BEELITZ

INFORMATIONEN AUS DEM RATHAUS

Stadtführerin Isolde Komm in historischem Gewand
Stadtführerin Isolde Komm in historischem Gewand

Bilddatei © Fuchshuber Architekten GmbH
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Urlaubsgeschichten aus Fichtenwalde - AG Ortschronik bereitet neuen Geschichtsband vor       25. Februar 2021

 

Neue Werkbänke für den Hort der Kita Borstel      24. Februar 2021 externer Link
Rechtzeitig zum nahenden Frühlingsbeginn kann die Produktion von Nistkästen und anderen Holzerzeugnissen anlaufen: Der Hort der Fichtenwalder Kita "Borstel" konnte aus Spendenmitteln zwei moderne Werkbänke anschaffen, welche den kleinen Baumeistern ihre Arbeit erleichtern.

siehe auch :   Brunnen Kita Borstel

 

Die Kinder stehen im Vordergrund        22. Februar 2021 externer Link
Klare Strukturen, helle Farben, viele Fotos und noch mehr Informationen, schnell und direkt abrufbar: Die Beelitzer Kita "Kinderland" hat eine neue, professionelle Internetseite. Erstellt und gesponsert hat sie der Beelitzer Webdesigner Gino Lauschke.

 


Archiv     02     01


 

 

 

 

 

Bilddatei © Fuchshuber Architekten GmbH
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Beelitz  05.05.2021

Ein neuer Grundschulcampus in Beelitz

Im kommenden Jahr geht in Beelitz eine weitere Grundschule an den Start – mit insgesamt 600 Plätzen in drei bis vier Klassen pro Jahrgangsstufe. Die Einrichtung in freier Trägerschaft wird zusammen mit Kita, Hort, Sporthalle und Schwimmbereich den „Loris-Campus“ im derzeit entstehenden Wohnquartier in Beelitz-Heilstätten bilden. Darüber hat jetzt die in Potsdam ansässige Kinderwelt gGmbH informiert. Der Kinder- und Jugendhilfeträger betreibt mehrere Bildungseinrichtungen in Berlin und Brandenburg. Unter dem Dach der Kinderwelt gGmbH werden zurzeit über 2200 Kinder auf ihren ersten Schritten ins Leben begleitet.

    „Die Kinder werden hier nicht als leere Gefäße betrachtet, die mit Wissen gefüllt werden müssen, sondern als Persönlichkeiten, die auf ihrem individuellen Bildungsweg begleitet und unterstützt werden.“

Der Loris-Campus wird benannt nach Loris Malaguzzi, dem Mitbegründer der Reggio-Pädagogik – einem der international anerkanntesten elementar-pädagogischen Ansätze, der auch die Grundlage für das Schulkonzept der freien Schule in Beelitz bildet. „Die Kinder werden hier nicht als leere Gefäße betrachtet, die mit Wissen gefüllt werden müssen, sondern als Persönlichkeiten, die auf ihrem individuellen Bildungsweg begleitet und unterstützt werden“, heißt es in einer Mitteilung der Kinderwelt-Gesellschaft. Die Kinder würden ermuntert, ihre Welt selbstgeleitet zu erforschen und erhalten Unterstützung, wo sie sie benötigen. „Eigene Ideen zu äußern, sich eine Meinung zu bilden, diese zu vertreten und Kompromisse auszuhandeln, werden als wichtige Schritte zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit gefördert. In Projektarbeit werden verschiedenste Lernfelder bearbeitet, die im besten Fall von den Kindern selbst kommen, aber auch gemäß dem Rahmenlehrplan durch die Lernbegleiter initiiert werden.“ Dabei werde besonderer Wert auf eine interkulturelle und inklusive Haltung, das Vermitteln von Zusammenhängen nachhaltiger Entwicklung und eine altersgerechte Medienbildung gelegt. Die Projekte sowie individuelle Entwicklungsschritte werden gemeinsam dokumentiert und besprochen, eine Beteiligung der Eltern istausdrücklich erwünscht.

Schon jetzt können sich Eltern für das Schuljahr 2022/23 unter www.loris-campus.de anmelden. In den ersten beiden Jahren soll zunächst in einem der denkmalgeschützten Bestandsgebäude, dem ehemaligen Männersanatorium, unterrichtet werden.

