insgesamt nicht geben. Ich habe schon als Junge vor der Schule Spargel stechen müssen und weiß, wie hart die Arbeit ist. Deshalb kann ich nur den Hut vor den Saisonarbeitern ziehen.

Sprechen Sie polnisch?

Ein bisschen, das lernt man mit der Zeit. Heute kommt aber nur noch die Hälfte der Erntehelfer aus Polen, die andere kommt aus Rumänien, was eine gute Mischung ergibt.

Wie erklären Sie sich den Erfolg des Beelitzer Spargels?

Es ist in der Tat erstaunlich, welche Aufmerksamkeit er genießt. Es liegt wahrscheinlich an der Verbindung aus Tradition, Saisonalität, Geschmack und Erlebnis: Vor allem die Städter kommen zu uns, weil sie hier nicht nur frische Produkte, sondern auch viel Natur finden.

... und ein doch sehr romantisches Bild von der Landwirtschaft, oder?

Nein, hier wird nichts geschönt. Jeder, der sich dafür interessiert, kann im Rahmen der Betriebsführungen unsere Hallen und Felder besichtigen und sich selbst ein Bild von unserer Arbeit machen.

Wird der Spargel so beliebt bleiben?

Ich denke, dass er den Leuten auch in 20 Jahren nocht schmecken wird. Er ist ein kostbares Nahrungsmittel, keine Modeerscheinung - das zeigt die Erfahrung.

Vielen Dank für das Gespräch.



Jürgen Falkentahl ist Beelitzer Urgestein: Aufgewachsen in Schlunkendorf, kam der heut 57-Jährige schon früh mit der Landwirtschaft in Berühung. Zu DDR-Zeiten arbeitete er beim ACZ Beelitz, nach der Wende wurde er von den Familien Buschmann & Winkelmann engagiert, um den Aufbau des Spargelhofes Klaistow zu koordinieren und voranzutreiben. Heute sorgt er als Seele des Betriebes für den reibungslosen Ablauf in vielen Bereichen.

 

Jürgen Falkenthal - "Mann der ersten Stunde"

www.spargelhof-falkenthal.de



Text © Thomas Lähns - Pressesprecher Spargelstadt Beelitz
Beelitz - Juni 2013




 

Erlebnis- Spargelhof Klaistow

Spargelhof Buschmann & Winkelmann