Ernst Leonhardt zum 85. im KUNST-GESCHOSS

Ernst Leonhardt (*1935 in Berlin) ist Teil der Berliner Künstlerszene, die sich in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts im Westteil der Stadt etablierte. Er gehört zu den ruhigen und ausdauernd Schaffenden, die nicht durch reißerische Inhalte und fixe Ideen einen zu meist kurzlebigen Platz im Mainstream der Kunstwelt erhaschen wollten. Die anhaltende Konsequenz seiner Arbeit spiegelt sich im vielfältigen Werksumfang des Künstlers wieder. Er beherrscht den Part der klassischen Malerei genau so wie die Grafik in ihren mannigfaltigen Möglichkeiten bis hin zur Druckgrafik in allen technischen Facetten. Im angewandten Bereich besticht Ernst Leonhardt mit seinen plastischen Arbeiten. Auch hier hat er seinen ganz persönlichen Darstellungsstil entwickelt, Ausdrucksstärke paart sich mit graziler Leichtigkeit. Sein wohl bekanntestes Werk ist „Der Tänzer“, ein auf einem Bein stehender, tanzender und rundlicher Mann, der durch seine plastische Bewegung eine unwahrscheinliche Leichtigkeit ausdrückt. Diese Bronzeplastik wird seit 1991 als „B.Z.-Kulturpreis“ den Preisträgern ausgehändigt.
 
Der Künstler gibt dem Individuum seinen ganz persönlichen Auftritt. Seine Farb- und Formgebung und seine ganz eigene Darstellung des Menschen erschließen sich schnell und erzeugen sofort positive Gefühle beim Rezipienten, die expressive Formgebung und die frische Farbpalette sind wesentliche Voraussetzung dafür. Seine figürlichen Darstellungen sind immer ganz nah am Menschen und wirken gerade durch die Trivialität der Szenerie identifizierend menschlich.

Wer die Ausstellungen in der Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS ausdauernd verfolgt, wird sich an Ernst Leonhardt erinnern können. Der Künstler war 2009 bei der Ausstellung „Blick zurück nach vorn“ einer von fünf Künstlern aus dem „Westen“, die zusammen mit fünf Künstlern aus dem „Osten“ die Zeit des Mauerfalls mit je zwei Werken („Nächtliche Grenze“ und „Grenzübergangsstelle“) künstlerisch reflektierten.
Für Ernst Leonhardt, der die tägliche künstlerische Arbeit wie die Luft zum Atmen braucht, kam es 2019 mit der Kündigung seines 140 qm großen Atelierbereiches in der alten Weddinger AEG-Zentrale zu einem fatalen Einschnitt. Ende Juni 2020 war alles beräumt und in einem Depot eingelagert. Eigentlich wollte Ernst Leonhardt seinen 85. Geburtstag im Atelier, dem unmittelbarsten Entstehungsort seiner Werke feiern. Nun ist alles anders gekommen und wir freuen uns, in der Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS eine Auswahl seiner Werke zu seinem 85. Geburtstag zeigen zu können.


Frank W. Weber – Kurator der Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS

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Ernst Leonhardt zum 85. im KUNST-GESCHOS
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Werder Havel - 19.08.2020

Muckersche schenkt ihre Sammlung der Stadt Werder (Havel)

In den zwölf Jahren ihres Bestehens haben mehr als 25.000 Gäste das Inventar der gemütlichen Muckerstube in Werder (Havel) bewundert. Sie haben das schöne alte Inventar bestaunt,  sich von Heidemarie Garbe, der „Muckerschen“, mit Gerichten aus Omas Küche verwöhnen lassen und dazu ihren Geschichten aus dem alten Werder gelauscht. Zum Ende des vergangenen Jahres wurde das kleine private Heimatmuseum, bestehend aus einer Werderaner „Juten Stube“ und einer voll funktionstüchtigen Wohnküche im Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts, leider endgültig geschlossen.

Mit 69 Jahren geht Heidemarie Garbe in den wohlverdienten Ruhestand, als Stadtführerin und Vortragskünstlerin in historischer Kleidung wird das Werdersche Original weiter zu erleben sein. Auch die Ausstattung der Muckerstube sowie des reich gefüllten Dachbodens wird nicht verloren gehen: Vom Vertiko bis zu Omas Beinkleidern, von den Sammeltassen bis zur Fischsülze-Form - Heidemarie Garbe schenkt die historischen Stücke, das Geschirr, die Möbel, Accessoires und Requisiten der Stadt Werder (Havel).

