Beelitz - 01.07.2020   

Brot für Kitas und Schulen auf kurzem Lieferweg

die Kinder in den Beelitzer Kitas und Schulen beißen in letzter Zeit noch herzhafter in ihr Pausenbrot – denn statt abgepackter Industrieware wird nur noch frisches Brot aus der Backstube der Beelitzer Bäckerei Exner serviert. Mit kreativen Sorten wie Doppelback, Dinkel-Bronze, Buttermilch- und Vollkornbrot werden Frühstück und zur Vesper gleich nochmal so lecker und nahrhaft. Die Stadtverwaltung war in diesem Jahr an den ortsansässigen Familienbetrieb herangetreten und hatte gefragt, ob er nicht Interesse hätte, die Einrichtungen zu versorgen.

Mit der Liefervereinbarung mit Exner baut das Rathaus die Riege der regionalen Kooperationspartner für die kommunale Küche im Platanenring weiter aus. Bereits seit gut drei Jahren liefert die Beelitzer Nudelwerkstatt ihre schmackhaften Fusiloni, Bandnudeln und Spaghetti und sorgt damit regelmäßig für leergegessene Teller. Auch Obst und Gemüse bezieht die Küche, die täglich rund 1200 Malzeiten am Hauptstandort in der Kita Kinderland und am Nebenstandort in Fichtenwalde zubereitet, von Betrieben aus der Region.

„Schon die Tatsache, dass wir als Stadt eine eigene Küche für unsere Bildungs- und Betreuungseinrichtungen betreiben, ist eine echte Errungenschaft“, sagt Bürgermeister Bernhard Knuth. „Dass wir diese auch nutzen, um unseren Kindern hochwertige Malzeiten, zubereitet aus möglichst vielen regionalen Produkten, anzubieten, liegt da auf der Hand. Die Zusammenarbeit mit Betrieben aus der Stadt und der Region bringt für alle Seiten etwas: Wir wissen, dass wir uns in punkto Qualität auf unsere Unternehmen verlassen können, diese wiederum haben mit unserer Küche einen sicheren Abnehmer. Die Eltern sind froh, dass ihre Kinder auch tagsüber gut versorgt sind – und den Kleinen schmeckt es einfach.“ Mit der Bäckerei Exner habe man nun einen Partner, der für Qualität und auch Kreativität steht. „Kinder mögen Abwechslung auf dem Teller, einfach nur Brot mit etwas drauf, reicht nicht. Ich bin mir sicher, dass die Bäckerei Exner diese Erwartungen mit ihren hochwertigen Backwaren voll erfüllen wird.“

„Ich hatte mich schon früher einmal beworben und freue mich, dass wir nun als regionaler Handwerksbetrieb die Kitas beliefern dürfen“, sagt Firmeninhaber Tobias Exner. Er lobt die Initiative, den Kindern eine ausgewogene Ernährung anzubieten. „Meine Kinder gehen ja auch in Beelitz in die Kita und die Schule.“ Exner ist ohnehin sehr aktiv in der Stadt, lädt jedes Jahr 1000 Kinder zum vorweihnachtlichen Keksebacken ein.

Der Firmenchef sieht die Lieferbeziehung als gemeinsames Projekt mit der Stadt. „Ich habe ein gutes Angebot gemacht.“ Der mittelständische Familienbetrieb hat in den letzten Jahren expandiert und beschäftigt mittlerweile in der Backstube im Beelitzer Gewerbegebiet und in den 40 Fachgeschäften bis hin nach Potsdam und Berlin 270 Mitarbeiter. 2500 – 7000 handgemachte Brote verlassen täglich die Backstube. Ganz klein ist das Unternehmen also nicht mehr. Dennoch fällt es Exner oft genug schwer, Lieferkunden vor Ort zu finden. Das gilt besonders für Krankenhäuser und Altenheime. „Sie haben dort sehr oft Tiefkühlprodukte. Das hat nichts mit Genuss und gesundheitsbewusster Ernährung zu tun“, sagt Exner. Schon einige Male hat er an Ausschreibungen teilgenommen - vergeblich. „Ich habe wahnsinnig scharf kalkuliert, aber mein Angebot ist selten zum Tragen gekommen.“

Die Absage an frisches Brot ist für den Bäcker auch eine Frage des gesellschaftlichen Umfelds. „Entweder man will es als Gesellschaft oder nicht“, sagt Exner. Zumindest in den Filialen und den Cafés läuft das Geschäft nach einem Corona-bedingten Einbruch im März wieder. Exner zufolge kommen sogar zehn Prozent mehr Kunden als vor Ausbruch der Corona-Krise. „Handwerklich hergestellte, regionale Backwaren sind voll im Trend“, sagt der Bäckereichef.

