VENUS  LICHTSPIELE

BEELITZ

Clara-Zetkin-Straße 194, 14547 Beelitz


 

Beelitz - 24.06.2020
 
Altes Kino nun unter Denkmalschutz
 
Das Landesamt für Denkmalpflege hat die „Venus-Lichtspiele“ in die Denkmalliste aufgenommen. Darüber informierte Bürgermeister Bernhard Knuth in dieser Woche im Hauptausschuss. Die Stadt hatte das Gebäude, in dem seit den 1930er Jahren Vorführungen liefen und in dem viele Generationen von Beelitzern ihre Lieblingsfilme über die Leinwand flimmern sahen, vor rund zwei Jahren  bei einer Auktion ersteigert. Nach 30 Jahren Leerstand soll es neu belebt werden.
 
Die Eintragung in die Denkmalliste bedeutet nicht nur eine Anerkennung des kulturhistorischen Wertes der „Venus-Lichtspiele“, sondern eröffnet auch die Möglichkeit, Fördermittel zu beantragen. Geplant ist die Sanierung und Nutzung im Zuge der Landesgartenschau 2022 und danach als Programmkino für die Beelitzer. Für die Gestaltung des Innenraumes gibt es bereits erste Entwürfe, zudem sind die Schäden am Dach behoben worden. Für die nächsten Schritte wird nun auf eine Bestätigung vonseiten der Landesregierung gewartet.

 

Venus Lichtspiele Beelitz

 

Beelitz - 08.05.2019

Große Perspektiven für ein kleines Kino - Tag der Städtebauförderung in Beelitz

Es ist ein weiterer Schatz aus vergangenen Tagen, den die Stadt Beelitz unlängst gehoben hat: Die Venus-Lichtspiele in der Clara-Zetkin-Straße 194, ab den 1930er Jahren beliebtes und zu DDR-Zeiten einziges Kino der Stadt. Nachdem der Betrieb 1991 eingestellt wurde, verfiel das Gebäude zusehends und wurde aus der Insolvenzmasse des bisherigen Eigentümers von der Stadt erworben. Beim Tag der Städtebauförderung am kommenden Samstag werden die Venus-Lichtspiele geöffnet.
 
„Mittlerweile ist das Gebäude aufgemessen und im Grundriss erfasst worden. Wie wir das Kino wieder mit Leben füllen, wird gerade in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Bauen und Verkehr, mit dem Sanierungsträger und der Denkmalschutzbehörde abgestimmt“, erklärt Bürgermeister Bernhard Knuth. Nach ersten Überlegungen soll das Kino hergerichtet und künftig von den Schulen für Filmvorführungen genutzt werden. Auch als Programmkino an den Abenden könnten die Venus-Lichtspiele eine neue Zukunft bekommen. „Wir nehmen auch gern Ideen auf, und dafür ist der Tag der Städtebauförderung eine sehr gute Gelegenheit.“
 
Erste Ideen sehen vor, dass hier Schulklassen regelmäßig Filme schauen können und an den Abenden vielleicht ein Programmkino eingerichtet wird. „2022 werden wir hier den Einführungsfilm zur Landesgartenschau in Beelitz zeigen und die Besucher auf erlebnisreiche Stunden in unserer Stadt einstimmen.“ Insgesamt 70 Personen könnten hier Platz finden, in angenehmer Clubatmosphäre mit bequemen Sesseln.
 
Die Bausubstanz des Kinos sei überraschend gut, wertete der Bürgermeister, auch nach Rücksprache mit Architektin Roswitha Störmer und Bettina Monschein vom Sanierungsträger Stadtkontor, die beide ebenfalls vor Ort waren. Im Vergleich zum Deutschen Haus, das im Februar nach anderthalbjähriger Sanierungszeit eingeweiht worden war, bräuchte es hier weit weniger Aufwand, um das Objekt in altem Glanz erstrahlen zu lassen. Die Wände werden noch fast in allen Ecken von Ornamenten und Bordüren geziert, der gut erhaltene Kachelofen steht noch in der Ecke, auch die Projektionsfläche an der Wand, eingefasst von Stuckelementen, könnte wieder so wie einst genutzt werden. Sogar der Balkon mit den beliebten Logenplätzen ist von der Statik her noch in Ordnung.

 
Für die Sanierung – die Fassade an der Straße soll nach dem historischen Vorbild rekonstruiert werden – möchte Beelitz Fördermittel aus dem Städtebaufonds einsetzen. „Für eine Stadt ist es wichtig, dass solche Schlüsselobjekte, die Tradition und Geschichte haben, auch eine Zukunft bekommen“, so der Bürgermeister. Das bewahrt Identität und hat auch pragmatischen Nutzen, denn statt Leerstand entsteht Leben. Das habe man auch mit vielen anderen Objekten wie dem Deutschen Haus, dem ehemaligen Hotel Zum goldenen Stern oder der Alten Posthalterei so gemacht.
 
Der Tag der Städtebauförderung wird seit fünf Jahren bundesweit begangen und soll eine Bühne zur Präsentation von Vorhaben in Städten und Gemeinden bilden. In diesem Jahr beteiligen sich über 1000 Kommunen an der Aktion.
 
Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (033204) 39 138
Fax (033204) 39 136
www.beelitz.de
    

siehe auch : Denkmale des Monats - Beelitz

   

Venus Lichtspiele Kino Beelitz

 

Kleines Kino mit großer Pesrpektive

Karl-Heinz Hocke geht gern ins Kino: Schon in jungen Jahren hat der heutige Rentner aus Beelitz viele Filme gesehen, und zwar in den „Venus-Lichtspielen“ in der Clara-Zetkin-Straße. „Von Schäpe aus sind wir mit dem Fahrrad los, um dann in Beelitz für 25 Pfennig einen Film zu schauen“, erinnert er sich. Der erste Streifen, an den er sich bewusst erinnern kann, war „Die glorreichen Sieben“. Das war in den 1960ern. Auch den letzten, bevor das beliebte Kino für viele Jahre zugemacht wurde, hatte er miterlebt: „Dirty Dancing“.
 
Seit den 1930er Jahren liefen in dem vergleichsweise kleinen Kinosaal – der große befand sich im Deutschen Haus – Filmvorführungen. Nach 1945 staatlich betrieben, erlebten hier so manche Beelitzer besondere Momente. Viele sahen ihren großen Schwarm auf der Leinwand, andere tauschten die ersten verstohlenen Blicke mit der späteren großen Liebe aus. Nachdem 1991 der letzte Abspann lief, verfiel das Gebäude zusehends. Kürzlich hat die Stadt das Objekt bei einer Versteigerung erworben und will es nun – auch im Hinblick auf die Landesgartenschau – mit Städtebaumitteln sanieren.
 
„Zum einen möchten wir einen weiteren baulichen Missstand beseitigen, zum anderen soll das Gebäude aber auch wieder eine Zukunft bekommen“, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth beim Tag der Städtebauförderung am vergangenen Samstag. Am Nachmittag hatte die Stadt als neuer Eigentümer das Gebäude geöffnet und vielen Bürgern damit die Möglichkeit geboten, in Erinnerungen zu schwelgen. Erste Ideen sehen vor, dass hier Schulklassen regelmäßig Filme schauen können und an den Abenden vielleicht ein Programmkino eingerichtet wird. „2022 werden wir hier den Einführungsfilm zur Landesgartenschau in Beelitz zeigen und die Besucher auf erlebnisreiche Stunden in unserer Stadt einstimmen.“ Insgesamt 70 Personen könnten hier Platz finden, in angenehmer Clubatmosphäre mit bequemen Sesseln.
 
Die Bausubstanz des Kinos sei überraschend gut, wertete der Bürgermeister, auch nach Rücksprache mit Architektin Roswitha Störmer und Bettina Monschein vom Sanierungsträger Stadtkontor, die beide ebenfalls vor Ort waren. Im Vergleich zum Deutschen Haus, das im Februar nach anderthalbjähriger Sanierungszeit eingeweiht worden war, bräuchte es hier weit weniger Aufwand, um das Objekt in altem Glanz erstrahlen zu lassen. Die Wände werden noch fast in allen Ecken von Ornamenten und Bordüren geziert, der gut erhaltene Kachelofen steht noch in der Ecke, auch die Projektionsfläche an der Wand, eingefasst von Stuckelementen, könnte wieder so wie einst genutzt werden. Sogar der Balkon mit den beliebten Logenplätzen ist von der Statik her noch in Ordnung.
 
Darüber hinaus stecken in vielen Ecken noch Spuren früherer „Flimmerstunden“: Das kleine Büdchen, in dem die Kartenverkäuferin saß, wirkt bis auf Staub und Spinnenweben wie gerade erst verlassen. Die Preise des letzten Films, der hier gezeigt wurde, stehen immer noch über dem kleinen Fenster: Eine reguläre Karte einschließlich „Kulturabgabe“ kostete drei Mark, Rentner zahlen 1,50 M und Kinder eine Mark. Auch die Kammer, in welcher der Projektor stand, atmet noch den Duft von Zelluloid. Und die gut erhaltenen Holz-Sitzreihen auf dem Balkon sehen aus, als würden sie nur darauf warten, dass das Publikum in den nächsten Momenten Platz nimmt. All dies beflügelte die Erinnerung der zahlreichen Besucher am Samstag.
 
So wie die von Karl-Heinz Hocke. Ein weiterer denkwürdiger Filmmoment, der ihm gut präsent ist, ist die Premiere des Defa-Films „Der Mann, der nach der Oma kam“ mit Winfried Glatzeder und Herbert Köfer gewesen. Der Streifen wurde mitunter in Beelitz gedreht, als Statistinnen waren die Frauen der örtlichen LPG vor die Kamera gebeten worden. „Es waren wirklich heitere Momente, als man diese und jene dann auf der Leinwand wiedererkannte.“ Und es waren glanzvolle Momente – wenn man bedenkt, dass sich die eine oder andere Beelitzerin die Leinwand mit Horst Buchholz oder Patrick Swayze teilte.

 

Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (033204) 39 138
Fax (033204) 39 136
www.beelitz.de

 


Venus Lichstpiele Beelitz
Venus Lichtspiele Kino Beelitz

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