 

Der eindrucksvolle Backsteinbau wird derzeit grundsaniert und ist mit seiner großzügigen Mehrzweckhalle eine optimale Übergangslösung“, hieß es. Im Schulneubau wird dann das Raumkonzept der Loris-Grundschule umgesetzt werden. Es soll den Kindern anregende Orte bieten, die zum Lernen und Forschen einladen und die Bildung von Lerngemeinschaften befördern. Die Räume sind strukturell und inspirierend angelegt und bieten weitestgehend Flexibilität. Der Hort wird direkt an das Schulgebäude angeschlossen und ermöglicht eine ganztägige Nutzung sämtlicher Materialien von Grundschule und Hort. Hier entstehen Räume, die in verschiedene Bereiche unterteilt werden, zum Beispiel eine Bibliothek mit Leseecke, Deutsch-Material und Ruheinsel oder ein Raum mit Brett- und Regelspielen, Bauecke und Mathematik-Materialien. Weiter gibt es ein Atelier, eine Werkstatt, ein Musikzimmer und einen Theaterraum, teilte die Kinderwelt-Gesellschaft mit.

„Wir sind stolz, einen so wesentlichen Teil zur Entwicklung dieses historisch bedeutenden Standorts beizutragen. Durch die enge Vernetzung der drei Einrichtungen Kita, Grundschule und Hort sowie die geplante Einbeziehung von Eltern und Großeltern, ortsansässigen Vereinen und lokalen Akteuren, werden wir mit dem Campus einen belebenden und beliebten Anlaufpunkt für die Menschen in Beelitz-Heilstätten schaffen“, so Gerald Siegert, Geschäftsführer der Kinderwelt gGmbH.

    „Der neue Campus wird das Bildungsangebot in Beelitz sehr bereichern. Die freie Schule hat ein alternatives und sehr interessantes Konzept, dadurch bekommen Eltern eine Wahlmöglichkeit.“

Im Beelitzer Rathaus sorgt die Ankündigung für Freude:  „Der neue Campus wird das Bildungsangebot in Beelitz sehr bereichern“, ist  Bürgermeister Bernhard Knuth sich sicher. „Neben den beiden Grundschulen in Trägerschaft der Stadt wird es dann auch eine freie Schule mit einem alternativen und sehr interessanten Konzept geben. Dadurch haben Eltern und Kinder eine Wahlmöglichkeit. Ich freue mich auch darüber, dass mit einer weiteren Kita das Betreuungsangebot in der Stadt noch vielfältiger wird und dass unsere kommunalen Tagesstätten auf diese Weise ein wenig entlastet werden. Denn Beelitz wird nicht nur allmählich größer, sondern durch den Zuzug von Familien auch immer jünger.“

Der Bau des neuen Schulcampus ist Teil der Quartiersentwicklung, die seit einiger Zeit in Beelitz-Heilstätten läuft: Die Berliner KW-Development-Gesellschaft schafft im einstigen D-Quadranten der früheren Lungenklinik ein Ortszentrum sowie Platz für 3500 neue Einwohner in Ein- und Mehrfamilien- sowie in Reihen und Doppelhäusern.

Herzliche Grüße aus der Spargelstadt Beelitz
Thomas Lähns    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

weitere Beiträge von Thomas Lähns

 

siehe auch : Kultur in Beelitz-Heilstätten

  

 

 

 

 

 

 

Beelitz  16.04.2021

Beelitzer Rathaus leuchtet am Wochenende zum Gedenken

wenn am kommenden Sonntag überall in Deutschland Kerzen in die Fenster gestellt werden, wird auch das Beelitzer Rathaus leuchten: Die Spargelstadt wird sich, wie bereits angekündigt, an der Aktion „#lichtfenster“ beteiligen, zu der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aufgerufen hat.
Von Samstag bis Montag werden in allen Fenstern des Verwaltungsgebäudes LED-Kerzen angehen, insgesamt 85 Leuchtelemente werden dafür aufgestellt. Mit den Kerzen soll der Toten der Corona-Pandemie gedacht werden.