 

Handwerk jetzt also auch in den Kitas und Schulen in Beelitz. Selbstverständlich hat   Küchenchef Jens Gaede   im Vorfeld ein Probebrot verkostet und für gut befunden, besonders das Doppelback. „Es ist etwas teurer bisher, aber die Qualität ist eine ganz andere“, sagt der Küchenmeister. „Wir unterstützen die Wirtschaft vor Ort, die Lieferwege sind kurz, das Brot ist frisch und enthält keine Konservierungsstoffe“, so Gaede.  „Das Brot ist lecker“, sagt auch der kleine Paul, der gerade auf dem Weg in die Kita ist. Die Leitung der Kita Kinderland begrüßt es, dass die Kinder jetzt frisches Brot zum Essen bekommen. „Wir sind ja eine Gesundheitskita“, sagt Tilo Fuhrmann, der mit seiner Kollegin Sabine Wicht die Kita leitet. „Uns ist eine ausgewogene Ernährung sehr wichtig und wir finden es gut, dass es keine abgepackten Brote mehr gibt.“ Das Brotangebot komme sehr gut an. Schon alleine, dass die Kinder zwischen verschiedenen Brotsorten wählen können, fänden alle sehr gut. Nur das Körnerbrot sei noch ungewohnt.

 

Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
beelitz.de

 

 

Beelitz - 30.06.2020

 

Für die Zukunft der Wälder

Extreme Trockenheit, Waldbrände und die Zunahme von Schadinsekten gehen nicht spurlos an den Wäldern in Brandenburg vorüber. Deshalb hat der Landesbetrieb Forst Brandenburg eine Beratungsinitiative für Waldbesitzer gestartet: Wie kann man selbst aktiv werden? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Welche Parner kann ich ansprechen? Antworten gibt es auf der neuen Internetseite www.ihrwaldbrauchtzukunft.de.

„Laubbäume pflanzen und säen und den Wald aktiv pflegen – das ist in den nächsten Jahren die wichtigste Aufgabe all derer, die Wald besitzen“, erklärte Brandenburgs zuständiger Minister Axel Vogel (Grüne) in einer Pressemitteilung. Aber allein durch Saat und Pflanzung von Laubbäumen sei es nicht zu schaffen. „Wir müssen auch die Kräfte der Natur nutzen. Die Bäume sorgen mit ihren Samen und Früchten selbst für Nachwuchs. Auch Tiere, wie der Eichelhäher, unterstützen dies.“ Zu viele Rehe und Hirsche hingegen würden als verbeißendes Schalenwild die jungen Bäume schädigen und verhindern so den natürlichen Mischwald. Daher müsse hier auch durch jagdliche Maßnahmen Einfluss genommen werden.

Der Aufbau der dringend notwendigen Mischwälder sowie die Anlage von Waldrändern wird zudem mit Fördermitteln unterstützt. Darüber hinaus werden neben dem Waldumbau auch Maßnahmen zum vorbeugenden Waldbrandschutz – bis zu 100 Prozent – gefördert. Durch die zunehmende Trockenheit im Zuge des voranschreitenden Klimawandels nimmt auch die Waldbrandgefahr weiter zu. Nutzen Sie die Fördermöglichkeiten und machen Sie Ihren Wald durch den Bau von Löschwasserentnahmestellen, die Herrichtung von Waldbrandschutzwegen und die Anlage von Schutzstreifen sicherer.

Die Försterinnen und Förster des Landesbetriebes Forst Brandenburg sowie freiberufliche forstliche Berater helfen privaten Waldbesitzern und beraten zu allen Fragen rund um Ihren Wald. Zusammenschlüsse, wie die Forstbetriebsgemeinschaften und die Waldbauernschule, unterstützen die über 93.000 kleinen Waldbesitzer, die Waldflächen von bis zu 10 Hektar ihr Eigen nennen. „Bitte nutzen Sie diese Möglichkeiten und Angebote, um Ihren Wald für den Klimawandel vorzubereiten und so in eine stabile Zukunft zu führen“, so Minister Vogel.

beelitz.de

 

siehe auch : MLUK  Reaktion auf Trockenheit

 

Arbeiten am Beelitzer Skater-Park schreiten voran

 

