BEELITZ

INFORMATIONEN AUS DEM RATHAUS


 

 

 

 

 

 

Beelitz - 22.07.2020

Ein Plan für die Ortsentwicklung

Der Beelitzer Ortsteil Fichtenwalde soll in den kommenden Jahren noch stärker als bisher in punkto Stadtentwicklung berücksichtigt werden. Dazu hat Bürgermeister Bernhard Knuth jetzt seinen „Masterplan“ vorgelegt, den die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Ortsbeirat nun weiterentwickeln und vertiefen will. In insgesamt vier Bereichen – Umwelt, Verkehrs- und soziale Infrastruktur sowie Bevölkerungsentwicklung – soll der Ort, dessen Einwohnerschaft sich seit der Wende auf 3000 Bürger verdoppelt hat, in den nächsten sechs Jahren für künftige Herausforderungen gewappnet werden. Auch die Feuerwehr, die in fast allen Bereichen eine Rolle spielt, soll dabei berücksichtigt werden. So ist die Entwicklung des Standortes zur Stützpunktfeuerwehr eines der Hauptziele.

„Unsere Stadt wird sich in den kommenden Jahren vor allem entlang der Achse zwischen Beelitz, Beelitz-Heilstätten und Fichtenwalde entwickeln“, sagt Bürgermeister Bernhard Knuth. Während die Kernstadt selbst derzeit vor allem durch die Landesgartenschau 2022 einen riesigen Sprung nach vorn unternimmt und sich auch die Heilstätten mit dem geplanten Wohnquartier und weiteren Projekten rasant wandeln, dürfe Fichtenwalde nicht hintenanstehen. „Wir wollen für eine ausgewogene Entwicklung sorgen, und die drei Orte bilden dafür das Rückgrat, wovon dann auch die ländlicheren Ortsteile profitieren werden“, so der Bürgermeister.

Konkrete Projekte, welche sich für Fichtenwalde bereits abzeichnen, ist zum einen der Ausbau der Ortsdurchfahrt durch den Landesbetrieb Straßenwesen, der voraussichtlich nach der Landesgartenschau erfolgen soll, aber auch die Weiterentwicklung des Marktplatzes durch die Stadt selbst mit dem Bau eines Bürgerzentrums. Bereits angekündigt wurde der weitere Ausbau der Fräsgutstraßen innerhalb der Ortslage. Im Bereich der Sozialinfrastruktur hat sich bereits eine Menge getan, demnächst soll der Hortneubau auf dem Grundschulcampus eröffnet werden. Den mittlerweile erreichten Stand müsse man in den kommenden Jahren pflegen und halten, bekräftigte der Bürgermeister. In anderen Punkten gibt es Bedarf, auf den man reagieren muss, so die Ansiedelung von Ärzten und einer Seniorenpflegeeinrichtung.

Im Bereich Umwelt werde es neben dem Erhalt des Waldcharakters nicht zuletzt durch das Eindämmen von Kahlschlägen auf Privatgrundstücken auch um den Waldumbau gehen, und das dann auch Hand in Hand mit den örtlichen Vereinen und Initiativen. Ein Aufforstungsprojekt der BI Naturwald gemeinsam mit der Grundschule und vielen weiteren Beteiligten im vergangenen Herbst hatte eindrucksvoll gezeigt, wie so etwas funktionieren kann. Auch die öffentlichen Anlagen innerhalb des Ortes sollen in Zukunft stärker gepflegt werden, dafür soll die örtliche Niederlassung des Bauhofes personell aufgestockt werden.

Dass es auch weiterhin viele Familien nach Fichtenwalde zieht ist ein Phänomen, mit dem die Stadt auf die weitere, wenn auch maßvolle, Ausweisung von Baugrundstücken reagieren will. Dazu muss jedoch zunächst der Flächennutzungsplan fertiggestellt und genehmigt werden. Bebauungspläne, die bereits vorbereitet worden sind, können dann nachgezogen und ebenfalls beschlossen werden. Gebaut werden soll dann auch für die Freiwillige Feuerwehr, deren Aufgaben in Anbetracht der steigenden Waldbrandgefahr, aber auch der zahlreichen Unfälle auf der benachbarten Autobahn 9, alles andere als einfacher werden. Und trotzdem gibt es viele Menschen, die sich vor Ort für und auch in der Feuerwehr engagieren wollen. Dadurch wächst der Bedarf nach einem neuen und modernen Standort.

In Fichtenwalde selbst trifft der „Masterplan“ auf ein positives Echo: „Eine Mehrzahl der Stichpunkte sind bereits durch uns als Ortsbeirat angeregt wurden. Ich freue mich, dass die Verwaltung es nun umsetzen möchte“, so der stellvertretende Ortsvorsteher Mario Wagner, der die Bürger des Ortes eingeladen hat, ebenfalls Hinweise zu geben und sich über den Ortsbeirat zu beteiligen.

beelitz.de

 

siehe auch :  BEELITZER ORTSTEILE

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Märker im „Märkerland“

Bernhard Falkenthal, langjähriger Ortschef in Schlunkendorf und bekannter Beelitzer Spargelbauer, ist im Alter von 70 Jahren verstorben. Ein Nachruf
 
Informationen aus unserer Stadt 28. Jahrgang | Nr. 6 | 30. Juni 2020 BN

Es gibt Menschen, die man automatisch mit einer bestimmten Sache verbindet. Deren Name - wenn er genannt wird - sofort Assoziationen hervorruft. Wenn jemand zum Beispiel außergewöhnlich gut in einem Beruf arbeitet, oder wenn er sich mit einem Hobby besonders hervortut, wenn also einer mehr als irgendjemand sonst Leidenschaft für etwas an den Tag legt, dann macht er es sich diese Sache auch zu eigen - sie wird zu seinem Markenzeichen.
 
Bei Bernhard Falkenthal sind es gleich zwei Dinge, die man heute untrennbar mit ihm verbindet: Zum einen ist es der Ort Schlunkendorf, dessen Bürgermeister und Ortsvorsteher er für fast drei Jahrzehnte gewesen ist, und zum anderen ist es der Beelitzer Spargel, dessen Anbautradition er zu DDR-Zeiten in kleinem Rahmen aufrecht erhalten und dessen Renaissance er gemeinsam mit anderen im Spargelverein nach 1990 mitbegründet hat. Anfang Juni ist Bernhard Falkenthal nach schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren verstorben.
 

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Beelitz - 22.07.2020

Abschied von den Aktenbergen

Keine Papierberge mehr, kein umständlicher Postversand und keine ewig langen Ladungsfristen: Kommunalpolitik findet in Beelitz ab dem kommenden Jahr größtenteils online statt. Stadtverordnete und Ortsbeiräte erhalten jeder ein Laptop, mit dem sie dann von überall aus auf Beschlussvorlagen und deren Anlagen zugreifen und diese auch kommentieren und fraktionsintern diskutieren können. Nach einer Übergangsfrist von drei Monaten soll dann ab dem Frühjahr gänzlich auf Sitzungsunterlagen in Papierform verzichtet werden.

„In Zeiten, in denen wir immer mehr geschäftliche und private Dinge online erledigen können, passt es nicht mehr so richtig, wenn man mit dicken Aktenstapeln zu einer Sitzung kommen muss“, erklärt Bürgermeister Bernhard Knuth. „Neben der überflüssigen Arbeit, alles in zigfacher Ausführung zu kopieren und dann zu versenden, sparen wir außerdem jede Menge Papier und damit auch Geld, schonen darüber hinaus die Umwelt.“ Rund 21 000 A4-Seiten und 200 A3-Seiten braucht die Stadt pro Jahr für die Gremienarbeit in der bisherigen Form.

Die Verwaltung hat sich mit der Einführung der papierlosen Gremienarbeit kein leichtes Ziel gesetzt, denn nur die Endgeräte anzuschaffen reicht bei weitem nicht: So muss die Geschäftsordnung der Stadtverordnetenversammlung angepasst werden, um diese Form des Sitzungsdienstes auf eine rechtliche Grundlage zu stellen. Eine entsprechende Neufassung wurde bereits vorgelegt und soll dann ebenfalls im kommenden Jahr beschlossen werden. Darüber hinaus wird es auch ein neues Ratsinformationssystem geben, über das Sitzungsunterlagen erstellt und veröffentlicht – oder im Falle nichtöffentlicher Tagesordnungspunkte – nur den Kommunalvertretern zugänglich gemacht werden.

Dazu soll es nach dem Sommer eine Ausschreibung geben. Die Verwaltung hat bereits umfassend bei Anbietern recherchiert und die verschiedenen Bürger- und Ratsinformationssystem in der Bedienung auf deren Übersichtlichkeit geprüft. Sobald der Auftrag erteilt ist, müssen dann die bisherigen Beschlüsse, Anträge und Niederschriften vom alten in das neue System übernommen werden. Zum Jahresbeginn sollen dann nicht nur die neuen Geräte zur Verfügung gestellt werden, sondern es wird auch Schulungen für die Stadtverordneten und die Mitglieder der Ortsbeiräte geben, damit diese sich dann während der Übergangsfrist an die neue Praxis gewöhnen können.

Neben dem Rats- und Bürgerinformationssystem wird es übrigens auch einen neuen Internetauftritt der Stadt Beelitz geben. Der wird zurzeit im Rathaus selbst erstellt. Anlass ist eine EU-Richtlinie, nach der die Internetportale von öffentlichen Einrichtungen ab September barrierefrei sein müssen. Die bisherige Seite ist diesen Anforderungen nicht mehr gewachsen und soll deshalb durch eine übersichtlichere und neu strukturierte Version ersetzt werden. Außerdem sollen dann auch Dinge möglich werden, die mit der alten Seite noch nicht angeboten werden konnten, aber mittlerweile Standard sind – zum Beispiel das teilen von Seitenbeiträgen in sozialen Medien oder das Veröffentlichen von Videos. Ein weiterer Vorteil: Indem das Rathaus auf eigene Köpfe setzt und nicht einen externen Anbieter damit beauftragt, kann die Seite direkt gepflegt und bei Bedarf schnell angepasst werden.

beelitz.de

 

 

 

 

 

Beelitz - 08.07.2020

Bilddatei © kammerakademie-potsdam.de

 

Noten neu verortet - Auftakt zu landesweiter Konzertreihe in Beelitz

„In den letzten Monaten war das öffentliche Leben stark heruntergefahren“, heißt es in der Ankündigung der Städte-AG. „Die Corona-Pandemie hat auch unsere Altstädte getroffen. Umso mehr freuen wir uns, Sie zu unserer Konzertreihe „Noten neu verortet – Kammermusik findet Stadt“ an fünf besonderen Orten  begrüßen zu können, die für beispielhafte Sanierungen in den historischen Stadtkernen stehen. Genießen Sie das hochkarätige Klangerlebnis eines Kammerorchesters in enger Verbindung mit dem historischen Charme der Aufführungsorte.“

Gespielt werden Konzerte für Flöte und Streichinstrumente von Wolfgang Amadeus Mozart, Anton Arenski und Ferdinand Ries. Aufführungsort in Beelitz ist am 26. August um 19 Uhr die Alte Schmiede im Schmiedehof in der Poststraße 14, der im Frühjahr in Vorbereitung auf die Veranstaltungssaison erneuert worden ist. Die Konzerte und Lesungen des Kulturvereins mussten allerdings bis zum Herbst abgesagt werden.

Karten gibt es demnächst im Vorverkauf im Geschäft „Ein Buchladen“ und „Brillen im Schmiedehof“, beide Poststraße 14, oder in der Tourist-Info Beelitz.
 