Der Schenkungsvertrag trägt das Datum 14. August 2020, demnächst sollen die Sachen abgeholt, inventarisiert und bei der Stadt zunächst eingelagert werden. Doch woher kommen all die schönen alten Dinge? Das Haus in der Brandenburger Straße 164, in dem sich die Muckerstube befand, hatten schon ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern bewohnt, erzählt Heidemarie Garbe. „Bei den alten Werderschen galt, dass nichts weggeworfen wird, was man nicht vielleicht noch gebrauchen kann.“

Als sie sich im Jahr 2007  mit ihrer lebendigen Heimatstube selbstständig machte, zeigte sich, wie viel Wahrheit darin steckt: Die Boden- und Schuppenfunde wurden Ausstattungsgegenstände und Aufhänger für Anekdoten. Und davon hat die Muckersche schon familienbedingt einige auf Lager. Viele der Antiquitäten hat sie schließlich selbst noch in Gebrauch im elterlichen Haus erlebt.

Ihre Urgroßeltern waren im Obstbau verwurzelt, ihre Großeltern in der Obstverarbeitung ( Presserei und Kelterei), ihre Eltern betrieben den Obst- und Gemüsehandel Tobner in Glindow. Heidemarie Garbe selbst arbeitete nach einem Gartenbaustudium in der Obstproduktion und Obstvermarktung. Nebenbei interessierte sie sich für die Stadtgeschichte, führte bald Gäste durch Werders Altstadt. Die Leidenschaft machte sie mit 56 Jahren zum Haupterwerb.

Jetzt will sie etwas kürzer treten und freut sich, dass die Sachen, die ihre Vorfahren nicht wegwerfen konnten oder die in den vergangenen Jahren zusätzlich auch Gäste der Muckerschen vorbeibrachten,  in gute Hände kommen: ob das Rasierzeug von ca. 1897, das Kaisers-Kaffee-Service, das ihre Großtante 1910 zur Hochzeit einbrachte, die Sammlung leerer Flaschen aus den historischen Werderschen Brauereien und Saftfabriken oder mit Patina überzogene Gartengeräte wie die besonders leichte Werdersche Harke.

Was wird damit passieren? Darauf antwortet Werders 1. Beigeordneter Christian Große: „Nach der durch den Umzug der Tourist-Information bedingten Schließung des Obstbaumuseums soll am neuen Standort der Tourist-Information auf dem Lindowschen Hof in den kommenden Jahren ein neues Stadtmuseum entstehen.“ Dazu solle die an der Straße stehende hinfällige Obstzüchterhütte restauriert und mit einem Ergänzungsbau versehen werden.

„Noch befinden sich die Planungen in den Anfängen“, so Christian Große. „Aber die umfangreiche Sammlung von Heidemarie Garbe eröffnet uns für die Konzeptionierung natürlich ganz neue Möglichkeiten für die Darstellung verschiedener Lebensbereiche in Werders Geschichte.“ Der 1. Beigeordnete dankt Heidemarie Garbe für ihre Arbeit  und für die großzügige Schenkung an die Stadt. Die „Muckersche Sammlung“ werde auch nachfolgenden Generationen noch besondere Einblicke in die Werdersche Vergangenheit ermöglichen.

 

siehe Bilddateien - Werder (Havel)
Heidemarie Garbe mit historischer „Mehlbox“. Foto: hkx

Henry Klix
Stadt Werder (Havel)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Eisenbahnstraße 13/14
14542 Werder (Havel)

 

 

 

 

 

 

Werder Havel - 16.07.2020

 

Geheimnis um unbekannten Künstler gelüftet

Es ist zwei Jahre her, als der bekannte Werderaner Künstler und Kurator des Kunst-Geschosses, Frank W. Weber, gebeten wurde, einen künstlerischen Nachlass in Werder zu begutachten. Das passiert immer wieder mal. „Ein in sich schlüssigen Bestand kommt selten vor“, sagt Frank W. Weber. Diesmal war es einer dieser seltenen Fälle, er traf auf den Nachlass eines bis dahin unbekannten Künstlers.
 
Am Mittwochabend wurde unter dem Titel „unbekannt verkannt“ eine Ausstellung mit Werken des Verstorbenen, dessen Namen bis dahin nicht genannt wurde, im Kunst-Geschoss eröffnet. Und das Geheimnis wurde gelüftet: Es handelt sich um Karlheinz Grabitzky. Er lebte seit 2005 in Werder, wo er im Juli 2018 auch verstarb.
 