Beelitz - 26.06.2020

Arbeiten am Beelitzer Skater-Park schreiten voran

die jüngere Generation in Beelitz hat bald einen Grund mehr, nach der Schule nochmal vor die Tür zu gehen: Mit Skateboard, Longboard oder anderen Formen „rollender Bretter“ können Kinder und Jugendliche ab dem Spätsommer Kunststücke üben und ihre Freunde mit tollkühnen Tricks beeindrucken - und das auf einer professionellen Anlage, die immer wieder neue Herausforderungen bietet. Im Frühjahr ist mit dem Bau des neuen Skaterparks am Fuße des Wasserturms, unmittelbar hinter dem Gymnasiums-Gelände, begonnen worden. Die Bodenarbeiten sind mittlerweile schon gut vorangeschritten, auch die Zuwegung von der Karl-Liebknecht-Straße aus nimmt Form an. Im Juli werden voraussichtlich die ersten Elemente installiert. Die Tief-, Garten- und Landschaftsbauarbeiten hat die Beelitzer Firma Schielicke übernommen, für den Bau der Skateanlage selbst wurde die Firma X-Move aus Stockstadt am Main beauftragt.

„Im Moment wird die Winkelschutzwand installiert“, berichtet Michel Weber vom zuständigen Berliner Planungsbüro SWUP. „Die Wand soll eine Abgrenzung der Anlage zur Bahnstrecke hin schaffen und kann dann auch als Fläche für Graffiti-Künstler genutzt werden.“ Stadtverwaltung und Planer haben von Anfang an vor allem die künftigen Nutzer im Fokus gehabt – und sie bei der Konzeption der Anlage auch gleich miteingebunden. So wurden an den Schulen Projektwerkstätten veranstaltet, bei denen angehende und schon routinierte Skater ihre Vorstellungen äußern konnten. „Die Kinder und Jugendlichen finden ihre Ideen wieder, so entsteht neben insgesamt sieben Skate-Elementen wie Quarterpipe, Pool und anderen Schikanen zum Beispiel auch eine sogenannte Lümmelbank, die wie ein überdimensioniertes Board aussieht“, so Planer Weber.

„Ich bin sehr froh und auch ein bisschen stolz, dass wir hier ein Projekt umsetzen, das ausdrücklich für den Nachwuchs in unserer Stadt gedacht ist und dabei nichts mit Kita oder Schule zu tun hat“, erklärt Bürgermeister Bernhard Knuth. „Bei allen Investitionen, welche wir zurzeit im Vorfeld der Landesgartenschau 2022 oder in der Verkehrsinfrastruktur sowie in vielen weiteren Bereichen umsetzen, dürfen auch die Bedürfnisse der jüngeren Beelitzer nicht vergessen werden.“ Dass die Stadt dafür Fördermittel einsetzen kann, sei ein echter Glücksfall.

Insgesamt gut sechs Millionen Euro kann Beelitz mit Geld aus dem Bundesprogramm „Zukunft Stadtgrün“ rund um den Wasserturm ( Apoll ) einsetzen. Auf dem rund neun Hektar großen Gelände zwischen Bahntrasse und Karl-Liebknecht-Straße entsteht neben dem Trendsportbereich, der außer den Skater-Elementen auch drei Bodentrampoline vorsieht, in einem zweiten Bauabschnitt auch ein neues Freibad mit natürlicher Wasseraufbereitung. Das in Form eines Naturbadesees aber trotzdem mit Beton angelegte Bad soll das derzeitige Freibad an der Nieplitz ersetzen, das dringend saniert werden müsste. Die Kosten dafür wären aufgrund des hohen Grundwasserspiegels aber nicht überschaubar.

Das Schwimmbad wird neben einem Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich auch einen Sprungfelsen und eine Hangrutsche bekommen. Großzügige Freiflächen unterhalb der Böschung und eine weitläufige Liegewiese werden gemeinsam mit den Schwimmbecken in der Senke integriert. Das Bad kann auch für das Schulschwimmen genutzt werden. Derzeit werden die Planungen noch abgestimmt. In einem dritten Bauabschnitt soll dann der eigentliche Parkbereich rund um den Wasserturm aufgewertet werden. Unter anderem sind Walkingstrecken mit Trimm-Dich-Stationen geplant.

Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (033204) 39 138
Fax (033204) 39 136
www.beelitz.de

 

Skate Skatepark

 

Venus-Lichtspiele Beelitz

 

Beelitz - 24.06.2020

 

Altes Kino nun unter Denkmalschutz

Das Landesamt für Denkmalpflege hat die „Venus-Lichtspiele“ in die Denkmalliste aufgenommen. Darüber informierte Bürgermeister Bernhard Knuth in dieser Woche im Hauptausschuss. Die Stadt hatte das Gebäude, in dem seit den 1930er Jahren Vorführungen liefen und in dem viele Generationen von Beelitzern ihre Lieblingsfilme über die Leinwand flimmern sahen, vor rund zwei Jahren  bei einer Auktion ersteigert. Nach 30 Jahren Leerstand soll es neu belebt werden.