Auszug Orchesterbiografie
Die vielfältigen Formate im Bereich der Musikvermittlung reichen von Familienkonzerten über Mitmachangebote, Konzerte und Workshops für Schüler und Lehrer, Konzerteinführungen bis hin zu interaktiven Kita-Konzerten für die jüngsten Hörer. In der direkten Begegnung mit Menschen aller Altersgruppen wird auf lebendige Weise Musik erfahrbar gemacht und ein Austausch ermöglicht. Ein Schwerpunkt liegt auf dem bundesweit einzigartigen Modellvorhaben „Musik schafft Perspektive“, das kulturelle Bildung seit über zehn Jahren im Stadtteil Potsdam-Drewitz nachhaltig verortet. Diese Gesamtstrategie für mehr Teilhabe und Chancengleichheit wurde 2017 von Staatsministerin Monika Grütters mit dem BKM Sonderpreis „Kultur öffnet Welten“ ausgezeichnet.

 

 

 

 

 

 

 

Beelitz - 09.07.2020

Bodenrichtwerte zeigen Erfolg der Stadtentwicklung in Beelitz

Bauland wird in Beelitz immer wertvoller: In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Bodenrichtwerte für Grundstücke im Stadtgebiet verdrei- und stellenweise sogar vervierfacht. So liegt der Wert für die Beelitzer Kernstadt außerhalb des Sanierungsgebietes – das bleibt naturgemäß das hochwertigste „Pflaster“ – im aktuellen Grundstücksmarktbericht des Landreises bei 180 Euro für den Quadratmeter. 2009 waren es noch 75 gewesen. In Fichtenwalde ist der Wert von damals 30 auf heute 120 Euro geklettert.

„Die Zahlen zeigen vor allem eines: Die Anstrengungen, die wir in den vergangenen Jahren unternommen haben, um unsere Stadt zu entwickeln und noch lebenswerter zu machen, sind sehr wirkungsvoll gewesen“, so Bürgermeister Bernhard Knuth. Einstige Ruinen wie das ehemalige Hotel Wehner, das Deutsche Haus, der Stadtbahnhof und viele weitere sind durch die Stadt und weitere Partner aufwendig saniert und mit Leben gefüllt worden, das Nahverkehrsangebot wird immer besser und die Kitas und Schulen arbeiten unter guten Bedingungen.

Viele Menschen würden vor allem deshalb hierherziehen wollen, auch aufgrund der Nähe zu Potsdam und Berlin, die dank guter Verkehrsanbindung das tägliche Pendeln erleichtert. Aber es spielen auch weiche Faktoren eine Rolle – zum Beispiel das vielfältige Vereinsleben, die Tatsache, dass in Beelitz immer etwas los ist, und insgesamt das positive Image der Stadt nach außen hin, erklärt der Bürgermeister. „Eine große Nachfrage lässt dann natürlich auch die Preise klettern.“ Wobei Beelitz aber auch mit den mittlerweile erreichten Werten immer noch weit unter den Preisen im unmittelbaren Potsdamer Umland liegt – doch der Trend geht in eine klare Richtung.

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren aufgrund der Nachfrage immer wieder kleinere Baugebiete ausgewiesen, so zum Beispiel in der Hermann-Löns-, in der Carl-von-Ossietzky-Straße oder am Kleinen Anger. Auch in Fichtenwalde wurden neue Parzellen geschaffen. „Wir haben aber nicht viel Spielraum, da unsere Stadt fast komplett vom Landschaftsschutzgebiet umgeben ist und wir den ländlichen Charakter natürlich auch bewahren wollen“, erklärt der Bürgermeister. „Dass wir aber die verfügbaren Flächen entwickelt haben und das auch weiterhin tun, ist der richtige Weg.“ Zurzeit wird ein weiterer Bebauungsplan für das ehemalige ACZ-Gelände in der Nähe des Stadtbahnhofes auf den Weg gebracht. Einen größeren Schub dürfte dann auch noch einmal der Bau des geplanten Wohnquartiers im ehemaligen C-Quadranten in Beelitz-Heilstätten bringen – mit Platz für bis zu 3500 neue Einwohner.

Selbst in den ländlichen Ortsteilen spiegelt sich die Entwicklung wieder. Bestes Beispiel ist der Ortsteil Busendorf: Im Neubaugebiet an der Lehniner Straße, welches durch die Stadt gerade noch einmal erweitert worden ist, liegt der Bodenrichtwert heute bei 100 Euro pro Quadratmeter, vor 10 Jahren konnte man dort noch Bauland für 23 Euro erwerben. Letztendlich hat der Ort, was sich Zuzügler wünschen: Eine Kita vor Ort, die Autobahnanschlussstelle in unmittelbarer Nähe und trotzdem jede Menge Natur vor der Haustür.

Auch an der Einwohnerzahl lässt sich die Nachfrage nach Wohnraum ablesen: Demnächst erreicht Beelitz die 13000er-Marke – auch das war vor zehn Jahren noch undenkbar gewesen. Im Gegenteil: Demografen prognostizierten für die Spargelstadt sogar einen Bevölkerungsrückgang auf 11000 in diesem Jahr und nur noch knapp 10000 in 2030. Davon kann heute keine Rede mehr sein, ebenso wie von einer vermeintlichen Überalterung. Das Verhältnis zwischen den Generationen ist ausgewogen, zumal auch viele junge Leute, die einst weggezogen sind, heute wiederkommen, um hier zu arbeiten und mit ihrer Familie zu leben. „Ein bisschen sorgt natürlich auch die Preisentwicklung in den Großstädten dafür, dass sich Bauwillige weiter draußen, hier bei uns, umschauen. Überzeugen kann unsere Stadt dann aber ganz von selbst.“

 

beelitz.de

 

 

 

 

 

 

 

Beelitz - 08.07.2020

 

Das digitale Film- und Serienregal aus Beelitz

viele kennen das Dilemma: Man nimmt sich vor, einen Film- oder Serienabend auf der Couch einzulegen, aber bis man endlich etwas Passendes aus den unzähligen Internet-Mediatheken und Streaming-Diensten gefunden hat, kann man eigentlich schon wieder ins Bett gehen. Die Lösung für chronisch Unschlüssige kommt aus Beelitz: Eine Internetplattform, die das Beste aus allen möglichen Online-Angeboten zusammenträgt und – auf Wunsch – entsprechend der eigenen Präferenzen von Romantik über Action bis Doku filtert. „Shelfd.com“ ist ein „Start-up“-Unternehmen, das mittlerweile 30.000 registrierte Nutzer kostenlos mit Filmtipps versorgt, und das seinen Sitz im Ortsteil Schlunkendorf hat. 

Die wenigsten wissen, welche Filmperlen es im Internet kostenlos zu sehen gibt

Denn dort ist der Begründer der Seite, David Streit, vor einiger Zeit hingezogen – oder besser gesagt zurückgekehrt. Mit seiner Vita entspricht der 32-Jährige dem Idealtypus des jungen Menschen, der für ein Studium vom Lande in die Großstadt zieht, danach aber wieder den Weg zurück in die Heimat findet, wo die Familie lebt und die Wurzeln liegen. Streit selbst stammt aus Borkheide, hat sein Abitur am Sally-Bein-Gymnasium gemacht. Schon damals hatte er durch AG’s wie die Schulhomepage und die Schulchronik seine Interessen vertieft. Dann wurde er zum Wahlberliner und blieb es zwölf Jahre.

Seine Freundin stammt indes aus Schlunkendorf, wo die beiden nun das Haus der Großeltern übernommen und saniert haben, um darin zu leben – und auch zu arbeiten. „Das Umfeld ist einfach toll. Wenn ich eine Pause vom Bildschirm brauche, mache ich einen Spaziergang oder eine Radtour durch die Natur. Und wenn ich Termine in Berlin habe, was häufig vorkommt, komme ich auch ohne Auto gut mit Bus und Bahn dorthin.“ Auch die Internetverbindung – für seine Arbeit unerlässlich – ist in Schlunkendorf mit 50 Mbit pro Sekunde absolut ausreichend.

Die Idee zu „Shelfd“ – das Wort ist eine Kombination aus dem englischen „Regal“ und einem D für digital – hatte David Streit im Studium: Für seine Masterarbeit im Design-Studiengang an der Fachhochschule Potsdam war er dem Phänomen nachgegangen, wie die Video- und DVD-Regale in den Wohnzimmern durch die Digitalisierung immer leerer geworden sind. Heute hortet man Filme höchstens noch auf der Festplatte oder mittlerweile komplett virtuell in der persönlichen Bibliothek auf Netflix, Amazon Prime und Co. Die Idee eines „digitalen“ Regals, in das man seine Favoriten stellen kann, lag da nahe. „Angefangen hatte es als Newsletter mit Filmtipps, die ich an eine Handvoll Leute geschickt habe“, erinnert er sich. Daraus ist dann bald mehr geworden, 2017 ging die Seite ins Netz. Heute wird sie 200 000 Mal im Monat angeklickt.

Mit zehn Kollegen, die über ganz Deutschland verteilt sind, sucht David Streit Serien und Filme aus den Weiten des Internets heraus und empfiehlt sie weiter, vor allem frei zugängliche. „Die wenigsten wissen, welche Filmperlen da so schlummern. Filme, die man sich ohne Registrierung und ohne Bezahlung anschauen kann.“ Für Nutzer, die trotzdem auch bei Bezahldiensten wie Amazon Prime oder Netflix angemeldet sind, gibt es aber gleichwohl auch Empfehlungen zu deren Angeboten.

Doch das ist längst nicht alles, was „Shelfd“ zu bieten hat - es entstehen immer wieder neue Ideen: So stellt das Shelfd-Team auch ein erstes Bezahlprodukt zur Verfügung, mit dem sich Nutzer alle Neustarts der eigenen Streamingdienste automatisch in ihrem Kalender anzeigen lassen können. Quasi als Ersatz zur Fernsehzeitschrift.

Umweltbewusste können sich außerdem die Klimabilanz ihrer Sehgewohnheiten automatisch errechnen lassen. Denn die Server, von denen man „streamt“ verbrauchen natürlich auch Strom und produzieren damit CO2. Für das gute Gewissen kann man das gleich kompensieren – mit einer entsprechenden finanziellen Zuweisung von ein paar Euro an die Initiative „Prima Klima“, die solche Kleinspenden zusammenträgt und dafür ganze Wälder aufforstet. „Das ist einer von vielen Partnern von Shelfd.“ Die neueste Entwicklung ist ein eigener Podcast, also eine Internetsendung, in der neue Filme und Serien vorgestellt werden und man die Filmemacher zum Interview trifft. Dieser trägt den Titel „Cliffhanger – Streaming zum Hören“ und ist über das Shelfd-Portal erreichbar.
Längst vorbei sind die Zeiten, als die Familie noch vor dem Fernseher zusammenkam, um Samstagabendshows zu schauen

Ein weiteres Kerngeschäft ist von Anfang an auch das Verfassen von Filmrezensionen gewesen. „Wir bieten unsere Redaktionsdienste verschiedenen anderen Plattformen an, zum Beispiel Zeit-Online, Unikum oder Musikexpress“, berichtet David Streit, der erklärter Film-Fan ist und dementsprechend auch viele Streifen aus dem Kino kennt. Einnahmen aus der Werbung spielen, anders als man es bei den beachtlichen Nutzerzahlen vermuten würde, nicht die Hauptrolle. „Die Seite soll auf keinen Fall überfrachtet werden. Wenn wir Werbung zulassen, dann nur solche, die auch mit dem Thema zu tun hat.“ Das Filmvergnügen soll im Vordergrund stehen.

Und das hat sich radikal verändert: Längst vorbei sind die Zeiten, als die Familie noch vor dem Fernseher zusammenkam, um gemeinsam eine der Samstagabend-Shows zu verfolgen. Unterhaltung ist heute individueller, jeder schaut in erster Linie, was ihn interessiert - wann er möchte und Zeit dazu hat. Daraus ist – zugegeben - eine wahre Flut von Angeboten entstanden, in die man aber nun ganz leicht Ordnung bringen kann – mit ein wenig Hilfe aus Beelitz. David Streit möchte mit seiner Plattform anderen jungen Leuten zeigen, dass es sich lohnt, Projekte zu entwickeln und umzusetzen. „Jeder kann etwas aus seinen Ideen machen“, sagt er. Und das nicht nur in der Metropole, sondern auch draußen auf dem Lande.

Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
www.beelitz.de

 

weitere Informationen : David Streit

 

 
 
 

 

 

 

 

 

Beelitz - 01.07.2020   

Brot für Kitas und Schulen auf kurzem Lieferweg

die Kinder in den Beelitzer Kitas und Schulen beißen in letzter Zeit noch herzhafter in ihr Pausenbrot – denn statt abgepackter Industrieware wird nur noch frisches Brot aus der Backstube der Beelitzer Bäckerei Exner serviert. Mit kreativen Sorten wie Doppelback, Dinkel-Bronze, Buttermilch- und Vollkornbrot werden Frühstück und zur Vesper gleich nochmal so lecker und nahrhaft. Die Stadtverwaltung war in diesem Jahr an den ortsansässigen Familienbetrieb herangetreten und hatte gefragt, ob er nicht Interesse hätte, die Einrichtungen zu versorgen.

Mit der Liefervereinbarung mit Exner baut das Rathaus die Riege der regionalen Kooperationspartner für die kommunale Küche im Platanenring weiter aus. Bereits seit gut drei Jahren liefert die Beelitzer Nudelwerkstatt ihre schmackhaften Fusiloni, Bandnudeln und Spaghetti und sorgt damit regelmäßig für leergegessene Teller. Auch Obst und Gemüse bezieht die Küche, die täglich rund 1200 Malzeiten am Hauptstandort in der Kita Kinderland und am Nebenstandort in Fichtenwalde zubereitet, von Betrieben aus der Region.

„Schon die Tatsache, dass wir als Stadt eine eigene Küche für unsere Bildungs- und Betreuungseinrichtungen betreiben, ist eine echte Errungenschaft“, sagt Bürgermeister Bernhard Knuth. „Dass wir diese auch nutzen, um unseren Kindern hochwertige Malzeiten, zubereitet aus möglichst vielen regionalen Produkten, anzubieten, liegt da auf der Hand. Die Zusammenarbeit mit Betrieben aus der Stadt und der Region bringt für alle Seiten etwas: Wir wissen, dass wir uns in punkto Qualität auf unsere Unternehmen verlassen können, diese wiederum haben mit unserer Küche einen sicheren Abnehmer. Die Eltern sind froh, dass ihre Kinder auch tagsüber gut versorgt sind – und den Kleinen schmeckt es einfach.“ Mit der Bäckerei Exner habe man nun einen Partner, der für Qualität und auch Kreativität steht. „Kinder mögen Abwechslung auf dem Teller, einfach nur Brot mit etwas drauf, reicht nicht. Ich bin mir sicher, dass die Bäckerei Exner diese Erwartungen mit ihren hochwertigen Backwaren voll erfüllen wird.“

„Ich hatte mich schon früher einmal beworben und freue mich, dass wir nun als regionaler Handwerksbetrieb die Kitas beliefern dürfen“, sagt Firmeninhaber Tobias Exner. Er lobt die Initiative, den Kindern eine ausgewogene Ernährung anzubieten. „Meine Kinder gehen ja auch in Beelitz in die Kita und die Schule.“ Exner ist ohnehin sehr aktiv in der Stadt, lädt jedes Jahr 1000 Kinder zum vorweihnachtlichen Keksebacken ein.

Der Firmenchef sieht die Lieferbeziehung als gemeinsames Projekt mit der Stadt. „Ich habe ein gutes Angebot gemacht.“ Der mittelständische Familienbetrieb hat in den letzten Jahren expandiert und beschäftigt mittlerweile in der Backstube im Beelitzer Gewerbegebiet und in den 40 Fachgeschäften bis hin nach Potsdam und Berlin 270 Mitarbeiter. 2500 – 7000 handgemachte Brote verlassen täglich die Backstube. Ganz klein ist das Unternehmen also nicht mehr. Dennoch fällt es Exner oft genug schwer, Lieferkunden vor Ort zu finden. Das gilt besonders für Krankenhäuser und Altenheime. „Sie haben dort sehr oft Tiefkühlprodukte. Das hat nichts mit Genuss und gesundheitsbewusster Ernährung zu tun“, sagt Exner. Schon einige Male hat er an Ausschreibungen teilgenommen - vergeblich. „Ich habe wahnsinnig scharf kalkuliert, aber mein Angebot ist selten zum Tragen gekommen.“

Die Absage an frisches Brot ist für den Bäcker auch eine Frage des gesellschaftlichen Umfelds. „Entweder man will es als Gesellschaft oder nicht“, sagt Exner. Zumindest in den Filialen und den Cafés läuft das Geschäft nach einem Corona-bedingten Einbruch im März wieder. Exner zufolge kommen sogar zehn Prozent mehr Kunden als vor Ausbruch der Corona-Krise. „Handwerklich hergestellte, regionale Backwaren sind voll im Trend“, sagt der Bäckereichef.

 

Handwerk jetzt also auch in den Kitas und Schulen in Beelitz. Selbstverständlich hat   Küchenchef Jens Gaede   im Vorfeld ein Probebrot verkostet und für gut befunden, besonders das Doppelback. „Es ist etwas teurer bisher, aber die Qualität ist eine ganz andere“, sagt der Küchenmeister. „Wir unterstützen die Wirtschaft vor Ort, die Lieferwege sind kurz, das Brot ist frisch und enthält keine Konservierungsstoffe“, so Gaede.  „Das Brot ist lecker“, sagt auch der kleine Paul, der gerade auf dem Weg in die Kita ist. Die Leitung der Kita Kinderland begrüßt es, dass die Kinder jetzt frisches Brot zum Essen bekommen. „Wir sind ja eine Gesundheitskita“, sagt Tilo Fuhrmann, der mit seiner Kollegin Sabine Wicht die Kita leitet. „Uns ist eine ausgewogene Ernährung sehr wichtig und wir finden es gut, dass es keine abgepackten Brote mehr gibt.“ Das Brotangebot komme sehr gut an. Schon alleine, dass die Kinder zwischen verschiedenen Brotsorten wählen können, fänden alle sehr gut. Nur das Körnerbrot sei noch ungewohnt.

 

Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
beelitz.de

 

 

 

 

 

 

 

Land finanziert weitere Brunnen im Stadtwald

Informationen aus unserer Stadt 28. Jahrgang | Nr. 6 | 30. Juni 2020 BN

Zusätzlich zu den vorhandenen Löschwasserbrunnen rund um Fichtenwalde können nun weitere fünf im Bereich Heilstätten und Beelitz installiert werden

Die Stadt Beelitz rüstet weiter auf gegen die Gefahr verheerender Waldbrände: In nächster Zeit sollen insgesamt fünf weitere Löschwasserbrunnen im Stadtwald errichtet werden, vier davon westlich von Beelitz-Heilstätten und Beelitz, ein weiterer nördlich der Stadt an der Stromtrasse nahe des Teufelssees. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg hat dafür jetzt Fördermittel in Höhe von 125.000 Euro bewilligt.

 

Das Geld kommt aus dem Landeshaushalt und aus EU-Mitteln des ELER-Fonds und wird im Zuge der Richtlinie zur Förderung forstwirtschaftlicher Vorhaben des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft ausgereicht. Bereits im vergangenen Jahr waren fünf Brunnen rund um Fichtenwalde mit Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums angelegt worden. Dort, direkt an der A9, hatte im Sommer 2018 ein Großbrand auf insgesamt 80 Hektar Fläche gewütet und über 200 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus ganz Brandenburg und darüber hinaus über mehrere Tage in Atem gehalten. Die Stadtverwaltung und die Stadtwehrführung hatten daraufhin gemeinsam ein Waldbrandschutzkonzept erarbeitet, das neben dem Anlegen und der Pflege von Schutzstreifen und eines geeigneten Wegenetzes für die Einsatzkräfte auch den Bau von Brunnen vorsieht.

„Ich bin sehr froh, dass wir Unterstützung vom Land bekommen, wenn es um den Schutz unserer Bürger geht“, erklärt Bürgermeister Bernhard Knuth. Auch bei der Ausstattung der Feuerwehren könne die Stadt immer auf die Hilfe des Landes zählen. „Für die Kameraden sind solche Signale unheimlich motivierend. Und unsere Bürgerschaft ist erleichtert, dass wir in Zukunft Waldbrandkatastrophen verhindern können, indem die Feuerwehr schnell eingesetzt werden kann. In Anbetracht der zunehmenden Trockenheit vor allem in den Sommermonaten sieht sich die Beelitzer Feuerwehr stark gefordert: „Wir hatten seit dem Frühjahr bereits mehrere Brände im Wald löschen müssen, die wir aber schnell unter Kontrolle bekommen konnten. Dass wir in Zukunft auf Löschwasser vor Ort zurückgreifen können und nicht erst über weite Wege heranschaffen müssen, ist ein entscheidender Faktor bei der Bekämpfung von Waldbränden“, so Stadtwehrführer Mathias Jahn.

Die bereits installierten Tiefenbrunnen im Wald bei Fichtenwalde können 800 Liter pro Minute, beziehungsweise 48 Kubikmeter pro Stunde fördern, was auch der Feuerlöschnorm entspricht. Die Brunnen reichen in Tiefen zwischen 40 und 80 Meter und sind unabhängig vom Trinkwassernetz. Red.

beelitz.de
 

 

 

 

 

 

Beelitz - 30.06.2020

 

Für die Zukunft der Wälder

Extreme Trockenheit, Waldbrände und die Zunahme von Schadinsekten gehen nicht spurlos an den Wäldern in Brandenburg vorüber. Deshalb hat der Landesbetrieb Forst Brandenburg eine Beratungsinitiative für Waldbesitzer gestartet: Wie kann man selbst aktiv werden? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Welche Parner kann ich ansprechen? Antworten gibt es auf der neuen Internetseite www.ihrwaldbrauchtzukunft.de.

„Laubbäume pflanzen und säen und den Wald aktiv pflegen – das ist in den nächsten Jahren die wichtigste Aufgabe all derer, die Wald besitzen“, erklärte Brandenburgs zuständiger Minister Axel Vogel (Grüne) in einer Pressemitteilung. Aber allein durch Saat und Pflanzung von Laubbäumen sei es nicht zu schaffen. „Wir müssen auch die Kräfte der Natur nutzen. Die Bäume sorgen mit ihren Samen und Früchten selbst für Nachwuchs. Auch Tiere, wie der Eichelhäher, unterstützen dies.“ Zu viele Rehe und Hirsche hingegen würden als verbeißendes Schalenwild die jungen Bäume schädigen und verhindern so den natürlichen Mischwald. Daher müsse hier auch durch jagdliche Maßnahmen Einfluss genommen werden.

Der Aufbau der dringend notwendigen Mischwälder sowie die Anlage von Waldrändern wird zudem mit Fördermitteln unterstützt. Darüber hinaus werden neben dem Waldumbau auch Maßnahmen zum vorbeugenden Waldbrandschutz – bis zu 100 Prozent – gefördert. Durch die zunehmende Trockenheit im Zuge des voranschreitenden Klimawandels nimmt auch die Waldbrandgefahr weiter zu. Nutzen Sie die Fördermöglichkeiten und machen Sie Ihren Wald durch den Bau von Löschwasserentnahmestellen, die Herrichtung von Waldbrandschutzwegen und die Anlage von Schutzstreifen sicherer.