Sein Jugendwunsch, Kunst zu studieren, wurde dem 1940 in Brandenburg (Havel) Geborenen familiär verwehrt. Das Leben verlief in anderen Bahnen. Seine Lehrausbildung und der Abschluss als Dekorateur waren eine gute Grundlage für seine spätere individuelle Beschäftigung mit der Bildenden Kunst. An verschiedenen Lebensstandorten richtete er sich kleine Ateliers ein, so auch in seiner letzten Wahlheimat Werder (Havel).
 
Von den 604 Werken, die er hinterließ, sind jetzt 74 in der Stadtgalerie im Schützenhaus zu sehen. Die ausgestellten figürlich-formalistischen Bilder wollen Botschaften vermitteln. Doch wie der Name des Künstlers zunächst unbekannt blieb, so geben auch die intensiven Werke ihr Geheimnis nicht ohne Weiteres preis.
 
Dazu erklärt Frank W. Weber:
 
„Da Karlheinz Grabitzky seine Werke in den seltensten Fällen selbst betitelte, bleibt uns einiges verborgen. Genau darin liegt der Reiz seines Gesamtwerkes. Der Rezipient fühlt sich durch Titelvorgaben nicht ,bevormundet‘ und kann sich vorurteilsfrei der Betrachtung hingeben. Wie Geheimcodes müssen seine Bilder jetzt dechiffriert werden.
 
Sein Interesse an Politik und Weltgeschehen flossen in seine Themen ein. Zwischenmenschliche Beziehungen, Gefühl zum Körper und Sexualität prägen sein Werk. Die Prüderie der Gesellschaft zu solchen Themen war sicherlich ein ausschlaggebender Punkt, sich nicht mit seinen Bildern der Öffentlichkeit zu stellen. Im Gespräch mit seiner Frau Heide Grabitzky erfuhr ich, dass er den kritisierenden Kontakt zu anderen Menschen und erst recht vor fachkundigem Publikum scheute.
 
Als ich nach seinem Tod die Arbeiten von Karlheinz Grabitzky das erste Mal sah, war bei mir sofort das ausgezeichnete Form- und Farbgefühl zu spüren. Hier war einer am Werk, der sich durch seine ausdauernde Arbeit selbst schulte und nach Lösungen suchte. Die bildenden Arbeiten von Karlheinz Grabitzky zeigen einen sicheren Umgang mit dem künstlerischen Medium. Die künstlerischen Techniken hat er sich selbst angeeignet.
 
Es wird beim Betrachten des Werkumfanges von über 600 Arbeiten auf Leinwand und Papier klar, Karlheinz Grabitzky war in der Lage, sein Werk selbstkritisch zu bewerten und daraus Schlussfolgerungen für künftige Arbeiten zu ziehen. Eine Fähigkeit, die selbst dem ein oder anderen Berufskünstler schwer fällt. Zweifel an der eigenen künstlerischen Arbeit und stetes Hinterfragen lagen in seinem Gemüt.
 
In einigen der Arbeiten ergänzt Karlheinz Grabitzky das Sujet durch Sätze und Worte. Hier offenbart er, einem Tagebuch gleich, seinen seelischen Zustand. Er litt, nach Auskunft seiner Frau, an Depressionen und sicher dienten viele seiner Themen der Bewältigung des inneren Gemütszustandes. Die Kunst war das Medium, um seine inneren Konflikte, Gedanken und Gefühle zum Ausdruck zu bringen.
 
Nur in seiner künstlerischen Anfangszeit signierte er mit dem Namen ,Grabitzky‘. Später nutzte er Wortkombinationen aus seinem familiären und örtlichen Umfeld. So sind die Arbeiten mit dem Namen ,Schönkow‘ signiert, eine Kombination aus dem Familiennamen seines verehrten Großvaters ,Schönfeld‘ und dem Namen des Heimatdorfes seiner Großeltern ,Roskow‘ bei Brandenburg, wo er seine Kindheit erlebte.
 