 


Die Eintragung in die Denkmalliste bedeutet nicht nur eine Anerkennung des kulturhistorischen Wertes der „Venus-Lichtspiele“, sondern eröffnet auch die Möglichkeit, Fördermittel zu beantragen. Geplant ist die Sanierung und Nutzung im Zuge der Landesgartenschau 2022 und danach als Programmkino für die Beelitzer. Für die Gestaltung des Innenraumes gibt es bereits erste Entwürfe, zudem sind die Schäden am Dach behoben worden. Für die nächsten Schritte wird nun auf eine Bestätigung vonseiten der Landesregierung gewartet.




i.V.m.
Beelitz - 08.05.2019

Große Perspektiven für ein kleines Kino - Tag der Städtebauförderung in Beelitz

es ist ein weiterer Schatz aus vergangenen Tagen, den die Stadt Beelitz unlängst gehoben hat: Die Venus-Lichtspiele in der Clara-Zetkin-Straße 194, ab den 1930er Jahren beliebtes und zu DDR-Zeiten einziges Kino der Stadt. Nachdem der Betrieb 1991 eingestellt wurde, verfiel das Gebäude zusehends und wurde aus der Insolvenzmasse des bisherigen Eigentümers von der Stadt erworben. Beim Tag der Städtebauförderung am kommenden Samstag werden die Venus-Lichtspiele geöffnet.
 
„Mittlerweile ist das Gebäude aufgemessen und im Grundriss erfasst worden. Wie wir das Kino wieder mit Leben füllen, wird gerade in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Bauen und Verkehr, mit dem Sanierungsträger und der Denkmalschutzbehörde abgestimmt“, erklärt Bürgermeister Bernhard Knuth. Nach ersten Überlegungen soll das Kino hergerichtet und künftig von den Schulen für Filmvorführungen genutzt werden. Auch als Programmkino an den Abenden könnten die Venus-Lichtspiele eine neue Zukunft bekommen. „Wir nehmen auch gern Ideen auf, und dafür ist der Tag der Städtebauförderung eine sehr gute Gelegenheit.“
 
Von 13 bis 16 Uhr wird das Gebäude am Samstag geöffnet sein, vor Ort kann man sich ein Bild vom Zustand des einstigen Lichtspielhauses, das Platz für 200 Zuschauer bot, machen. Der ein oder andere wird dabei vielleicht auch an frühere Kinobesuche erinnert werden.
 
Für die Sanierung – die Fassade an der Straße soll nach dem historischen Vorbild rekonstruiert werden – möchte Beelitz Fördermittel aus dem Städtebaufonds einsetzen. „Für eine Stadt ist es wichtig, dass solche Schlüsselobjekte, die Tradition und Geschichte haben, auch eine Zukunft bekommen“, so der Bürgermeister. Das bewahrt Identität und hat auch pragmatischen Nutzen, denn statt Leerstand entsteht Leben. Das habe man auch mit vielen anderen Objekten wie dem Deutschen Haus, dem ehemaligen Hotel Zum goldenen Stern oder der Alten Posthalterei so gemacht.
 
Der Tag der Städtebauförderung wird seit fünf Jahren bundesweit begangen und soll eine Bühne zur Präsentation von Vorhaben in Städten und Gemeinden bilden. In diesem Jahr beteiligen sich über 1000 Kommunen an der Aktion.
 
Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (033204) 39 138
Fax (033204) 39 136
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Sturm auf die Kletterspinne Kita „Kinderland“ Beelitz

 

Beelitz - 30.06.2020

 

Sturm auf die Kletterspinne

Seit heute können sich die Kinder der Kita „Kinderland“ hoch hinaus wagen: Die Stadt hat für die Betreuungseinrichtung eine Kletterspinne angeschafft und auf dem Außengelände nahe der Oberschule aufbauen lassen. „Das ist aber nur der Anfang“, verriet Bürgermeister Bernhard Knuth den Kindern, „denn wir werden noch weitere tolle Sachen für Euch hier bauen, zum Beispiel einen Wasserspielplatz.“ Für den hat die Stadt bereits Fördermittel aus dem EU-ELER-Fonds vom Land bewilligt bekommen, mit dem Projekt soll die pädagogische Ausrichtung als Gesundheitskita unterstützt werden.
 


Zurzeit wird die mit rund 350 Betreuungsplätzen größte Tagesstätte der Stadt umfassend saniert. Arbeiten in den Räumen des vor knapp 40 Jahren errichteten und seither immer wieder veränderten Gebäudes im Platanenring laufen. Für die Kinder selbst stand aber erst einmal die neueste Errungenschaft im Mittelpunkt: Wie flinke  Ameisen stürmten sie das größtenteils aus gespannten Seilen bestehende Klettergerät, das immerhin 45 000 Euro einschließlich der Installation gekostet hat, dafür aber auch mindestens 15 Jahre halten soll. „Die Kinder haben so etwas schon seit längerem vermisst, sie brauchten dringend ein Klettergerät“, sagte Tilo Fuhrmann vom Kita-Leitungsteam.
 