Die Försterinnen und Förster des Landesbetriebes Forst Brandenburg sowie freiberufliche forstliche Berater helfen privaten Waldbesitzern und beraten zu allen Fragen rund um Ihren Wald. Zusammenschlüsse, wie die Forstbetriebsgemeinschaften und die Waldbauernschule, unterstützen die über 93.000 kleinen Waldbesitzer, die Waldflächen von bis zu 10 Hektar ihr Eigen nennen. „Bitte nutzen Sie diese Möglichkeiten und Angebote, um Ihren Wald für den Klimawandel vorzubereiten und so in eine stabile Zukunft zu führen“, so Minister Vogel.

beelitz.de

 

siehe auch : MLUK  Reaktion auf Trockenheit

 

 

 

 

 

Arbeiten am Beelitzer Skater-Park schreiten voran

 

Beelitz - 26.06.2020

Arbeiten am Beelitzer Skater-Park schreiten voran

die jüngere Generation in Beelitz hat bald einen Grund mehr, nach der Schule nochmal vor die Tür zu gehen: Mit Skateboard, Longboard oder anderen Formen „rollender Bretter“ können Kinder und Jugendliche ab dem Spätsommer Kunststücke üben und ihre Freunde mit tollkühnen Tricks beeindrucken - und das auf einer professionellen Anlage, die immer wieder neue Herausforderungen bietet. Im Frühjahr ist mit dem Bau des neuen Skaterparks am Fuße des Wasserturms, unmittelbar hinter dem Gymnasiums-Gelände, begonnen worden. Die Bodenarbeiten sind mittlerweile schon gut vorangeschritten, auch die Zuwegung von der Karl-Liebknecht-Straße aus nimmt Form an. Im Juli werden voraussichtlich die ersten Elemente installiert. Die Tief-, Garten- und Landschaftsbauarbeiten hat die Beelitzer Firma Schielicke übernommen, für den Bau der Skateanlage selbst wurde die Firma X-Move aus Stockstadt am Main beauftragt.

„Im Moment wird die Winkelschutzwand installiert“, berichtet Michel Weber vom zuständigen Berliner Planungsbüro SWUP. „Die Wand soll eine Abgrenzung der Anlage zur Bahnstrecke hin schaffen und kann dann auch als Fläche für Graffiti-Künstler genutzt werden.“ Stadtverwaltung und Planer haben von Anfang an vor allem die künftigen Nutzer im Fokus gehabt – und sie bei der Konzeption der Anlage auch gleich miteingebunden. So wurden an den Schulen Projektwerkstätten veranstaltet, bei denen angehende und schon routinierte Skater ihre Vorstellungen äußern konnten. „Die Kinder und Jugendlichen finden ihre Ideen wieder, so entsteht neben insgesamt sieben Skate-Elementen wie Quarterpipe, Pool und anderen Schikanen zum Beispiel auch eine sogenannte Lümmelbank, die wie ein überdimensioniertes Board aussieht“, so Planer Weber.

„Ich bin sehr froh und auch ein bisschen stolz, dass wir hier ein Projekt umsetzen, das ausdrücklich für den Nachwuchs in unserer Stadt gedacht ist und dabei nichts mit Kita oder Schule zu tun hat“, erklärt Bürgermeister Bernhard Knuth. „Bei allen Investitionen, welche wir zurzeit im Vorfeld der Landesgartenschau 2022 oder in der Verkehrsinfrastruktur sowie in vielen weiteren Bereichen umsetzen, dürfen auch die Bedürfnisse der jüngeren Beelitzer nicht vergessen werden.“ Dass die Stadt dafür Fördermittel einsetzen kann, sei ein echter Glücksfall.

Insgesamt gut sechs Millionen Euro kann Beelitz mit Geld aus dem Bundesprogramm „Zukunft Stadtgrün“ rund um den Wasserturm ( Apoll ) einsetzen. Auf dem rund neun Hektar großen Gelände zwischen Bahntrasse und Karl-Liebknecht-Straße entsteht neben dem Trendsportbereich, der außer den Skater-Elementen auch drei Bodentrampoline vorsieht, in einem zweiten Bauabschnitt auch ein neues Freibad mit natürlicher Wasseraufbereitung. Das in Form eines Naturbadesees aber trotzdem mit Beton angelegte Bad soll das derzeitige Freibad an der Nieplitz ersetzen, das dringend saniert werden müsste. Die Kosten dafür wären aufgrund des hohen Grundwasserspiegels aber nicht überschaubar.

Das Schwimmbad wird neben einem Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich auch einen Sprungfelsen und eine Hangrutsche bekommen. Großzügige Freiflächen unterhalb der Böschung und eine weitläufige Liegewiese werden gemeinsam mit den Schwimmbecken in der Senke integriert. Das Bad kann auch für das Schulschwimmen genutzt werden. Derzeit werden die Planungen noch abgestimmt. In einem dritten Bauabschnitt soll dann der eigentliche Parkbereich rund um den Wasserturm aufgewertet werden. Unter anderem sind Walkingstrecken mit Trimm-Dich-Stationen geplant.

Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (033204) 39 138
Fax (033204) 39 136
www.beelitz.de

 

Skate Skatepark

 

 

 

 

 

Venus-Lichtspiele Beelitz

 

Beelitz - 24.06.2020

 

Altes Kino nun unter Denkmalschutz

Das Landesamt für Denkmalpflege hat die „Venus-Lichtspiele“ in die Denkmalliste aufgenommen. Darüber informierte Bürgermeister Bernhard Knuth in dieser Woche im Hauptausschuss. Die Stadt hatte das Gebäude, in dem seit den 1930er Jahren Vorführungen liefen und in dem viele Generationen von Beelitzern ihre Lieblingsfilme über die Leinwand flimmern sahen, vor rund zwei Jahren  bei einer Auktion ersteigert. Nach 30 Jahren Leerstand soll es neu belebt werden.

 


Die Eintragung in die Denkmalliste bedeutet nicht nur eine Anerkennung des kulturhistorischen Wertes der „Venus-Lichtspiele“, sondern eröffnet auch die Möglichkeit, Fördermittel zu beantragen. Geplant ist die Sanierung und Nutzung im Zuge der Landesgartenschau 2022 und danach als Programmkino für die Beelitzer. Für die Gestaltung des Innenraumes gibt es bereits erste Entwürfe, zudem sind die Schäden am Dach behoben worden. Für die nächsten Schritte wird nun auf eine Bestätigung vonseiten der Landesregierung gewartet.




i.V.m.
Beelitz - 08.05.2019

Große Perspektiven für ein kleines Kino - Tag der Städtebauförderung in Beelitz

es ist ein weiterer Schatz aus vergangenen Tagen, den die Stadt Beelitz unlängst gehoben hat: Die Venus-Lichtspiele in der Clara-Zetkin-Straße 194, ab den 1930er Jahren beliebtes und zu DDR-Zeiten einziges Kino der Stadt. Nachdem der Betrieb 1991 eingestellt wurde, verfiel das Gebäude zusehends und wurde aus der Insolvenzmasse des bisherigen Eigentümers von der Stadt erworben. Beim Tag der Städtebauförderung am kommenden Samstag werden die Venus-Lichtspiele geöffnet.
 
„Mittlerweile ist das Gebäude aufgemessen und im Grundriss erfasst worden. Wie wir das Kino wieder mit Leben füllen, wird gerade in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Bauen und Verkehr, mit dem Sanierungsträger und der Denkmalschutzbehörde abgestimmt“, erklärt Bürgermeister Bernhard Knuth. Nach ersten Überlegungen soll das Kino hergerichtet und künftig von den Schulen für Filmvorführungen genutzt werden. Auch als Programmkino an den Abenden könnten die Venus-Lichtspiele eine neue Zukunft bekommen. „Wir nehmen auch gern Ideen auf, und dafür ist der Tag der Städtebauförderung eine sehr gute Gelegenheit.“
 
Von 13 bis 16 Uhr wird das Gebäude am Samstag geöffnet sein, vor Ort kann man sich ein Bild vom Zustand des einstigen Lichtspielhauses, das Platz für 200 Zuschauer bot, machen. Der ein oder andere wird dabei vielleicht auch an frühere Kinobesuche erinnert werden.
 
Für die Sanierung – die Fassade an der Straße soll nach dem historischen Vorbild rekonstruiert werden – möchte Beelitz Fördermittel aus dem Städtebaufonds einsetzen. „Für eine Stadt ist es wichtig, dass solche Schlüsselobjekte, die Tradition und Geschichte haben, auch eine Zukunft bekommen“, so der Bürgermeister. Das bewahrt Identität und hat auch pragmatischen Nutzen, denn statt Leerstand entsteht Leben. Das habe man auch mit vielen anderen Objekten wie dem Deutschen Haus, dem ehemaligen Hotel Zum goldenen Stern oder der Alten Posthalterei so gemacht.
 
Der Tag der Städtebauförderung wird seit fünf Jahren bundesweit begangen und soll eine Bühne zur Präsentation von Vorhaben in Städten und Gemeinden bilden. In diesem Jahr beteiligen sich über 1000 Kommunen an der Aktion.
 
Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (033204) 39 138
Fax (033204) 39 136
www.beelitz.de
    

siehe auch : Denkmale des Monats - Beelitz

 

 

 

 

 

 

Sturm auf die Kletterspinne Kita „Kinderland“ Beelitz

 

Beelitz - 30.06.2020

 

Sturm auf die Kletterspinne

Seit heute können sich die Kinder der Kita „Kinderland“ hoch hinaus wagen: Die Stadt hat für die Betreuungseinrichtung eine Kletterspinne angeschafft und auf dem Außengelände nahe der Oberschule aufbauen lassen. „Das ist aber nur der Anfang“, verriet Bürgermeister Bernhard Knuth den Kindern, „denn wir werden noch weitere tolle Sachen für Euch hier bauen, zum Beispiel einen Wasserspielplatz.“ Für den hat die Stadt bereits Fördermittel aus dem EU-ELER-Fonds vom Land bewilligt bekommen, mit dem Projekt soll die pädagogische Ausrichtung als Gesundheitskita unterstützt werden.
 


Zurzeit wird die mit rund 350 Betreuungsplätzen größte Tagesstätte der Stadt umfassend saniert. Arbeiten in den Räumen des vor knapp 40 Jahren errichteten und seither immer wieder veränderten Gebäudes im Platanenring laufen. Für die Kinder selbst stand aber erst einmal die neueste Errungenschaft im Mittelpunkt: Wie flinke  Ameisen stürmten sie das größtenteils aus gespannten Seilen bestehende Klettergerät, das immerhin 45 000 Euro einschließlich der Installation gekostet hat, dafür aber auch mindestens 15 Jahre halten soll. „Die Kinder haben so etwas schon seit längerem vermisst, sie brauchten dringend ein Klettergerät“, sagte Tilo Fuhrmann vom Kita-Leitungsteam.
 


Für zusätzlichen Ansporn beim Premieren-Aufstieg sorgte aber auch noch etwas anderes: Die ersten Fünf, die oben waren, bekamen vom Bürgermeister eine der neuen Spargelino-Tassen, welche es demnächst auch in der Tourist-Info gibt, und Kühlschrankmagneten mit dem Beelitz-Maskottchen.             
 
Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
www.beelitz.de

 

kita-kinderland-beelitz.de

 

 

 

 

 

 

Beelitz - 27.05.2020

 

Wo einst der Wagenmeister sein Schmiergeld bekam

In Zukunft soll es in der Alten Posthalterei auch neue Konzepte für Schulen geben

von Antje Schroeder

Justine Remus bereitet in der Stadtverwaltung die Wiedereröffnung des Museums vor.

Aufräumen, planen, Depots sichten: Die Corona-Zeit nutzt Justine Remus intensiv, um die Wiedereröffnung des Museums „Alte Posthalterei“ voranzutreiben. „Ich habe genug zu tun, ob Corona oder nicht“, sagt Remus, die für das Museum zuständig ist. Unter anderem hat sie die Bestände in den vorübergehenden Depoträumen durchgesehen und dort ein paar Sachen für die ständige Ausstellung im Expeditionszimmer herausgepickt, beispielsweise einen alten Koffer und einen alten Postsack. Langfristig ist angedacht, auch die gegenüberliegende Passagierstube dem Museumsbetrieb zugänglich zu machen, in der derzeit noch die Stadtbibliothek untergebracht ist. In dieser Stube konnten sich einst die Insassen der Postkutschen ausruhen, bevor es nach Potsdam oder Treuenbrietzen weiterging. Dies sieht zumindest das Museumskonzept vor, das derzeit im Entstehen ist.