„Wir finden die Idee der stillen Anteilnahme für jene, die an diesem unseligen Virus verstorben sind, sehr berührend und teilen diese Initiative von Herzen gern“, so Bürgermeister Bernhard Knuth. Die Kerzen und Lichter, so der Grundgedanke, sind ein besonderes Zeichen der Anteilnahme und des Mitgefühls für die Angehörigen. Viele Institutionen und die Kirchen haben sich der Aktion angeschlossen. Bundesweit sind laut Zahlen des Robert-Koch-Institutes seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr 75 000 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus verstorben.

„Auch hier in Beelitz hat es Todesfälle gegeben. Hinter jedem stehen Partner, Kinder und Enkel, die nun um einen geliebten Angehörigen trauern. Ich würde mir wünschen, dass die Einwohnerschaft auch für sie ein Zeichen setzt, unserem Beispiel folgt und ein Licht ins Fenster stellt“, erklärt der Bürgermeister weiter. Zugleich könne damit signalisiert werden, dass die Pandemie noch immer nicht ausgestanden ist und jeder sein Möglichstes tun sollte, um diese zu beenden.

Herzliche Grüße aus der Spargelstadt Beelitz
Thomas Lähns    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

 

 

 

 

 

Beelitz  15.04.2021

 

Ein Gartenfest auch für die Vögel

Die LAGA in Beelitz wird nicht nur ein Fest für große und kleine menschliche Besucher – sondern auch für gefiederte. Dieser Tage werden 60 moderne Nistkästen an den Bäumen auf dem künftigen Gartenschaugelände an der Nieplitz aufgehängt. Darin können sich künftig Meisen, Stare, Sperlinge, Rotkehlchen, Kleiber und viele weitere Arten ihr Heim einrichten. Weitere 120 Kästen sollen noch folgen.

„Wir richten unsere Gartenschau ganz bewusst auf Nachhaltigkeit aus, und dazu gehört auch, der heimischen Vogelwelt Raum zu geben - damit sie auch morgen noch in unserer Region anzutreffen ist“, erklärt Bürgermeister Bernhard Knuth. Fünf Nistkästen wurden auch im Beelitzer Stadtwald aufgehängt, am Rande der Pflanzung des Baumes des Jahres.

Die Kästen erschweren durch verschiedene Lochgrößen den Konkurrenzkampf zwischen kleinen und größeren Arten und bieten besonderen Schutz gegen den Zugriff von Räubern wie Waschbären oder Katzen, denn durch die Beschaffenheit aus Holzbeton finden diese Tiere keinen Halt an den Kästen. Sie sind auch langlebiger und atmungsaktiv und können mit wenigen Handgriffen, sobald ein Brutpaar wieder ausgezogen ist, gereinigt werden.

Einen weiteren Beitrag leistet die Stadt für die gefiederten Freunde mit dem Anlegen von Streuobstwiesen. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Wiesen, die für die Kinder der Stadt angelegt wurden und zum Teil ebenfalls auf dem Landesgartenschau-Gelände liegen, sollen auch in Zukunft Obstbäume im Stadtgebiet gepflanzt und die Anlagen – bis auf die Pflege der Gehölze selbst – der Natur überlassen werden. „Solche Streuobstwiesen sind ein idealer Lebensraum für Insekten und damit auch für Vögel und Kleinsäuger“, betont der Bürgermeister. Auch die Steinkäuze, die der Naturpark Nuthe-Nieplitz gemeinsam mit der Stadt hier auswildert, finden dort ausreichend Schutz und Nahrung.

„Und natürlich leisten die Vögel dann auch wieder einen wichtigen Beitrag für uns: Wenn wir unser Gelände für die Landesgartenschau öffnen, aber auch in der Zeit danach, werden nicht nur Ornithologen ihre helle Freude haben“, so der Bürgermeister, „sondern jeder, der sich über den Gesang der kleinen Vögel freut.“

Herzliche Grüße aus der Spargelstadt Beelitz
Thomas Lähns    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

 

 

 

 

 

 

Beelitz  15.04.2021

 