Für zusätzlichen Ansporn beim Premieren-Aufstieg sorgte aber auch noch etwas anderes: Die ersten Fünf, die oben waren, bekamen vom Bürgermeister eine der neuen Spargelino-Tassen, welche es demnächst auch in der Tourist-Info gibt, und Kühlschrankmagneten mit dem Beelitz-Maskottchen.             
 
Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
www.beelitz.de

 

kita-kinderland-beelitz.de

 

 

 

 

 

 

Beelitz - 27.05.2020

 

Wo einst der Wagenmeister sein Schmiergeld bekam

In Zukunft soll es in der Alten Posthalterei auch neue Konzepte für Schulen geben

von Antje Schroeder

Justine Remus bereitet in der Stadtverwaltung die Wiedereröffnung des Museums vor.

Aufräumen, planen, Depots sichten: Die Corona-Zeit nutzt Justine Remus intensiv, um die Wiedereröffnung des Museums „Alte Posthalterei“ voranzutreiben. „Ich habe genug zu tun, ob Corona oder nicht“, sagt Remus, die für das Museum zuständig ist. Unter anderem hat sie die Bestände in den vorübergehenden Depoträumen durchgesehen und dort ein paar Sachen für die ständige Ausstellung im Expeditionszimmer herausgepickt, beispielsweise einen alten Koffer und einen alten Postsack. Langfristig ist angedacht, auch die gegenüberliegende Passagierstube dem Museumsbetrieb zugänglich zu machen, in der derzeit noch die Stadtbibliothek untergebracht ist. In dieser Stube konnten sich einst die Insassen der Postkutschen ausruhen, bevor es nach Potsdam oder Treuenbrietzen weiterging. Dies sieht zumindest das Museumskonzept vor, das derzeit im Entstehen ist.

Einige Objekte aus der Ausstellung hätten wieder zurückgegeben werden müssen, bedauert Remus. Eigentlich wollte sie schon im April das Museum wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen, dann kam das Corona-Virus dazwischen. Nunmehr strebt Remus eine Wiedereröffnung des Museums zum nächstmöglichen Zeitpunkt an – vielleicht bereits zum Internationalen Museumstag am 17. Mai. Natürlich unter Vorbehalt.
Schon heute ist die Alte Posthalterei ein Ort, an dem Geschichte unmittelbar erfahrbar ist. Das ist ziemlich selten. In Beelitz ist die 1789 errichtete preußische Post-Relaisstation noch weitgehend erhalten. Das Haus war seit dem 18. Jahr-hundert wichtiger Halt an der Poststrecke zwischen Leipzig und Berlin. Auch Prominente wie Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Heinrich von Kleist machten hier Station.

1827 übernahm Johann Friedrich Simon für zunächst zehn Jahre „die Versorgung des gesamten Post-Fuhrwesens auf der Station Beelitz“, wie aus einem achtseitigen „Contract mit dem Posthalter“ im Besitz des Museums hervorgeht. Zu dem Haus gehörten auch bis zu 32 Pferde, fünf Postkutschen und sechs weitere Wagen. Simons Nachfahren betrieben die Posthalterei bis 1874.

Hier ist fast alles original erhalten – vom Abfertigungsfenster, durch das früher Passagiere ihre Fahrscheine erhielten, bis hin zu den Wandgemälden, die vor allem die ehemaligen repräsentativen Wohnräume im Obergeschoss ausschmücken. Im Durchgang steht eine Postkutsche für bis zu neun Passagiere, eine Leihgabe des Museums für Kommunikation Berlin. Posthörner und eine Uniform geben einen Eindruck vom Beruf des Postillions. Ein solcher Postwagen-Gespannführer musste nicht nur mit Pferden umgehen können und die Tiere vor zu viel Druck der staatlichen Kuriere schützen, die unterwegs häufig auf Eile drängten. Der „Schwager“ hatte auch die unterschiedlichsten Signale auf dem Posthorn zu beherrschen, beispielsweise für Abgang und Ankunft, für Personenposten, für Schnellposten und vieles mehr. Daneben wurden Postillione, ähnlich wie heute Busfahrer, von den Passagieren gerne mal für Verspätungen und die Strapazen der Reise auf den holprigen Straßen verantwortlich gemacht. Entsprechend unwirsch war oft die Antwort – als grob und bissig wird der Ton der Postkutscher beschrieben.