Einige Objekte aus der Ausstellung hätten wieder zurückgegeben werden müssen, bedauert Remus. Eigentlich wollte sie schon im April das Museum wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen, dann kam das Corona-Virus dazwischen. Nunmehr strebt Remus eine Wiedereröffnung des Museums zum nächstmöglichen Zeitpunkt an – vielleicht bereits zum Internationalen Museumstag am 17. Mai. Natürlich unter Vorbehalt.
Schon heute ist die Alte Posthalterei ein Ort, an dem Geschichte unmittelbar erfahrbar ist. Das ist ziemlich selten. In Beelitz ist die 1789 errichtete preußische Post-Relaisstation noch weitgehend erhalten. Das Haus war seit dem 18. Jahr-hundert wichtiger Halt an der Poststrecke zwischen Leipzig und Berlin. Auch Prominente wie Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Heinrich von Kleist machten hier Station.

1827 übernahm Johann Friedrich Simon für zunächst zehn Jahre „die Versorgung des gesamten Post-Fuhrwesens auf der Station Beelitz“, wie aus einem achtseitigen „Contract mit dem Posthalter“ im Besitz des Museums hervorgeht. Zu dem Haus gehörten auch bis zu 32 Pferde, fünf Postkutschen und sechs weitere Wagen. Simons Nachfahren betrieben die Posthalterei bis 1874.

Hier ist fast alles original erhalten – vom Abfertigungsfenster, durch das früher Passagiere ihre Fahrscheine erhielten, bis hin zu den Wandgemälden, die vor allem die ehemaligen repräsentativen Wohnräume im Obergeschoss ausschmücken. Im Durchgang steht eine Postkutsche für bis zu neun Passagiere, eine Leihgabe des Museums für Kommunikation Berlin. Posthörner und eine Uniform geben einen Eindruck vom Beruf des Postillions. Ein solcher Postwagen-Gespannführer musste nicht nur mit Pferden umgehen können und die Tiere vor zu viel Druck der staatlichen Kuriere schützen, die unterwegs häufig auf Eile drängten. Der „Schwager“ hatte auch die unterschiedlichsten Signale auf dem Posthorn zu beherrschen, beispielsweise für Abgang und Ankunft, für Personenposten, für Schnellposten und vieles mehr. Daneben wurden Postillione, ähnlich wie heute Busfahrer, von den Passagieren gerne mal für Verspätungen und die Strapazen der Reise auf den holprigen Straßen verantwortlich gemacht. Entsprechend unwirsch war oft die Antwort – als grob und bissig wird der Ton der Postkutscher beschrieben.

Eine Reise von Berlin nach Beelitz dauerte noch Anfang des 19. Jahrhunderts mit Pausen neun Stunden, wie aus einem „Fahrplan“ im Museum hervorgeht. Der Fahrgast brach jeweils sonntags oder mittwochs mittags in Berlin auf und kam nach Zwischenstopps in Zehlendorf und Potsdam am späten Abend in Beelitz an. Hier wurden in der „Ausspannung“ die Pferde gewechselt, dann fuhr die Kutsche weiter nach Treuenbrietzen. Wer die Extrapost zum Reisen nutzen wollte, musste tief in die Tasche greifen. Beispielsweise reiste Prinz Georg von Altenburg am 18. August 1832 hier durch und bezahlte für die Fahrt nach Treuenbrietzen die Summe von drei Talern und 14 Guten Groschen, wie aus einem Passagierbillet (Reiseschein) in der Ausstellung hervorgeht. Darin enthalten war ganz offiziell ein Bestell- und „Schmiergeld“ von fünf Guten Groschen für den Wagenmeister – Geld, um die Achsen der Postkutschen einzufetten.

Justine Remus Beelitz Museum Alte Posthalterei

 

Geoinformatik-Studenten, die kürzlich die „Alte Posthalterei“ besucht haben, waren so beeindruckt, dass sie nun ein Brettspiel über Beelitz und die Poststrecke entwickeln wollen, wie Remus berichtet.

Remus, die aus Treuenbrietzen stammt, hat in Halle (Saale) Archäologie und Kunstgeschichte studiert, außerdem an einigen großen Museen gearbeitet und Projekte realisiert.

 

 

Sie will nicht nur die Ausstellung aufpeppen, sondern auch das Museum stärker als Ort der Inspiration etablieren, namentlich für Beelitzer Kinder und Jugendliche. Deshalb hat Remus den Schulen Sonderführungen und gemeinsame Reisen in die Geschichte angeboten.

 

„Kinder und Jugendliche sollen Spaß am Lernen haben und auch die Geschichte ihrer Heimatregion spielerisch erfahren“, hat die Museums-Verantwortliche an die Direktorinnen und den Direktor der Beelitzer Schulen geschrieben.

 

Sie schlägt beispielsweise Theaterstücke rund um die Alte Posthalterei vor, das Basteln von Briefumschlägen nach historischem Vorbild, die Verfremdung von Bildpostkarten oder ein „Stille-Post-Spiel“ im Museum. Jedes Kind sollte in seiner Schulzeit ein Projekt in Kooperation mit einem Museum erlebt haben, wünscht sich Remus.

Für Ende Mai hat sie bereits eine Geschichtsrallye mit der Diesterweg-Grundschule geplant – ein Projekt, was noch unter dem Vorbehalt der Kontaktbeschränkungen wegen des Corona-Virus‘ steht.

 

Doch obwohl in den letzten Wochen mancherorts die Zeit stillzustehen schien, gilt dies nicht fürs Beelitzer Museum. „Ich habe jetzt Zeit, mich mit den Objekten und der Sammlung an sich zu beschäftigen, was natürlich weitere Ideen für die Erweiterung des Museums sprudeln lässt“, sagt Remus.

Antje Schroeder - Beelitz 27.05.2020

 

alte-posthalterei-beelitz.de

 

www.museum.web-bb.de

  

 

 

 

 

 

Beelitz - 03.03.2020

 

Vom Estrel-Hotel in die Schulküche

Seite zwei Jahren sorgt ein echter Spitzenkoch dafür, dass Kita- und Schulkinder in den Beelitzer Einrichtungen gesund satt werden und es ihnen schmeckt. Jens Gaede hat früher im Estrel-Hotel und im Restaurant am Berliner Funkturm gekocht, dann aber für die Familie den Arbeitsplatz gewechselt. Hier ein Portrait unserer Kollegin Antje Schroeder zur freien Verwendung, gern auch als Anregung, selbst zu recherchieren:

Teewasser dampft in riesigen Kesseln, daneben auf dem Kipper – eine Art Herd mit Bratplatte – können 85 Kartoffelpuffer gleichzeitig gebraten werden. „Wir kochen hier für 900 Kinder“, sagt Jens Gaede. Als Küchenmeister ist er dafür verantwortlich, dass die Schul- und Kitakinder in Beelitz und Umgebung möglichst frisches und gesundes Essen bekommen. Hier in der Kita Kinderland wird das Essen zentral für alle Beelitzer Schulen und Kindergärten zubereitet, ein weiterer Koch in Fichtenwalde richtet außerdem 300 Mahlzeiten am Tag für die dortige Grundschule und den Kindergarten an.

Seit Februar 2017 ist Gaede Küchenchef in Beelitz. Der gebürtige Berliner hatte in Köpenick gelernt und unter anderem im Estrel-Hotel und im Restaurant am Funkturm gekocht. Der gehobenen Sternegastronomie hat der 46-Jährige den Rücken gekehrt – nicht zuletzt, um ein halbwegs geregeltes Arbeitsleben zu haben und seine beiden Kinder in Groß Kreutz aufwachsen zu sehen. „Die Arbeitszeiten in der Gastronomie sind nicht familienfreundlich“, sagt er.
 
Vom à-la-Carte-Restaurant in die Großküche: Das bedeutet nicht, dass die Herausforderungen geringer sind. Schon allein, weil Gaede der Spagat gelingen muss, gesund und trotzdem lecker zu kochen – er gleichzeitig aber auch die Kosten im Blick haben muss. Für Kita- und Krippenkinder zahlen Eltern 1,25 Euro pro Portion, für Hort- und Schulkinder 1,80 Euro. Den Rest trägt die Kommune. Eine Portion Essen kostete in der Herstellung nach den letzten vorliegenden Zahlen aus dem Jahr 2018 3,95 Euro, weiß Antje Lempke aus dem Hauptamt der Stadtverwaltung. In jenem Jahr waren 190.600 Portionen ausgereicht worden.
 
Gaede versucht, so oft wie möglich regionale Produkte zu verwenden – wobei es häufig daran scheitert, dass es nicht genügend Anbieter für größere Mengen gibt. Obst und Gemüse kommen aber aus Werder, Nudeln bezieht die Küche des Öfteren aus der Beelitzer Nudelwerkstatt. „Es wird viel frisch gekocht“, sagt Gaede. Das ist in Zeiten von Caterern, die vielerorts die Schulen beliefern, nicht selbstverständlich. In Nachbarkommunen wie Michendorf und Seddiner See gab es beispielsweise immer wieder Forderungen, selbst vor Ort zu kochen.
 
Um fünf Uhr treten Jens Gaede und seine beiden Köche den Dienst an. Eine weitere Fachkraft bereitet Frühstück, später Vesper und andere kalte Gerichte zu. Bis halb elf muss das Essen fertig sein, damit es um 11:30 Uhr in den Schulen und Kitas aufgetischt werden kann. „Wir fahren alles zeitnah rüber“, sagt Gaede. Durch die stadteigene Küche entfallen lange Transportwege, das Essen muss nicht stundenlang warmgehalten werden. 40 Kilogramm Fleisch, 50 Kilogramm Gemüse, 120 Kilogramm Kartoffeln und 80 Kilogramm Nudeln kommen täglich in Kessel oder Bratenkipper. Wenn es Milchreis gibt, werden schon einmal 23 Kilogramm Reis mit 230 Liter Milch gekocht. Ohne Vorprodukte, so genanntes Convenience-Essen, kommen sie allerdings auch in Beelitz nicht hin. So werden die Kartoffelpuffer vorgefertigt angeliefert, auch das Hühnerfleisch für Frikassee kommt in Würfeln – anders wäre das Kochen zeitlich und personell nicht zu schaffen.
 
Zweimal in der Woche gibt es Fleisch, einmal eine süße Hauptspeise, Mittwochs Suppe, Freitags Fisch. Kinder können täglich eine vegetarische Variante wählen, wahlweise gibt es das Essen auch ohne Schweinefleisch. Lebensmittelunverträglichkeiten, beispielsweise gegen Gluten, berücksichtigt Gaede ebenfalls. „Das ist eine logistische Herausforderung“, sagt er. Und nicht zuletzt muss Gaede auch noch auf die acht Seniorinnen und Senioren im Beelitzer Seniorenzentrum eingehen, die ebenfalls mit bekocht werden. Einmal rief ihn ein älterer Herr im Sommer an: warum es in der Spargelstadt Beelitz nie Spargel gebe. Also kochten sie für die ältere Generation Schnitzel mit Spargel.
 
Auf eine Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung haben Gaede und seine Kolleginnen und Kollegen allerdings wieder verzichtet – zu umfangreich und teuer waren die Auflagen, beispielsweise zweimal im Monat Fettfisch wie Hering oder Lachs zu servieren. Dennoch achtet Gaede darauf, dass das Schulessen von Beelitz gesund ist, etwa nicht zu viel Zucker und wenig Salz enthält. Gaede probiert auch gelegentlich Neues aus. Und altbewährtes. So hat er sich auf Anregung eines Lieferanten ein Buch mit den Lieblingsrezepten der Großeltern-Generation gekauft, um das eine oder andere nachzukochen. Und was ist sein persönliches Lieblingsessen? Er esse alles gerne, sagt Gaede. Vielleicht Spaghetti Bolognese.
 