Der gesamte Bestand wurde im vergangenen Jahr von der Familie in einem Werksverzeichnis dokumentiert. Das Gesamtwerk verdient unbedingte Beachtung, die Ausstellung in der Stadtgalerie Kunst-Geschoss ist ein Anfang auf lokaler Ebene. Eine späte, aber wohlverdiente Ehrung für das Schaffen von Karlheinz Grabitzky.“

Henry Klix
Stadt Werder (Havel)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Eisenbahnstraße 13/14
14542 Werder (Havel)

 

 

 

 

 

 

Werder Havel - 15.07.2020
 
Werders Tourist-Information wirbt jetzt mit der i-Marke
 
Prüfung mit Bravour bestanden! Die Tourist-Information des Staatlich anerkannten Erholungsortes Werder (Havel) darf ab sofort mit der „i-Marke“ werben. Die i-Marke ist eine Qualitätszeichen, das erst nach einer strengen Zertifizierung genutzt werden darf. Und Werder bekam dabei die Note „sehr gut“.
 
Vor genau einem Monat hatte eine Prüferin des Deutschen Tourismusverbandes den neuen Standort im Lindowschen Haus besucht, inkognito und unangekündigt. Sie schaute sich um, befragte die Mitarbeiter zu den verschiedensten Themen, wie auch Gäste das tun, und gab sich erst danach zu erkennen.
 
„Sie lobte vor allem die tolle Ausstattung, die Freundlichkeit und die Zeit, die sich die Mitarbeiter trotz großen Andrangs für jeden einzelnen Gast genommen haben“, so Werders 1. Beigeordneter Christian Große. Jetzt sind auch das schriftliche Ergebnis der Prüfung und die Lizenz eingegangen. Das rote i-Schild am Eingang wird demnächst folgen.
 
Für die Tourist-Information in Werder gab es dem Prüfergebnis zufolge 95 von 100 Prozentpunkten. Christian Große: „Das ist ein Super-Ergebnis für unseren Staatlich anerkannten Erholungsort.“ Um mit dem Markenzeichen werben zu könne, müssen nur mindestens 67 Prozentpunkte erreicht werden. Der Landes- und Bundesdurchschnitt liegt bei 80 Prozent.
 
„Die vollen Punktzahlen gab es auf das Erscheinungsbild der Innenräume, die Beratung und den Service“, freut sich Christian Große. Der Auswertungsbericht gebe zugleich einige wertvolle Hinweise, welche Möglichkeiten der Verbesserung in Werder noch bestehen. „Zum Beispiel,  dass ein ordentlicher Hinweis zum kostenlosen W-LAN angebracht werden muss.“
 
Für den 1. Beigeordneten zeigt das „rote i“ auch, dass die Umzugsentscheidung vom Alten Rathaus zum Lindowschen Haus die richtige war. „Der Umzug an einen zentraleren und barrierefreien Standort mit mehr Gestaltungsspielräumen war letztendlich auch eine der Kernaufgaben in der Fortschreibung unserer Erholungsortentwicklungskonzeption.“
 

14542 Werder (Havel), Plantagenplatz 9


Erst im August vergangenen Jahres ging es nach umfassender Sanierung in dem früheren Obstzüchtergehöft, das unter Denkmalschutz steht, mit dem Betrieb richtig los.  Christian Große bedankte sich, dass die Mitarbeiter der Tourist-Information die konzeptionellen Vorüberlegungen für den neuen Standort am Plantagenplatz engagiert mit Leben füllen.
 
Aktuell bestehen wegen der Corona-Pandemie Einschränkungen bei der Nutzung der Tourist-Information, die Nachfrage ist davon ungetrübt. Besonders groß ist das Interesse nach Informationen zum Rad- und Wassertourismus. Werder bietet hier vielfältige Möglichkeiten - zum Beispiel auch, beides zu verbinden.  
 
Weitere Informationen zum neuen Standort der Tourist-Information: https://www.werder-havel.de/politik-rathaus/aktuelles/neuigkeiten/freizeit-tourismus/1269-tourist-information-hat-neuen-standort.html
 
Henry Klix
Stadt Werder (Havel)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Eisenbahnstraße 13/14
14542 Werder (Havel)
 
Christine Steinbach

 


 

 

 

 

 

Werder Havel - 14.07.2020

 

Ökologische Randflächenpflege: In Werder darf es wachsen
 
Es schwirrt und summt auf dem Stadtplatz der Havelauen. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge finden hier zwischen Schafgarbe, Natterkopf, Wicke oder Lichtnelke reichlich Nahrung. Die 2.900 Quadratmeter große Grasfläche des Stadtplatzes ist in die ökologische Randflächenpflege der Stadt Werder (Havel) aufgenommen worden. Nur ein Fünf-Meter-Rand wird gemäht, der Rest wird bunt: zur Freude der Insektenwelt.
 