Eine Reise von Berlin nach Beelitz dauerte noch Anfang des 19. Jahrhunderts mit Pausen neun Stunden, wie aus einem „Fahrplan“ im Museum hervorgeht. Der Fahrgast brach jeweils sonntags oder mittwochs mittags in Berlin auf und kam nach Zwischenstopps in Zehlendorf und Potsdam am späten Abend in Beelitz an. Hier wurden in der „Ausspannung“ die Pferde gewechselt, dann fuhr die Kutsche weiter nach Treuenbrietzen. Wer die Extrapost zum Reisen nutzen wollte, musste tief in die Tasche greifen. Beispielsweise reiste Prinz Georg von Altenburg am 18. August 1832 hier durch und bezahlte für die Fahrt nach Treuenbrietzen die Summe von drei Talern und 14 Guten Groschen, wie aus einem Passagierbillet (Reiseschein) in der Ausstellung hervorgeht. Darin enthalten war ganz offiziell ein Bestell- und „Schmiergeld“ von fünf Guten Groschen für den Wagenmeister – Geld, um die Achsen der Postkutschen einzufetten.

 

Geoinformatik-Studenten, die kürzlich die „Alte Posthalterei“ besucht haben, waren so beeindruckt, dass sie nun ein Brettspiel über Beelitz und die Poststrecke entwickeln wollen, wie Remus berichtet.

Remus, die aus Treuenbrietzen stammt, hat in Halle (Saale) Archäologie und Kunstgeschichte studiert, außerdem an einigen großen Museen gearbeitet und Projekte realisiert.

 

 

Sie will nicht nur die Ausstellung aufpeppen, sondern auch das Museum stärker als Ort der Inspiration etablieren, namentlich für Beelitzer Kinder und Jugendliche. Deshalb hat Remus den Schulen Sonderführungen und gemeinsame Reisen in die Geschichte angeboten. „Kinder und Jugendliche sollen Spaß am Lernen haben und auch die Geschichte ihrer Heimatregion spielerisch erfahren“, hat die Museums-Verantwortliche an die Direktorinnen und den Direktor der Beelitzer Schulen geschrieben.

 

Sie schlägt beispielsweise Theaterstücke rund um die Alte Posthalterei vor, das Basteln von Briefumschlägen nach historischem Vorbild, die Verfremdung von Bildpostkarten oder ein „Stille-Post-Spiel“ im Museum. Jedes Kind sollte in seiner Schulzeit ein Projekt in Kooperation mit einem Museum erlebt haben, wünscht sich Remus.

Für Ende Mai hat sie bereits eine Geschichtsrallye mit der Diesterweg-Grundschule geplant – ein Projekt, was noch unter dem Vorbehalt der Kontaktbeschränkungen wegen des Corona-Virus‘ steht. Doch obwohl in den letzten Wochen mancherorts die Zeit stillzustehen schien, gilt dies nicht fürs Beelitzer Museum. „Ich habe jetzt Zeit, mich mit den Objekten und der Sammlung an sich zu beschäftigen, was natürlich weitere Ideen für die Erweiterung des Museums sprudeln lässt“, sagt Remus.

Antje Schroeder - Beelitz 27.05.2020

 

alte-posthalterei-beelitz.de

 

www.museum.web-bb.de

 

 

 

 

 

 

 

Beelitz - 03.03.2020

 

Vom Estrel-Hotel in die Schulküche

Seite zwei Jahren sorgt ein echter Spitzenkoch dafür, dass Kita- und Schulkinder in den Beelitzer Einrichtungen gesund satt werden und es ihnen schmeckt. Jens Gaede hat früher im Estrel-Hotel und im Restaurant am Berliner Funkturm gekocht, dann aber für die Familie den Arbeitsplatz gewechselt. Hier ein Portrait unserer Kollegin Antje Schroeder zur freien Verwendung, gern auch als Anregung, selbst zu recherchieren:

Teewasser dampft in riesigen Kesseln, daneben auf dem Kipper – eine Art Herd mit Bratplatte – können 85 Kartoffelpuffer gleichzeitig gebraten werden. „Wir kochen hier für 900 Kinder“, sagt Jens Gaede. Als Küchenmeister ist er dafür verantwortlich, dass die Schul- und Kitakinder in Beelitz und Umgebung möglichst frisches und gesundes Essen bekommen. Hier in der Kita Kinderland wird das Essen zentral für alle Beelitzer Schulen und Kindergärten zubereitet, ein weiterer Koch in Fichtenwalde richtet außerdem 300 Mahlzeiten am Tag für die dortige Grundschule und den Kindergarten an.