Bei den Kindern kommt das Essen gut an. „Ich bin sehr zufrieden und gehe häufig essen“, sagt Isabella Beeskow, die im Gymnasium die 11. Klasse besucht. Eine Umfrage aus dem Jahr 2017 hat ergeben, dass drei von vier Kindern das Essen mögen. 32,5 Prozent der Kinder waren demnach „sehr zufrieden“ mit dem Speiseplan und dem Geschmack des Schulessens, weitere 45,1 Prozent „zufrieden“. Isabella Beeskow findet es besonders gut, dass das Essen abwechslungsreich ist und des Öfteren auch mal etwas Neues ausprobiert werde. Isabella selbst isst am liebsten Milchreis und Eierkuchen. Nur an den Fischtagen würde sie gerne mehr Alternativen zum Fisch haben. „Fisch ist eben nicht jedermanns Sache“, seufzt Chefkoch Jens Gaede.
 
Sein Traum wäre eine größere Küche.  In der Kita geht es doch sehr beengt zu. Oft steht Gaede allerdings nicht mehr persönlich in der Küche. Chefkoch für die Kinder von Beelitz zu sein, bedeutet eben auch viel Büroarbeit. Dennoch trauert Gaede nicht den Zeiten hinterher, in denen er Lammcarrée an Rotwein-Balsamico-Reduktion oder andere Feinschmecker-Gerichte zubereitet hat. „Es ist eine größere Herausforderung, aber Kinder sind weniger voreingenommen und die besseren Kritiker“, sagt er. Und am schönsten ist es, wenn die Kinder nach dem Essen durch die Gänge laufen und ihm sagen, dass es geschmeckt hat. „Das baut einen richtig auf“, sagt Gaede. Die Arbeit in Beelitz sei „der Sechser im Lotto“. 
  

 

 

 

 

 

 

Die Recycling-Brille aus dem Ozean

Informationen aus unserer Stadt 28. Jahrgang | Nr. 2 | 26. Februar 2020 BN

Plastikmüll in den Weltmeeren ist ein riesiges ökologisches Problem. Er kann aber auch als Rohstoff verwendet werden. Zum Beispiel für Brillen. Im Schmiedehof sind sie erhältlich

Die Ozeane ertrinken im Plastikmüll. Die britische Weltumseglerin Ellen MacArthur hat prognostiziert, dass es im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische geben wird. Fünf bis 13 Millionen Tonnen gelangen nach Schätzungen der Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) jedes Jahr ins Meer – von vermüllten Stränden, von Schiffen oder über das Abwasser, beispielsweise als Plastikpartikel aus Fleecepullis, Zahnpastas und Duschgel.

Für Stefan Fuhrmann ein Anlass, nun auch in Beelitz ein Zeichen zu setzen. Seit Ende Januar verkauft der Optiker im Schmiedehof Brillen aus recycelten Plastikabfällen aus dem Meer. „Bei der Optikermesse in München sind wir zufällig darauf gestoßen, und waren hellauf begeistert“, sagt Fuhrmann. Herstellerin ist die spanische Firma Sea2See, die 2016 von dem belgischen Unternehmer François van den Abeele in Barcelona gegründet worden war. Vor allem Fischernetze sammelt die Firma beziehungsweise die mit ihr kooperierenden Fischer ein – in Spanien und mittlerweile auch in Ghana. Verloren gegangene oder auf hoher See entsorgte „Geisternetze“ machen 13 Prozent des gesamten Plastikmülls in den Meeren der Ozeane aus. Diese durch das Meer strudelnden Netze bilden oftmals Ab-fallinseln, in denen sich Meerestiere verfangen – wie zum Beispiel eine Meeresschildkröte, die auf einem Video der Firma zu sehen ist. „Es ist erschreckend, wie die Schildkröten elendig in Fischernetzen stecken“, sagt Fuhrmann. Er setzt darauf, durch die Brillen einen kleinen Denkanstoß zu geben. „Wir werden damit die Welt nicht retten, aber haben den Anspruch, die Leute darauf aufmerksam zu machen“, sagt Fuhrmann.

Die Netze und anderer Plastikmüll werden von Sea2See gesam-melt, gewaschen, sortiert und zu kleinen Pellets gepresst. Diese gehen nach Italien und werden dort zu hochwertigen Brillengestellen weiterverarbeitet. 28 Modelle in drei bis vier Farben liegen derzeit in Fuhrmanns Laden in Beelitz – von der Sonnenbrille bis zum Alltagsmodell, vom Gestell für Jüngere bis zur Sehhilfe für Ältere. Viele Gestelle sind extrem leicht und biegbar. Binnen weniger Tage hat Fuhrmann schon einige Exemplare verkauft. „Die Leute sind alle begeistert“, sagt der Optiker, der den Beelitzern bescheinigt, durchaus umweltbewusst zu sein.

Auch Bürgermeister Bernhard Knuth – selbst von Hause aus Optiker - ist angetan. „Es ist toll zu sehen, wie sich die optische Branche dem Klimaschutz öffnet“, sagt Knuth, der das Geschäft ursprünglich gegründet hatte. Als er Bürgermeister wurde, ist er ausgestiegen und hat den Laden an seinen ehemaligen Lehrling Fuhrmann übergeben.

Knuth zufolge geht die Kommune selbst in Sachen Umweltschutz voran und hat vor zwei Jahren das Einwegplastikgeschirr beim Beelitzer Spargelfest abgeschafft. Auch der Ortsteil Fichtenwalde habe wiederverwendbare Becher für den Zapfenmarkt angeschafft. A. Schroeder

beelitz.de
 

 

 

 

 

 

 

GRÜNE WOCHE 2020

Informationen aus unserer Stadt 28. Jahrgang | Nr. 2 | 26. Februar 2020 BN

„… und das ist die pure Lust am Leben“

Neue Kontakte und noch mehr Fans: Beelitz glänzte auf der Grünen Woche

Unzählige interessierte Besucher, ein umjubeltes Bühnenprogramm und viele neue Kontakte, auf die man in Zukunft aufbauen kann: Beelitz hat für sich jetzt eine durchweg positive Bilanz der Internationalen Grünen Woche in Berlin gezogen. Zehn Tage lang war die Stadt mit einem eigenen Stand in der Branden-burghalle präsent gewesen und hat diesen genutzt, um für sich und regionale Erzeugnisse zu werben, aber auch um ins Gespräch mit anderen Produzenten zu kommen.

„Wir sind vor Ort mit vielen Ausstellern in Kontakt getreten und haben auch erste Vereinbarungen im Hinblick auf die Landesgartenschau treffen können“, berichtet Bürgermeister Bernhard Knuth, der fast jeden Tag in Berlin dabei war. So wurde mit einzelnen Städten bereits erörtert, wie deren Auftritt in zwei Jahren in Beelitz aussehen könnte. Auf dem Gartenschaugelände zwischen Altstadt und Nieplitz wird es einen „Garten der Regionen“ geben und auch das Programm soll von den Städten und Regionen mitgestaltet werden. Mit der in Spremberg ansässigen Confisserie Felicitas indes wurde vereinbart, dass man gemeinsam eine Laga-Praline für Beelitz mit Spargelnote kreieren könnte.

Darüber hinaus wurden unzählige Einladungen für das Jahr 2022 in Beelitz ausgesprochen – die Stadt hatte über Zehntausend Flyer allein für die Gartenschau mit im Gepäck, um sie in der Brandenburghalle zu verteilen. „Die Besucher waren immer aufgeschlossen und sehr interessiert gewesen. Viele haben gesagt, dass sie sich die Gartenschau bei uns nicht entgehen lassen wollen“, so der Bürgermeister weiter. Aber auch für das Spargelfest in diesem Jahr, die Saison insgesamt und viele weitere Termine in Beelitz ließen sich die Messe-Besucher begeistern.

Dazu dürfte dann auch das umfangreiche Bühnenprogramm beigetragen haben, mit dem Beelitz am zweiten Donnerstag angetreten war: Musik mit der Kita „Sonnenschein“, Dagmar Frederic, der Karnevals-Band Berlapidar, Tanz mit den Kindern der Tanzakademie Cifuentes und der Minigarde des Beelitzer Carneval Clubs, Action mit den Burning Ropes und ordentlich was zu lachen mit Erna. Für einen klangvollen Rahmen sorgten die Beelitzer Blasmusikanten und der Spielmannszug Beelitz.

Und auch einen namhaften „Show Act“ konnte Beelitz aufbieten: Die Band „Geier Sturzflug“ sang ihre Neue-Deutsche-Welle Hits „Bruttosozial-produkt“ und „Die pure Lust am Leben“ und warb damit auch gleich für das Beelitzer Spargelfest, zu dem die Stadt am ersten Juni Wochenende wieder mehrere Zehntausend Besucher erwartet. Dort treten Geier Sturzflug am Sonntag auf - neben Maximilian Arland und Feuerherz. Am Samstagabend stehen Beatrice Egli und Achim Petry und bereits am Freitag Blümchen auf der Bühne.

Alles in allem bescherte Beelitz den Berlinern vier Stunden Stimmung und Lebensfreude, von der sich das Publikum anstecken ließ: es wurde geklatscht, gejubelt - und kurzzeitig auch mal die Bühne gestürmt. Wie sich wieder einmal zeigte, ist die Lust groß in Berlin: Auf Beelitz, auf das Landleben, die anstehenden Veranstaltungen und auf die vielen Produkte, die hier entstehen. Red.

beelitz.de

 

gruene-woche-beelitz.de

 

 

 

 

 

 

 

PENSION SCHÖLLER

Informationen aus unserer Stadt 28. Jahrgang | Nr. 1 | 29. Januar 2020 BN

Irre Abende rund um Silvester

Die Inszenierung der Pension Schöller im Deutschen Haus sorgte für Abwechslung „zwischen den Jahren“

E inmal mehr hat sich das Deutsche Haus als pulsierendes kulturelles Herz der Stadt bewährt - und das in einer Jahreszeit, in der sich das Leben normalerweise im Priva-ten abspielt. Statt Ruhe und Langeweile gab es „zwischen den Jahren“ bis zum 5. Januar jede Menge laute Lacher, jubelnden Applaus und ein spielfreudiges Ensemble, das es nochmal so richtig hat krachen lassen. Die Neuauflage des Schwanks „Pension Schöller“ ist ein voller Erfolg geworden: Was den Kartenverkauf angeht - die Vorstellungen waren überwiegend voll belegt - aber vor allem was die Reaktionen des Publikums betrifft.

Bis aus Dresden waren Zuschauer angereist, um das Kult-Ensemble der Bühnen am Kurfürstendamm noch einmal zu erleben - und auch aus Berlin sowie natürlich auch aus der Region. Der Weg hat sich für alle gelohnt: Die Gags saßen, ebenso wie die lieb gewordenen Rollen, in die sich die Akteure um Regisseur Jürgen Wölffer schnell wieder hineingefunden hatten. Bereits 2017, im Rahmen der Beelitzer Festspiele, war der Schwank erfolgreich gelaufen. Und davor rund 1400 Mal am Boulevardtheater der Hauptstadt. In dem Stück geht es um einen Gutsbesitzer, der in Berlin unbedingt mal eine Soiree in einer Irren-anstalt besuchen möchte, um zu Hause am Stammtisch mit einer Anekdote auftrumpfen zu können, vielleicht sogar selbst mal ein Sanatorium zu eröffnen. Immerhin seien kaputte Nerven ein echter Markt, wie er findet. Aufgrund eines Schwindels landet er in der Pension des ehemaligen Musikdirektors Schöller, wo die Gäste fast so verschroben wie echte Patienten sind.