Magisches Holz für Stadtwald und LAGA-Gelände

In den Beelitzer Stadtwald hält die Magie Einzug: Denn die Stechpalme, von der zwei Exemplare heute gepflanzt worden sind, hat das Holz für Harry Potters Zauberstab geliefert. Auch abseits der Romane um den Zauberschüler verbindet sich mit dem Gehölz, dessen botanischer Name „Ilex aquifolium“ lautet, ein eine spannende Geschichte. So wird ihr ledriges, immergrünes Laub seit jeher auch als Schmuck zum Palmsonntag verwendet – daher auch der Name. An diesem Sonntag vor Ostern wird nach christlicher Tradition der Einzugs Jesu in Jerusalem gefeiert, wo er mit Palmwedeln begrüßt worden ist. Und da echte Palmen in Europa rar sind, wird auf diese Pflanze zurückgegriffen, die hierzulande als Zierpflanze sehr verbreitet ist. Ein weiterer Name lautet daher auch „Christusdorn“.

Wie in jedem Jahr haben Bürgermeister Bernhard Knuth und die Amtsleiter der Beelitzer Stadtverwaltung zusammen mit Förster Martin Schmitt zwei Exemplare des aktuellen Baumes des Jahres an dem Weg zum Waldspielplatz gepflanzt. „Es ist eine wertvolle und wichtige Tradition geworden, die mir sehr am Herzen liegt“, erklärte er. Gerade an diesem Ort würden viele Kinder vorbeikommen, aber auch Erwachsene, die hier Spazieren gehen oder den Waldfriedhof besuchen. Wie nebenbei erfahre man dann, dass der heimische Wald aus weit mehr als Kiefern besteht.

Seit 1989 kürt die Dr. Silvius Wodarz Stiftung den Baum des Jahres. Im Beelitzer Stadtwald sind alle Exemplare vertreten – von Flatterulme über Esche bis zur Winterlinde. Die ersten waren 2010 „in einem Rutsch“ von den Kindern der Naturkita „Sonnenschein“ gepflanzt worden, seither kommt immer im Frühjahr eine weitere Sorte hinzu. Zu jeder gibt es eine Tafel mit Infos zum Wesen, zur Verbreitung und zur Nutzung des Baumes.

Stechpalmen werden übrigens auch einen Platz auf dem LAGA-Gelände bekommen, und zwar auf dem Festspielareal. Dank ihrer leuchtend roten Beeren - die allerdings giftig sind - und der glänzenden Blätter ist die Ilex eine sehr schmückende Pflanze, und das auch in der kalten Jahreszeit. Die Bäume werden selten über zehn Meter hoch und gelten als Gewinner des Klimawandels, denn sie halten auch Trockenheit und höhere Temperaturen gut aus. Das harte und zähe Holz der Stechpalme wird kaum industriell verwendet, allenfalls für kleine Holzarbeiten nutzt man es, unter anderem für Spielzeug oder beim Instrumentenbau - und natürlich für Zauberstäbe.

Herzliche Grüße aus der Spargelstadt Beelitz
Thomas Lähns    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

siehe auch

Beelitz - 26-04.2018  Baum des Jahres hält Einzug im Stadtwald Beelitz

 

 

 

 

 

 

 

Beelitz  19.03.2021

 

Eine Orgel für Schäpe

Nach 76 Jahren sind in Schäpe endlich wieder Orgelklänge zu hören! Der Förderverein Schinkelkirche Schäpe e.V. hat jetzt ein Instrument für das in den vergangenen Jahren liebevoll sanierte Gotteshaus angekauft und aufstellen lassen. Finanziert wurde es aus Spenden von Schäper Bürgern, welche der Verein im Vorfeld eingeworben hatte, und Mitteln des Vereins selbst. „Damit ist für uns alle ein Traum wahrgeworden“, freut sich der Vorsitzende des Fördervereins Hartwig Remy.

Das Instrument hat eine weite Reise hinter sich, denn ursprünglich stand es in der Domkirche St. Victor in Xanten (Nordrhein-Westfahlen), also quasi am anderen Ende der Bundesrepublik. Es war eines von fünf Angeboten, aus denen die Schäper, allem voran der Gemeindekirchenrat und der Förderverein, mit Unterstützung des Bad Belziger Kantors Winfried Kuntz auswählen konnten. Kuntz ist auch Orgelsachverständiger der Landeskirche und hatte bereits vor drei Jahren seine Hilfe angeboten. Nun hatte er auch mit den Anbietern verhandelt, der Kaufpreis wurde letztendlich auf 8000 Euro festgesetzt.