Schon vor fünf Jahren hat die Stadt mit der ökologischen Pflege von Straßenrand- und Grünstreifen begonnen. Einige Ränder von Nebenstrecken wurden nicht mehr vollständig gemäht, sondern unter ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet. Auf natürliche Weise wurden Blühzeiten zwischen den Pflegegängen verlängert.
 
Am Obstpanoramaweg hat sich so mit den Jahren eine bunte Artenviefalt entwickelt. Wildpflanzen wie Storchenschnabel, Purpurkraut oder Nachtkerze sorgen vom Frühjahr bis zum Herbst für farbige Wegränder. Zu solch „bunten Strecken“ gehören seit einigen Jahren auch der Holzweg in Glindow, die Lange Straße auf der Glindower Platte, der Fuchsbergweg in Kemnitz, der Radweg zwischen Strengbrücke und Petzow oder der Derwitzer Winkel.
 
In den Havelauen sind in diesem Jahr neben dem Stadtplatz auch die Alte Kasernenstraße und weitere Nebenflächen wie die Dreiecksfläche an der Zeppelinstraße oder der Fasanenweg dazugekommen. Im weiteren Stadtgebiet darf es jetzt unter anderem an der Phöbener Straße oder am Uferpark An der Föhse munter wachsen und blühen.
 
Auf zahlreichen Neben- und Randflächen in der Stadt und den Ortsteilen und neuerdings auch auf Trockenwiesen wird so auf eine natürliche Sukzession gesetzt. Wird das Projekt von den Naturschutzverbänden unterstützt, so erreichen die Stadtverwaltung zu dieser noch neuen Form des Umgangs mit dem Stadtgrün auch immer wieder Bürgeranfragen.
 
Werders 1. Beigeordneter Christian Große erklärt die positiven Effekte:
 
„Mit den Wildblumen tun wir etwas für die Artenvielfalt und gegen das Insektensterben. Durch Wurzelhalt und Verschattung der Bodenfläche wird die Bodenerosion verhindert und der Wasserhaushalt verbessert.
 
Gerade eine Obstbaustadt wie Werder ist verpflichtet, die Insektenwelt zu fördern und zu erhalten. Nicht allein, weil mehr Bienen und Hummeln zur Obstbaumblüte für einen reicheren Ertrag sorgen. Insekten und Nützlinge könnten auch gegen Schadorganismen wirksam werden.
 
Zugleich sind sie für viele Ökosysteme unverzichtbar, tragen zur Pflanzenvermehrung und Bodenfruchtbarkeit bei. Auf den rund 500.000 Quadratmeter öffentlicher Grünflächen, die von der Stadt unterhalten werden, können wir damit an vielen Stellen Zeichen setzen.“
 

Henry Klix
Stadt Werder (Havel)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Eisenbahnstraße 13/14
14542 Werder (Havel)

 

 

 

 

 

 

Werder Havel - 07.07.2020

Neue Ausstellung mit großem Fragezeichen in der Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS

„unbekannt verkannt“
Wer verbirgt sich hinter dem großen Fragezeichen, die Ausstellung in der Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS lüftet das Geheimnis

Da lebte Einer in der kleinstädtischen Gemeinschaft der Stadt Werder (Havel) und arbeitete künstlerisch still vor sich. Erst nach seinem Tod im Jahr 2018 wird bekannt, was da geschaffen wurde. „Ich werde oft gebeten, Nachlässe zu begutachten. Das mache ich stets mit großer Skepsis, denn es kommt kaum vor, dass ein in sich schlüssiger Bestand darunter ist. Deshalb war ich mit Vorbehalt begeistert, als ich eine e-Mail erhielt, ob ich mir wieder einmal Bilder von einem Unbekannten ansehen könnte“, erinnert sich der Kurator der Stadtgalerie Frank W. Weber. „Als ich die Bilder sah, hat es mich umgehauen. In einem kleinen Keller lagerten sage und schreibe über 600 Arbeiten. Die Arbeiten zeigen einen sicheren Umgang mit dem künstlerischen Medium. Hier war einer am Werk, der sich durch seine ausdauernde Arbeit selbst schulte und nach Lösungen suchte. Der Künstler war in der Lage, sein Werk kritisch zu bewerten und daraus Schlussfolgerungen für künftige Arbeiten zu ziehen. Da er seine Werke in den seltensten Fällen selbst betitelte bleibt uns einiges verborgen. Dadurch kann sich der Betrachter vorurteilsfrei den Werken widmen“, so der Kurator. Es war klar, diese Arbeiten müssen an die Öffentlichkeit, dass Gesamtwerk verdient unbedingte Beachtung. Die Ausstellung in der Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS ist ein Anfang auf lokaler Ebene, in seiner Wahlheimatstadt Werder (Havel). Eine späte, aber wohlverdiente Ehrung für das Schaffen des noch Unbekannten. Wer hinter dem noch großen Fragezeichen steckt und mehr zur Person, können sie ab Mittwoch, 15.7.2020, um 19 Uhr bei der Eröffnung der Ausstellung erfahren. Auf Grund der Pandemie-Regelungen wird auf Abstand, sowie  Nasen- und Mundmaskenpflicht hingewiesen. Die Besucher der Eröffnung müssen sich außerdem in eine Anwesenheitsliste eintragen.

Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS
Uferstraße 10
14542 Werder (Havel)
www.kunst-geschoss.de
 

siehe Bilddateien - Werder (Havel)

 

 

 

 

 

 

Werder Havel - 06.07.2020

Altstadtgebäude wird Denkmal des Monats

Ein Miethaus der kommunalen Haus- und Grundstücksgesellschaft in Werders Altstadt ist heute zum „Denkmal des Monats“ gekürt worden. Der neoklassizistische Bau Unter den Linden 14 war vor fünf Jahren umfassend saniert worden. „Das ist heute das schönste Haus im Bestand der HGW“, sagte Geschäftsführer Thomas Lück bei der Auszeichnungsveranstaltung.
 
Das Gebäude mit Souterrain, Erd- und Dachgeschoss sei 1890 gebaut worden. Es  wurde ursprünglich als Sparkasse genutzt, zeitweilig hatte die HGW dort ihren Firmensitz. Thomas Lück erinnerte sich an unangenehme Überraschungen während der Bauzeit wie die von Schädlingen befallene Dachkonstruktion, die zu zusätzlichen Kosten geführt hatte oder den Trägerbalken, der auf einen Schornstein aufgelegt war. „So was darf nicht sein, wir mussten eine komplette neue Stahlkonstruktion einziehen.“
 
Bei einer Baubegehung sei dann nach einem Riesenknall eine Staubwolke durch das Haus gezogen. „Durch die Bauarbeiten hatte sich der Deckenputz gelöst. Eine eingezogene Zwischendecke war in dem Moment von dem Gewicht eingestürzt.“ Heute konnte er mit den Gästen über solche Zwischenfälle schmunzeln.
 
Bei der Sanierung wurde die gesamte bauliche Hülle rekonstruiert, Fenster und Türen erneuert oder nachgebaut. Das Dachgeschoss wurde neu gestaltet und erhielt zusätzliche Gauben. So gibt es drei Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten in dem Haus. An der Rückfront des Gebäudes wurden Balkone angebaut. Und vor dem von der Straßenfront zurückgesetzten Haus, wo einst die Autos wild parkten, genießen heute die Gäste eines Restaurants ihr Essen im Restaurantgarten.
 
Bürgermeisterin  Manuela Saß hob die bisherigen Auszeichnungen der HGW hervor, die bereits für drei ihrer Gebäude das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ erhalten hat, außerdem eine Ehrenurkunde der IHK für 25 Jahre erfolgreiches unternehmerisches Handeln. „Dass die HGW auch Denkmal kann, sehen wir heute an der Auszeichnung ,Denkmal des Monats‘.“
 
Mit diesem und weiteren Objekten habe sich die HGW auch in die Altstadtsanierung von Werder eingebracht, die im kommenden Jahr förmlich abgeschlossen sein wird. Die Sanierungssatzung „Innenstadt Werder (Havel)“ wird zum 31.12.2021 aufgehoben. „Dann gilt es, zu hegen und zu pflegen.“
 
Jeden Monat lädt eine Mitgliedsstadt der AG Städte mit historischem Stadtkern zur Auszeichnungsveranstaltung „Unser Denkmal des Monats“ ein. Es werden Denkmale ausgezeichnet, die beispielhaft saniert wurden oder für besondere Herausforderungen der Erneuerung der historischen Stadtkerne stehen. An der Auszeichnung heute nahmen u.a. auch das Vorstandsmitglied der AG, Bernd Rubelt, und Werders Ehrenbürger und HGW-Aufsichtsratschef Werner Große teil. 

 

siehe Bilddateien Werder (Havel)

Mehr unter www.ag-historische-stadtkerne.de

 

Henry Klix
Stadt Werder (Havel)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Eisenbahnstraße 13/14
14542 Werder (Havel)