„Wir freuen uns sehr, noch einmal in Beelitz spielen zu dürfen“, begrüßte Wölffer das Publikum zur Premiere im stilvoll sanierten Festsaal des Deutschen Hauses. Und diese Freude merkte man: Er selbst präsentierte sich mit Hingabe als cholerischer Major A.D., Achim Wolff spielte mit Wonne den berlinern-den Gutsbesitzer Philipp Klapproth. Schauspiellegende Herbert Köfer, der auch mit fast 99 Jahren souverän auf der Bühne steht, spielte charmant und liebenswert den Pensionswirt Schöller - auch trotz Erkältung - und bekam nicht zuletzt auch aufgrund seines Lebenswerkes stehende Ovationen. Und Winfried Glatzeder als verzweifelter Theaterschüler Eugen, der kein „n“ sprechen kann, zelebrierte den Sprachfehler geradezu.

Letztendlich hatten alle Darsteller ihren Spaß daran, noch einmal in die früheren Rollen zu schlüpfen - auch Christine Schild als schrullige Schriftstellerin Josephine Zillerthal, Gisbert-Peter Terhorst als Großwildjäger Bernhardy und Oliver Betke in der Rolle des verliebten Alfred Klapproth. Lediglich zwei Neubesetzungen hatte es gegeben, so übernahm Gabi Gasser die Rolle von Klapproths Schwester Ida und als Franziska Schöller trat Grimme-Preisträgerin Julia Blankenburg an, die ihrer Rolle eine kesse und charmante Note verlieh.

Letztendlich wurde jede Vorstellung zu einem Vergnügen, das viele Zuschauer noch einmal sehen wollten - möglicherweise war es sogar die letzte Gelegenheit gewesen, denn ein weiteres Mal werde man die Pension Schöller wohl nicht mehr gemeinsam auf die Bühne bringen, wie Jürgen Wölffer durchblicken ließ. Und so kam es, dass an einigen Abenden die Plätze nicht ausgereicht haben und noch Stühle dazu geholt werden mussten.

Was vor über zwei Jahrzehnten in Berlin begann, nahm nun also in Beelitz seinen Abschluss. „Ein bisschen erfüllt es mich mit Wehmut“, sagte auch Herbert Köfer. „Was haben wir nicht alles erlebt mit der ganzen verrückten Bande von Schöller. Es war mir eine Ehre und eine große Freude, Teil eines fantastischen Ensembles zu sein.“ Oder wie es sein Alter Ego Schöller sagte: „Ich bin stets bestrebt, meinen Pensionären den Aufenthalt in meinem Hause so angenehm wie möglich zu machen.“ Und das ist noch einmal hervorragend gelungen. Red.

beelitz.de

 

www.deutsches-haus-beelitz.de

 

 

 

 

 

 

 

Theater und Familie

Was den Schauspieler Winfried Glatzeder mit Beelitz verbindet...

Informationen aus unserer Stadt 28. Jahrgang | Nr. 1 | 29. Januar 2020 BN

In der Komödie „Pension Schöller“ stand er als Schauspielschüler Eugen in Beelitz auf der Bühne und sorgte mit einem Sprachfehler für jede Menge Lacher. Außerhalb der Auftritte nutzte Winfried Glatzeder die Zeit mitunter, um ein wenig durch die Spargelstadt zu streifen. Denn der Aufenthalt hier war zugleich Rückkehr an einen einprägsamen Ort seiner Kindheit.

Der berühmte Schauspieler, der im April seinen 75. Geburtstag feiert, hatte einen Onkel in Beelitz und kann sich noch erinnern, wie er als Zwölfjähriger hier einige Tage verbrachte. „Zwei Dinge hatten meinen Onkel ausgezeichnet: Er war Zahnarzt – und er sammelte Uhren“, erinnert sich Glatzeder. Und ob Dr. Werner, der in der Mühlenstraße wohnte und praktizierte, nun einen Patienten behandelte oder eine seiner wertvollen Objekte reparierte – das Werkzeug war manchmal dasselbe. „Er mochte uns nicht besonders, weil wir in seinem Uhrenzimmer untergebracht wurden. Meine Mutter sagte, dass bei dem Ticken niemand schlafen kann, und so musste er alle Uhren anhalten.“

Über 60 Jahre ist das jetzt her, und doch kann sich Glatzeder, den die meisten aus Defa-Filmen wie „Die Legende von Paul und Paula“ oder „Der Mann, der nach der Oma kam“ kennen, gut an die Stadt erinnern. „Den Geruch des Konsums im Erdgeschoss habe ich noch in der Nase. Und ich weiß, wie wir durch die Wiesen hinter dem Haus getobt sind“, berichtet er. „Wenn man älter wird, kommt einem das nicht mehr so weit weg vor, wie es tatsächlich ist.“ Zumal er auch jemanden in Beelitz getroffen hat, der sich ebenfalls noch an seinen Onkel erinnern kann: Fleischermeister Richard Becker, der mittlerweile über 90 ist, war einst bei Dr. Werner in Behandlung. „Er konnte mir sogar eine Goldfüllung zeigen, die er heute noch von ihm hat“, schmunzelt Glatzeder.

Während der Tage in Beelitz – er hatte sich ein Zimmer genommen, um nicht pendeln zu müssen – kam der Schau-spieler ins Gespräch mit den Leuten, die ihn natürlich auch erkannten. Aus Film- und Fernsehrollen und durch die Beelitzer Festspiele vor zwei Jahren. „Was sich seither wieder in der Stadt getan hat, ist wirklich beachtlich. Und die Atmosphäre mit den vielen sanierten Häusern und der Beleuchtung zurzeit ist einfach toll.“

Aufgewachsen ist Winfried Glatzeder in Berlin, wo sein Großvater nach dem Krieg Bezirksbürgermeister wurde und wo er selbst heute lebt. Seine Erinnerungen an diese bewegte Zeit, aber auch die Jahre danach, beim Film, Fernsehen und am Theater, hat er in seiner Autobiografie festgehalten. Mit dem Buch „Paul und ich“, erschienen im Aufbau-Verlag, ist er auch oft auf Lesereisen unterwegs. Beelitz habe ihn immer ein bisschen begleitet, sagt Glatzeder, auch nach der Wende, als die Spargelstände wieder auf den Berliner Wochenmärkten das Edel-gemüse von der Nieplitz verkauften.

Und dann kamen die Beelitzer Festspiele 2017, bei denen die „Pension Schöller“ das erste Mal unter freiem Himmel aufgeführt wurde und ein riesiger Erfolg wurde – auch dank Glatzeders Spiel. Seinem „Eugen“ verleiht er eine bisweilen tragische Note, eine aberwitzige Verzweiflung, die durch den Sprachfehler – er bringt das „L“ nicht über die Lippen - aber wiederum urkomisch wird: „Er nässt mich nicht, er nässt mich nicht, oh sieht er nicht mein Neiden?“, ruft er klagend in Richtung seines Onkels, gespielt von Herbert Köfer, der das schauspielerische Bestreben von Eugen als fixe Idee abtut.

Rund 1400 Mal spielte er die Rolle in dem Stück, das er selbst als „brenzlig“ beschreibt. Denn einige der Akteure, die in früheren Jahren darin spielten, sind mittlerweile verstorben: Edith Hancke, Elisabeth Wiedemann, Friedrich Schoenfelder. „Die Leute sagen ja immer, dass der Tod auf der Bühne der schönste ist“, sinniert Winfried Glatzeder. „Ich glaube das nicht unbedingt. Aber andererseits ist es auch nicht so erstrebenswert, zu Hause aufs Aquarium zu starren.“

Aber davon ist Glatzeder weit entfernt. Auch wenn der MDR zum Jahresanfang mit ihm bereits einen Beitrag zum 75. Geburtstag, den er im April feiert, gedreht hat - unter anderem in der „Alten Brauerei“ in der Mühlenstraße, wo sein Onkel lebte und arbeitete. Inhaber Peter Wardin hat ihm das frühere Praxisschild, das all die Jahre bei ihm überdauert hatte, geschenkt. Das Motto der Sendung: Legenden. „Ich habe gesagt, dass ich da mitmache – aber nur, wenn ich danach weiterleben darf.“ Red.

beelitz.de
 

 

 

 

 

 

Nutzung der Stadtpfarrkirche für die Gartenschau vereinbart

für eine der zentralen Attraktionen zur Landesgartenschau in Beelitz ist der Weg frei: Die

 

Evangelische Kirchengemeinde St. Marien - St. Nikolai

 

und die Stadt haben eine Vereinbarung unterzeichnet, mit der die Nutzung der Stadtpfarrkirche für die Hallenschau im Jahr 2022 geregelt wird. Demnach wird das Beelitzer Wahrzeichen „zur Präsentation von Pflanzen und Blumenarrangements“ zur Verfügung gestellt und es wird die Nutzung für „Veranstaltungen, die thematisch der Landesgartenschau entsprechen“, gestattet. Die sakrale Funktion des Gebäudes bleibt aber erhalten: Gottesdienste zu den Kirchenfeiertagen werden auch während des Gartenschau-Halbjahres stattfinden.

Die Evangelische Kirchengemeinde in Beelitz möchte im Rahmen ihrer Möglichkeiten gerne sowohl die Vorbereitung als auch die Durchführung der Landesgartenschau unterstützen“, erklärt Pfarrer Olaf Prelwitz. Vorstellbar wäre auch, den Kirchturm  als höchstes Gebäude der Altstadt für die Bewerbung der Laga zu nutzen, immerhin ist der auch schon von der Ortsumgehung aus sichtbar. „Mit der Hallenschau in der Stadtpfarrkirche schaffen wir eine echte Besonderheit“, freut sich Bürgermeister Bernhard Knuth. So werde auch das älteste Gebäude der Stadt und eines der Wahrzeichen in die Gartenschau eingebunden. „Außerdem locken wir die Besucher auch in unsere historische Altstadt und beleben sie auch langfristig.“ Schon jetzt ist darüber hinaus klar, dass die Hallenschau 2022 nicht erst zusammen mit der Gartenschau eröffnet werden soll, sondern zwei Wochen vorher.

Die Kirchengemeinde stellt aber nicht nur das Gebäude zur Verfügung, sondern wird selbst eine wichtige Rolle vor und während der Gartenschau spielen. So wird die Andachtsfläche mit Pavillion auf dem Kerngelände an der Nieplitz gemeinsam geplant und während der Laga auch von der evangelischen, wie von der katholischen Kirche genutzt. Unterdessen wird auch das Beelitzer Gotteshaus selbst profitieren, denn letztendlich soll mit der Gartenschau der Grundstein für eine anschließende Sanierung und künftige Nutzung des Gebäudes gelegt werden.

Die Beelitzer Stadtpfarrkirche mitten in der Altstadt ist in Teilen bereits rund 800 Jahre alt und seit jeher Beelitzer Wahrzeichen. Von der Ausichtsplattform des Turmes hat man einen ausschweifenden Blick über Beelitz und seine Ortsteile. Die Wunderblutkapelle wurde wahrscheinlich nach 1370 errichtet und später baulich mit dem Kirchenschiff verbunden.                            

 

Thomas Lähns    13. 09. 2019 / Beelitz
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Diesen Winter kommt die Erfolgsinszenierung „Pension Schöller“ zurück nach Beelitz

Informationen aus unserer Stadt 27. Jahrgang | Nr. 7 | 28. August 2019 BN

Schräge Typen, urkomische Verwechslungen und liebgewonnene Schauspieler: Die „Pension Schöller“ kommt zurück nach Beelitz - und mit ihr Winfried Glatzeder, Achim Wolff, Herbert Köfer und all die anderen, die bereits im Sommer 2017 bei den Festspielen an der Nieplitz für grandiose Abende gesorgt haben. Zweieinhalb Jahre später wird es in diesem Winter ein Comeback der Inszenierung mit dem Ensemble der Berliner Ku’Damm-Bühnen um Regisseur Jürgen Wölffer geben – und zwar im Saal „Zum deutschen Hause“.