Bei dem Instrument handelt es sich um eine Simon-Orgel mit sechs Registern. Sie hat eine Höhe von gut 2,50 Metern und ist 1,90 Meter breit. Aufgestellt wurde sie Anfang März vom Michendorfer Orgelbaumeister Stegmüller, nachdem sie aus Xanten abgeholt worden war. Aufbau und Transportkosten lagen noch einmal bei 4500 Euro.

Zur ursprünglichen Schäper Orgel gibt es übrigens recht detaillierte Informationen: Sie kam am 6. April 1886 in Beelitz-Heilstätten an und wurde damals per Fuhrwerk nach Schäpe gebracht. „Diesen Transport übernahmen die Bauern Friedrich Bölke und Albert Schwericke“, berichtet Hartwig Remy. Eingebaut wurde sie dann von den Zimmerleuten Wilhelm Frohloff und Otto Zimmermann, beide aus Beelitz. Die Kosten für die Orgel betrugen damals 576 Mark, hinzu kamen Transport und Einbau, was noch einmal unterm Strich gut 110 Mark kostete. Die Malerarbeiten übernahm Walter Klingbeil aus Beelitz, so verraten es die Aufzeichnungen. „Es gab noch lange keine Elektrizität, und somit musste der Balg noch getreten werden musste“, so Remy. Auch dazu gibt es einen Namen: An Karl Hornig wurden in der ersten Zeit 40 Mark im Jahr für genau diese Aufgabe gezahlt.

Zerstört wurde die Orgel am 29.April 1945 durch Granaten-Beschuss, der auch die Kirche selbst stark in Mitleidenschaft gezogen hatte – was dann für Folgeschäden bis in unsere Zeit gesorgt hatte. 2012 begann nach langen Vorüberlegungen und -arbeiten die Sanierung der Schinkelkirche. Schon damals hatte man im Hinterkopf, dass man auch eine Orgel brauchen würde – doch trat diese Aufgabe erst einmal hinter dem weitaus größeren Projekt zurück. Nachdem das Turmdach durch den Förderverein saniert werden konnte, begleitete die Stadt Beelitz als Partner die weiteren Bauabschnitte und konnte dafür Eigen– und Fördermittel von der EU einsetzen.

Heute, nach Abschluss der Sanierungsarbeiten, kann das Gotteshaus dann auch für kulturelle Zwecke wie Konzerte genutzt werden – jetzt umso mehr. Hartwig Remy: „Wir freuen uns sehr über die Orgel – und wir freuen uns, wenn wir sie gemeinsam mit den Schäpern einweihen können.“ 

 

Herzliche Grüße aus der Spargelstadt Beelitz
Thomas Lähns    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

  

 

 

 

 

 

 

 

Beelitz  02.03.2021

 

Die Tischdecke per Mausklick

Von ihrem Vierseithof in Wittbrietzen aus statten Peter und Katrin Reichel Hochzeiten und Restaurants in ganz Deutschland mit festlicher Mietwäsche aus

Von Antje Schroeder


Ein Vierseithof mit großem Holztor gegenüber vom Gemeindezentrum in Wittbrietzen. Ein Eingang, wie es sie oft gibt in den Dörfern rund um Beelitz. Doch dieses Tor ist etwas Besonderes: Dahinter verbirgt sich der Traum vieler Hochzeitspaare. 20.000 Servietten, Tausende von Tischdecken in verschiedenen Größen, Formen und Farben – weiß, sektfarben und kariert – lagern hier in den Regalen eines Anbaus. Dazu Tischläufer, Stuhl- und Tischhussen, Skirtings für das Buffet – Textilien aller Art, um das große Fest noch ein bisschen festlicher zu machen.

Von diesem Anwesen aus betreiben Peter und Katrin Reichel ihren Textilservice. Bundesweit verschicken die beiden ihre Mietwäsche, statten Restaurants, Hochzeiten und sonstige Feiern und Großveranstaltungen aus. Auch einige Gaststätten in Beelitz mieten ihre Tischdecken bei dem Familienunternehmen. Der neueste Schrei sind fertig gebundene Schleifen, die nur noch über die mit Hussen bezogenen Rückenlehnen der Stühle gestreift werden müssen und einer festlich-weißen Hochzeitslocation einen individuellen Farbtupfer geben.