Seit Februar 2017 ist Gaede Küchenchef in Beelitz. Der gebürtige Berliner hatte in Köpenick gelernt und unter anderem im Estrel-Hotel und im Restaurant am Funkturm gekocht. Der gehobenen Sternegastronomie hat der 46-Jährige den Rücken gekehrt – nicht zuletzt, um ein halbwegs geregeltes Arbeitsleben zu haben und seine beiden Kinder in Groß Kreutz aufwachsen zu sehen. „Die Arbeitszeiten in der Gastronomie sind nicht familienfreundlich“, sagt er.
 
Vom à-la-Carte-Restaurant in die Großküche: Das bedeutet nicht, dass die Herausforderungen geringer sind. Schon allein, weil Gaede der Spagat gelingen muss, gesund und trotzdem lecker zu kochen – er gleichzeitig aber auch die Kosten im Blick haben muss. Für Kita- und Krippenkinder zahlen Eltern 1,25 Euro pro Portion, für Hort- und Schulkinder 1,80 Euro. Den Rest trägt die Kommune. Eine Portion Essen kostete in der Herstellung nach den letzten vorliegenden Zahlen aus dem Jahr 2018 3,95 Euro, weiß Antje Lempke aus dem Hauptamt der Stadtverwaltung. In jenem Jahr waren 190.600 Portionen ausgereicht worden.
 
Gaede versucht, so oft wie möglich regionale Produkte zu verwenden – wobei es häufig daran scheitert, dass es nicht genügend Anbieter für größere Mengen gibt. Obst und Gemüse kommen aber aus Werder, Nudeln bezieht die Küche des Öfteren aus der Beelitzer Nudelwerkstatt. „Es wird viel frisch gekocht“, sagt Gaede. Das ist in Zeiten von Caterern, die vielerorts die Schulen beliefern, nicht selbstverständlich. In Nachbarkommunen wie Michendorf und Seddiner See gab es beispielsweise immer wieder Forderungen, selbst vor Ort zu kochen.
 
Um fünf Uhr treten Jens Gaede und seine beiden Köche den Dienst an. Eine weitere Fachkraft bereitet Frühstück, später Vesper und andere kalte Gerichte zu. Bis halb elf muss das Essen fertig sein, damit es um 11:30 Uhr in den Schulen und Kitas aufgetischt werden kann. „Wir fahren alles zeitnah rüber“, sagt Gaede. Durch die stadteigene Küche entfallen lange Transportwege, das Essen muss nicht stundenlang warmgehalten werden. 40 Kilogramm Fleisch, 50 Kilogramm Gemüse, 120 Kilogramm Kartoffeln und 80 Kilogramm Nudeln kommen täglich in Kessel oder Bratenkipper. Wenn es Milchreis gibt, werden schon einmal 23 Kilogramm Reis mit 230 Liter Milch gekocht. Ohne Vorprodukte, so genanntes Convenience-Essen, kommen sie allerdings auch in Beelitz nicht hin. So werden die Kartoffelpuffer vorgefertigt angeliefert, auch das Hühnerfleisch für Frikassee kommt in Würfeln – anders wäre das Kochen zeitlich und personell nicht zu schaffen.
 
Zweimal in der Woche gibt es Fleisch, einmal eine süße Hauptspeise, Mittwochs Suppe, Freitags Fisch. Kinder können täglich eine vegetarische Variante wählen, wahlweise gibt es das Essen auch ohne Schweinefleisch. Lebensmittelunverträglichkeiten, beispielsweise gegen Gluten, berücksichtigt Gaede ebenfalls. „Das ist eine logistische Herausforderung“, sagt er. Und nicht zuletzt muss Gaede auch noch auf die acht Seniorinnen und Senioren im Beelitzer Seniorenzentrum eingehen, die ebenfalls mit bekocht werden. Einmal rief ihn ein älterer Herr im Sommer an: warum es in der Spargelstadt Beelitz nie Spargel gebe. Also kochten sie für die ältere Generation Schnitzel mit Spargel.
 
Auf eine Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung haben Gaede und seine Kolleginnen und Kollegen allerdings wieder verzichtet – zu umfangreich und teuer waren die Auflagen, beispielsweise zweimal im Monat Fettfisch wie Hering oder Lachs zu servieren. Dennoch achtet Gaede darauf, dass das Schulessen von Beelitz gesund ist, etwa nicht zu viel Zucker und wenig Salz enthält. Gaede probiert auch gelegentlich Neues aus. Und altbewährtes. So hat er sich auf Anregung eines Lieferanten ein Buch mit den Lieblingsrezepten der Großeltern-Generation gekauft, um das eine oder andere nachzukochen. Und was ist sein persönliches Lieblingsessen? Er esse alles gerne, sagt Gaede. Vielleicht Spaghetti Bolognese.
 