Wäsche im Wert von 120.000 Euro lagert in dem Vierseithof, ein Teil befindet sich bei den Restaurantkunden oder in der Wäscherei, die die Reichels mit der Reinigung beauftragen. „Wir können sofort loslegen“, sagt Peter Reichel. Das Geschäft läuft komplett über die beiden Online-Seiten der Firma. Die Kunden müssen nur mit ein paar Klicks die gewünschte Wäsche und den Zeitpunkt aussuchen, den Rest erledigt die Firma. Drei Tage vor dem Termin wird die Wäsche über einen Paketdienst versandt, nach sieben Tagen Mietdauer wieder eingesammelt und gereinigt. Acht bis zehn Tonnen Wäsche im Monat kommen so in normalen Zeiten zusammen.

Das Mietgeschäft läuft gut, zumindest wenn nicht gerade Corona ist. In den letzten Jahren ist der Umsatz jährlich um 20 Prozent gewachsen. Über Zahlen zur Höhe des Umsatzes oder Gewinns schweigen sich die Reichels aus. Das Geschäft sei aber profitabel. Das habe auch schon für den vorherigen Bügelservice gegolten, sagt Peter Reichel.

Dabei haben die Reichels ihr Unternehmen im Jahr 2004 ursprünglich aus der Arbeitslosigkeit heraus gegründet. Mit 40 wollte den gelernten Elektriker Peter Reichel damals niemand mehr einstellen. Katrin Reichel konnte wegen einer Mehlallergie nicht mehr in ihrem erlernten Beruf als Bäckerin arbeiten. Also gründeten die beiden kurzerhand einen Bügelservice, um den Kunden die ungeliebte Hausarbeit abzunehmen.

    „Am Anfang war es schwierig, wir wurden oft belächelt.“

„Am Anfang war es schwierig“, erinnert sich Katrin Reichel. „Wir wurden oft belächelt.“ Bügelservice, das klang für viele Banken wohl nach ganz alter Schule. Für das vermeintlich unlukrative Geschäftsfeld wollte niemand einen Kredit bereitstellen. Doch die Reichels ließen sich nicht beirren, kauften aus eigenen Mitteln eine professionelle Bügelstation und boxten sich durch – und das Geschäft wurde immer mehr. So viel, bis die Reichels vor Arbeit nicht mehr aus noch ein wussten und im Jahr 2014 schließlich die Notbremse zogen. „Wir haben uns entschieden, alles umzustrukturieren und uns auf das Mietwäschegeschäft zu konzentrieren“, sagt Peter Reichel.

Zum Geschäftserfolg gehören eine ausgefeilte Logistik und eine clevere Vermarktungsstrategie. Einen dreistelligen Betrag geben die Reichels monatlich an Internetwerbung, so genannten Google Ads, aus, damit ihre Webseiten bei der Suche nach Tischdecken ganz oben stehen. In einem eigenen Podcast beleuchten Peter Reichel und sein Geschäftspartner Benedikt Schulz mit diversen Fachleuten alle Fragen um eine gelungene Party – von der Planung über die Fotografie, dem Feuerwerk bis hin zur kirchlichen Trauung. Schulz, Mitgründer des Beelitzer Restaurants „Lokal Genial“ und heute selbständig als Online-Marketing-Experte, hat auf der Seite auch einen Blog zum Thema Mietwäsche begonnen. Darin kann man unter anderem lernen, wie man Servietten richtig „bricht“, also faltet. Und was es sonst mit der dem meist 50 mal 50 Zentimeter großen Stoffstück auf sich hat – der französische Name „kleine Dienerin“ beispielsweise rührt daher, dass die Tafelgäste dank der Serviette nicht mehr Hände und Mund an der eigenen Kleidung abwischen müssen.