Bei den Kindern kommt das Essen gut an. „Ich bin sehr zufrieden und gehe häufig essen“, sagt Isabella Beeskow, die im Gymnasium die 11. Klasse besucht. Eine Umfrage aus dem Jahr 2017 hat ergeben, dass drei von vier Kindern das Essen mögen. 32,5 Prozent der Kinder waren demnach „sehr zufrieden“ mit dem Speiseplan und dem Geschmack des Schulessens, weitere 45,1 Prozent „zufrieden“. Isabella Beeskow findet es besonders gut, dass das Essen abwechslungsreich ist und des Öfteren auch mal etwas Neues ausprobiert werde. Isabella selbst isst am liebsten Milchreis und Eierkuchen. Nur an den Fischtagen würde sie gerne mehr Alternativen zum Fisch haben. „Fisch ist eben nicht jedermanns Sache“, seufzt Chefkoch Jens Gaede.
 
Sein Traum wäre eine größere Küche.  In der Kita geht es doch sehr beengt zu. Oft steht Gaede allerdings nicht mehr persönlich in der Küche. Chefkoch für die Kinder von Beelitz zu sein, bedeutet eben auch viel Büroarbeit. Dennoch trauert Gaede nicht den Zeiten hinterher, in denen er Lammcarrée an Rotwein-Balsamico-Reduktion oder andere Feinschmecker-Gerichte zubereitet hat. „Es ist eine größere Herausforderung, aber Kinder sind weniger voreingenommen und die besseren Kritiker“, sagt er. Und am schönsten ist es, wenn die Kinder nach dem Essen durch die Gänge laufen und ihm sagen, dass es geschmeckt hat. „Das baut einen richtig auf“, sagt Gaede. Die Arbeit in Beelitz sei „der Sechser im Lotto“. 
  

 

Beelitz - 26-04.2018

Baum des Jahres hält Einzug im Stadtwald Beelitz

Ihre Früchte kennt man vor allem vom Weihnachtsmarkt: Geröstete Maronen, die als kalorienarme Leckerbissen eine wohltuende Abwechslung zu den vielen Naschereien bieten, welche die Adventszeit ansonsten bereit hält. Die Edelkastanie hält im Beelitzer Stadtwald verstärkt Einzug: 3000 bis 5000 Setzlinge finden Jahr für Jahr einen Platz zwischen und unter den Kiefern. „Die Edelkastanie spielt im Rahmen des Waldumbaus eine große Rolle“, sagt Förster Martin Schmitt. Zwei weitere sind heute gepflanzt worden – vom Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth und den Leitern der Amtsbereiche im Rathaus. Aber das mit einem anderen Hintergrund: Die Edelkastanie ist der Baum des Jahres 2018.

Immer im Frühjahr wird durch die Verwaltungschefs traditionell der Baum des Jahres im Beelitzer Stadtwald gepflanzt. Gekürt wird er durch die „Sivlius Wodarz Stiftung“, die damit auf die Bedeutung des Waldes im Allgemeinen und auf einzelne Baumarten im Speziellen aufmerksam machen will. Die Edel- oder auch Esskastanie ist ursprünglich am Mittelmeer zu Hause und wurde vermutlich durch die Römer weiterverbreitet. Sie kann bis zu 30 Meter hoch und viele hundert Jahre alt werden. Im Oktober entwickeln sich glänzend braune Nüsse in den stacheligen Fruchtbechern, die genießbar und wohlschmeckend, außerdem auch sehr gesund sind. Lange Zeit galten sie als wichtiges Nahrungsmittel für die ärmere Landbevölkerung. Das Holz wurde unter anderem für den Schiffsbau verwendet, die Rinde zum Gerben.

Die „Jahresbäume“ haben seit 2010 an der gleichnamigen Allee unweit der Karl-Marx-Straße ihren Platz. Dort stehen mittlerweile Fichte, Winterlinde, Feldahorn, Traubeneiche, Lärche und viele andere Arten nebeneinander und gedeihen. Auf Tafeln können sich Spaziergänger auch über Herkunft, Verbreitung und Nutzen der Gehölze informieren und über die Vielfalt des heimischen Waldes staunen. Vor allem Kinder, die mit ihren Kita- und Schulgruppen auf dem Weg zum Waldspielplatz sind, kommen regelmäßig vorbei. Der Grundstock der „Bäume des Jahres“ von 1989 bis 2010 war vor acht Jahren durch die Kinder der Beelitzer Naturkita „Sonnenschein“ gepflanzt worden und wird seither durch den Bürgermeister und seine Amtsleiter erweitert.
 
Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
www.beelitz.de