Im vergangenen Jahr wollten die Reichels eigentlich eine Halle mit eigenen Waschautomaten errichten und das Geschäft komplett digitalisieren. Mit eingenähten Chips sollte jedes Wäschestück über den gesamten Verleih- und Reinigungsprozess verfolgbar sein, um die Logistik noch effizienter zu machen. Diese 800.000-Euro-Investition liegt nun erstmal auf Eis. Das Geschäft ist coronabedingt eingebrochen. Statt zuvor rund 1000 Hochzeiten haben die Reichels im vergangenen Jahr gerade mal fünf ausgestattet. Hinzu kommen die Schließungen der Restaurants im Lockdown. Die ersten Restaurantkunden in Süddeutschland haben bereits aufgegeben – und die Reichels haben ihre vermietete Wäsche nicht wiedergesehen. Doch Peter Reichel ist alles in allem optimistisch. „Wir werden es überleben“, sagt Reichel. „Sobald es freigegeben ist, feiern die Leute wieder.“

 

 

Weitere Infos im Internet :

https://mietwaesche.shop

https://textilservice-reichel.com

 

 

 Weitere Infos intern :

 

 www.textilservice.web-bb.de

 

 siehe auch :    Beelitz bittet zu Tisch

 

 


 

 

 

 

 

 

Beelitz  25.02.2021

 

Urlaubsgeschichten aus Fichtenwalde - AG Ortschronik bereitet neuen Geschichtsband vor

Es sind berührende Episoden, spannende Geschichten und nostaltisch anmutende Fotos, welche die Fichtenwalder AG Ortschronik zu einem bislang kaum beachteten Kapitel der Zeitgeschichte zusammengetragen hat: Die Bungalow-Urlaube zu DDR-Zeiten. Viele Menschen, die einst ihre Betriebsferien in Fichtenwalde verbrachten, waren einem Aufruf gefolgt und haben ihre Erinnerungen geschildert. Das Ergebnis soll im dritten Band der "Fichtenwalder Geschichten" veröffentlicht werden - rechtzeitig zur Landesgartenschau 2022.

Fichtenwalder Ortschronisten wollen Forschungen zu DDR-Ferien bis zur LAGA im 3. Geschichts-Band verewigen  

Einiges ist nun schon zusammengekommen zum Thema „Ferien im Bungalow in Fichtenwalde“. Neben den eigenen Recherchen zur diesbezüglichen Orts- und DDR-Geschichte in Archiven, Bibliotheken, per Internet, Telefon und Gesprächen im Ortsteil kann Günter Neue von der AG Ortschronik Fichtenwalde inzwischen auch über zum Teil berührende Erlebnisse und Episoden von Menschen berichten, die zu DDR-Zeiten Urlaub in der Fichtenwalder Idylle gemacht haben. Nach einem Aufruf in den Beelitzer Nachrichten, einem Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung und anderen Medien sowie Flyern in Briefkästen zu dem Forschungsvorhaben der Chronisten-AG haben sich bislang einige Zeitzeugen - zum Teil auch mit Fotos - gemeldet, zum Beispiel aus Bernburg, Bad Dürrenberg, Wittenberg und Vockerode. Die älteste ist eine 91-Jährige aus der Lutherstadt Wittenberg, die berichtet hat, „wie emotional das war“. Sie hatte bis 2008 in der Lessingstraße einen Bungalow nutzen können. Dann seien Vertreter der 3./4. Generation des West-Eigentümers gekommen und hätten in einem „sehr rüden Ton“ den Anspruch auf das Grundstück geltend gemacht. Der Bungalow musste abgerissen werden, aber den Zaun durfte sie stehen lassen. Post bekam Günter Neue auch von einer Familie aus Wittenberg, die Urlaub in einem Bungalow der PGH Tischlerhandwerk Ausbau Halle gemacht hat. Sie habe geschrieben, wie mühselig der Aufbau und die Materialbeschaffung waren. Die „Gast“-Betriebe hatten per Verordnung sämtliches Baumaterial aus ihrem Heimatkreis mitbringen müssen; es durfte nicht in Potsdam-Land besorgt werden. Andere erzählten in ihrer Post Episoden vom Pilzesammeln und Fernweh-Gucken an der Autobahn. Auch solche Episoden sollen in die Dokumentation aufgenommen werden.

Günter Neue, der selbst seit 1998 auf dem einstigen elterlichen Urlaubsgrundstück in Fichtenwalde lebt, hat auch in alten DDR-Gesetzblättern gestöbert und die Arbeit über die betrieblichen längst bis zu privaten Pächtern von früheren Urlaubsgrundstücken ausgeweitet. Weil die Plätze in den großen FDGB-Erholungsheimen bei weitem nicht ausreichten, hatte der Ministerrat der DDR am 10. Mai 1979 die Verordnung über die Nutzung betrieblicher Erholungseinrichtungen“ beschlossen, berichtet der 75-Jährige. „Darin war festgelegt, dass die Betriebe eigene Urlaubsplätze für ihre Beschäftigten schaffen mussten. Seit 1951 wurden dazu konkrete Vereinbarungen zwischen Betriebsleiter und Betriebsgewerkschaftsleitung in jährlichen Betriebskollektivverträgen verbindlich geregelt.“ Die Betriebe hatten sich auch verpflichten müssen, Fichtenwalde beim Ausbau der Infrastruktur durch Geldleistungen, Materialbeschaffung oder Baukapazitäten zu unterstützen.

Etwa 45 Betriebe und Einrichtungen aus Bitterfeld, Dessau, Halle, Köthen, Leipzig, Mansfeld, Merseburg, Wittenberg und anderen Orten der Region hatten betriebliche Erholungseinrichtungen auf von der Gemeinde verwalteten und verpachteten West-Grundstücken betrieben. So finden sich zum Beispiel Betriebsnamen wie VEB Möbelwerk Mansfeld, LPG Tierproduktion Dessau, Technische Hochschule „Carl Schorlemmer“ Leuna in Merseburg, die mit zweimal fünf Bungalows in der Charlottenburger Straße eine der größten Bungalowsiedlungen hatte, Konsumgenossenschaft Bitterfeld, PH Köthen und Großkelterei Rötha in den Unterlagen. Zu den betrieblichen Urlaubsgrundstücken kamen etwa 680 private hinzu. Rund 600 Grundstücke waren noch bis zur Wende zu Erholungszwecken an Bürger vor allem aus dem sogenannten Chemiedreieck Halle-Merseburg-Bitterfeld verpachtet, weiß Günter Neue. Dabei waren es beileibe „keine Bonzen-Bungalows“. Einige seien vom Bautyp „Luckenwalde“ gewesen. Auch die damals üblichen Gartenmöbel aus Stahlrohr fanden sich gleichermaßen auf vielen Urlaubergrundstücken. Die meisten privaten Pächter kamen aus Halle (fast 70 %), Potsdam, Leipzig, Chemnitz und Frankfurt (Oder). Heute zeugen nur noch wenige verbliebene Ferien-Bungalows von dieser historischen Epoche. Günter Neue hat gleich nebenan noch ein solches Relikt zu stehen – es wurde damals vom VEB Apparate- und Chemieanlagenbau Reinsdorf (Landkreis Zwickau) vermietet. Heute gehört das Grundstück einer Spandauerin, die einen Neubau nutzt.

Die AG Ortschronik, der sechs Mitglieder unter Leitung von Katrin Grün angehören, sammelt und sichtet die eingehenden Zeitzeugen-Dokumente und entscheidet sich dann für die Verwendung in ihrer Broschüre Heft 3 „Fichtenwalder Geschichte(n)“. Gern möchten die Ortschronisten das neue Heft spätestens bis zum Beginn der Landesgartenschau 2022 fertiggestellt haben. Ziel sei es, bei der geplanten Präsentation des Ortsteils Fichtenwalde im Mai 2022 im „Garten der Ortsteile“ auf dem LAGA-Gelände das neue Heft zu präsentieren und den Gartenschau-Besuchern Leseproben aus allen bisher erschienenen drei Geschichten-Bänden zu „servieren“. Wer das spannende Projekt der Fichtenwalder Ortschronisten noch unterstützen möchte, kann sich mit Erinnerungen, Fotos, Postkarten, Schriftstücken gern noch schriftlich melden bei Günter Neue, Potsdamer Straße 20, 14547 Beelitz / OT Fichtenwalde oder auch per Email an FIWA-Geschichte@web.de.   

Text Claudia Krause
 

Archiv     02     01