Geplant sind zehn Aufführungen vom 26. Dezember bis zum 5. Januar, gespielt wird an allen Abenden außer an Neujahr. Die Karten sind jetzt schon im Vorverkauf in der Tourist-Info oder online über Reservix erhältlich und kosten für alle Abende außer Silvester 29 Euro. Für die Aufführung zum Jahreswechsel kostet die Karte 45 Euro - dafür sind aber auch die Getränke inklusive.

„Das Publikum hatte im Sommer 2017 mindestens so viel Freude an den Aufführungen wie das Ensemble selbst. Noch heute schwärmen die Akteure von den Aben-den in Beelitz“, sagt Bürgermeister Bernhard Knuth. „Und so kam im Frühjahr die Idee zustande, die Pension Schöller ein allerletztes Mal auf die Bühne zu bringen.“ Die Akteure waren sofort angetan, auch Schauspiellegende Köfer, der dann schon kurz vor seinem 99. Geburtstag stehen wird. „Es wird wie ein Klassentreffen, wenn die ganze verrückte Bande im Deutschen Haus ihr Unwesen treiben wird“, freut er sich.

Nicht zuletzt der Spielort hat überzeugt: Das Gebäudeensemble am Tor zur Altstadt ist nach aufwendiger Sanierung durch die Stadtwerke seit diesem Jahr wieder Teil des kulturellen Lebens.

In dem um 1890 von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby geschrieben Stück „Pension Schöller“ geht es um einen Gutsbesitzer (gespielt von Achim Wolff), der in Berlin gern mal eine Irrenanstalt besuchen möchte, um zu Hause am Stammtisch mit einer entsprechenden Anekdote auftrumpfen zu können. Er landet auf Empfehlung seines Neffen in der Pension des Gastwirtes Schöller (Köfer), dessen schrul-lige Gäste ihm als „Insassen“ verkauft werden – was bei ihm zunächst für viel Heiterkeit sorgt. Doch letztendlich verfolgen ihn die „Pensionäre“ mit ihren Ticks und Macken bis nach Hause ins beschauliche Beelitz. Mit dabei ist ein großspuriger Großwildjäger, eine schrullige Schriftstellerin, ein cholerischer Major a.D. – und Schöllers Neffe (Glatzeder), der Theaterschauspieler werden möchte, obwohl er kein „L“ aussprechen kann.

Über 1300 Mal war die Komödie seit Ende der 1990er am Boulevardtheater der Hauptstadt und auf Tournee in vielen deutschen Spielstätten gelaufen, ihre Wiederauferstehung feierte sie bei den Beelitzer Festspielen, wo sich über 5000 Gäste köstlich amüsierten. „Natürlich muss das Stück angepasst werden, die Bühne im Deutschen Haus ist ja kleiner als bei einer Freiluft-Aufführung“, so der Bürgermeister, „aber mit dem tollen Ambiente des Saals schaffen wir einen weiteren Anreiz, sich das Stück anzusehen – und über die Feiertage und danach mal wieder herzhaft zu lachen.“ Red.

Aufführungstermine für die Inszenierung sind am 26., 27., 28. und 30.12.2019 sowie am 2., 3. und 4.1.2020 um jeweils 19.30 Uhr sowie am 29.12. und 5.1. um 16 Uhr. Die Silvesteraufführung am 31.12. beginnt um 19 Uhr.

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Beelitz - 12.07.2018

Ein Trinkwasserbrunnen für Fichtenwalde

Wo Wasser ist, sind Menschen: Es ist eine einfache Weisheit, die sich im Laufe der Menschheitsgeschichte aber immer wieder bestätigt hat – sei es die Oase in der Wüste, der Fluss in der Wildnis oder der Brunnen auf dem Marktplatz. Insoweit ist es schon eine Besonderheit, dass vor 110 Jahren die ersten Fichtenwalder Siedler ausgerechnet in den Wald zwischen Ferch, Klaistow und Beelitz kamen – wo weit und breit kein Wasser in Sicht war. Erst jetzt, zum Ortsjubiläum Ende Juni, bekommt das flüssige Element auch einen sichtbaren Platz – in Form eines Trinkwasserbrunnens an der Ecke Berliner Allee / Eichenstraße.

Der dortige Bereich an der Kita wird seit dem Frühjahr komplett neu gestaltet: Um den Findling mit dem Gründungsdatum direkt an der Straße werden Bänke gruppiert, ebenso im hinteren Bereich, wo sich der Brunnen befinden wird. „Das Wasser hat für unseren Ort seit jeher eine große Bedeutung“, sagt Ortsvorsteher Tilo Köhn, „vor allem, weil es oft genug knapp war.“ Erst 1931 ging das erste Wasserwerk im Ort in Betrieb und noch vor drei Jahren, als der Sommer besonders heiß war, stieß das heutige Werk an seine Grenzen. Derzeit wird es erweitert.

Auf dem Platz im Ortskern werden zudem Blumenbeete und Wege angelegt und so ein präsentabler Ort an zentraler Stelle geschaffen, an dem sich die Fichtenwalder treffen und aufhalten können. Der Brunnen ist vom Salzbrunner Bildhauer José Nuevo angefertigt worden und soll – wie der komplette Platz – bis zu den Jubiläumsfeiern im Juni fertig werden. Entworfen hat er ihn als zweiteiliges Bauwerk: Da ist zum einen das Becken, das in einen ein Meter hohen Bottich eingelassen wird, und zum anderen eine 1,50 Meter hohe schlanke Säule, in die der Zulauf installiert wird.

Beide Teile sind bereits in einer Berliner Werkstatt in Bronze gegossen worden, allein der Weg bis dorthin hat aber schon einiges an Überlegungs– und Modellierarbeit gekostet, berichtet José Nuevo, der schon so einige Akzente im Beelitzer Stadtbild gesetzt hat: Die Installation auf der Festwiese, und nicht zuletzt der Brunnen im Beelitzer Lustgarten sind die prägnantesten Beispiele. Vor sechs Monaten liefen die ersten Gespräche, daraufhin ging es an die Umsetzung. Etwas Leichtes sollte es sein, das zum Ort passt. Mehrmals wurde das ursprüngliche Modell aus Styropor abgeformt, um letztendlich eine geeignete Form für den Guss zu bekommen.

José Nuevo, der ursprünglich aus Spanien stammt, kennt die Bedeutung von Brunnen ebenfalls: Vor allem entlang der Pilgerwege sind sie immer Anziehungspunkt gewesen. „In Spanien hat aber eigentlich jedes Dorf einen Brunnen, der immer auch der Mittelpunkt ist, weil dort die Menschen Wasser holten.“ Eine starke Bedeutung soll auch der Fichtenwalder bekommen – nicht wegen Wasserknappheit, sondern dem Bedürfnis, sich zu treffen.

Die Einweihung des Platzes an der Ecke Eichenstraße / Berliner Allee findet am 23. Juni um 11 Uhr statt.

Foto: José Nuevo vor dem künftigen Treffpunkt sowie sein erster Entwurf für den Trinkwasserbrunnen.


Thomas Lähns

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Mit einem symbolträchtigen Akt ist Fichtenwalde am Samstag ( 25.06.2018 ) offiziell in seine große Jubiläumswoche gestartet: Mitten im Ort, auf dem neugestalteten Platz vor der Kita „Borstel“, ist der neue Trinkwasserbrunnen feierlich eingeweiht worden. Das Kunstwerk aus massiver Bronze ist von dem in Salzbrunn lebenden Künstler José Nuevo entworfen und gestaltet worden und soll daran erinnern, welch kostbares Gut Wasser für den Ort schon immer gewesen ist. „Ich freue mich sehr, dass sich die Fichtenwalder für ein so nachhaltiges Jubiläumsgeschenk entschieden haben. Zugleich ist es ein sehr bedeutungsvolles – denn Wasser ist der Ursprung allen Lebens. Und dieser Ortsteil ist lebendig.“, betonte Bürgermeister Bernhard Knuth.

 
Viele Sponsoren aus dem Ortsteil haben sich an den Kosten für den 1,80 Meter hohen Brunnen mit daneben stehendem rundem Becken beteiligt, die Stadt hat ebenfalls einen großen Anteil übernommen und außerdem den Platz hergerichtet. Hier können sich die Einwohner künftig treffen, miteinander plauschen oder warten, bis die eigenen Kinder Schulschluss haben oder Feierabend in der Kita haben. „Der Brunnen erinnert an die ersten Brunnen und Wasserstellen in Fichtenwalde“, erläuterte Ortsvorsteher Tilo Köhn, der von der Begeisterung und großen Anteilnahme aus seinem Ort begeistert war. „Es ist schön zu sehen, wie vor allem die Kinder Freude daran haben.“

Denn die Wasserversorgung in dem Ort, der 1908 mitten im Kiefernforst gegründet wurde, war vor allem in den ersten Jahren ein Problem gewesen. Erst Anfang der 1930er wurde ein Wasserwerk errichtet. Auch heute noch ist die Wasserversorgung vor allem in trockenen Sommerwochen ein Thema. Derzeit wird das örtliche Wasserwerk durch den Zweckverband „Nieplitz“ erweitert, um Engpässe, wie sie vor drei Jahren aufgetreten waren, in Zukunft zu vermeiden.

 

Trinkwasserbrunnen - Fichtenwalde

weitere Bilddateien - interner Link

 

siehe auch : Installation auf der Festwiese

  

 

 

 

 

 

Beelitz - 26-04.2018

Baum des Jahres hält Einzug im Stadtwald Beelitz

Ihre Früchte kennt man vor allem vom Weihnachtsmarkt: Geröstete Maronen, die als kalorienarme Leckerbissen eine wohltuende Abwechslung zu den vielen Naschereien bieten, welche die Adventszeit ansonsten bereit hält. Die Edelkastanie hält im Beelitzer Stadtwald verstärkt Einzug: 3000 bis 5000 Setzlinge finden Jahr für Jahr einen Platz zwischen und unter den Kiefern. „Die Edelkastanie spielt im Rahmen des Waldumbaus eine große Rolle“, sagt Förster Martin Schmitt. Zwei weitere sind heute gepflanzt worden – vom Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth und den Leitern der Amtsbereiche im Rathaus. Aber das mit einem anderen Hintergrund: Die Edelkastanie ist der Baum des Jahres 2018.

Immer im Frühjahr wird durch die Verwaltungschefs traditionell der Baum des Jahres im Beelitzer Stadtwald gepflanzt. Gekürt wird er durch die „Sivlius Wodarz Stiftung“, die damit auf die Bedeutung des Waldes im Allgemeinen und auf einzelne Baumarten im Speziellen aufmerksam machen will. Die Edel- oder auch Esskastanie ist ursprünglich am Mittelmeer zu Hause und wurde vermutlich durch die Römer weiterverbreitet. Sie kann bis zu 30 Meter hoch und viele hundert Jahre alt werden. Im Oktober entwickeln sich glänzend braune Nüsse in den stacheligen Fruchtbechern, die genießbar und wohlschmeckend, außerdem auch sehr gesund sind. Lange Zeit galten sie als wichtiges Nahrungsmittel für die ärmere Landbevölkerung. Das Holz wurde unter anderem für den Schiffsbau verwendet, die Rinde zum Gerben.

Die „Jahresbäume“ haben seit 2010 an der gleichnamigen Allee unweit der Karl-Marx-Straße ihren Platz. Dort stehen mittlerweile Fichte, Winterlinde, Feldahorn, Traubeneiche, Lärche und viele andere Arten nebeneinander und gedeihen. Auf Tafeln können sich Spaziergänger auch über Herkunft, Verbreitung und Nutzen der Gehölze informieren und über die Vielfalt des heimischen Waldes staunen. Vor allem Kinder, die mit ihren Kita- und Schulgruppen auf dem Weg zum Waldspielplatz sind, kommen regelmäßig vorbei. Der Grundstock der „Bäume des Jahres“ von 1989 bis 2010 war vor acht Jahren durch die Kinder der Beelitzer Naturkita „Sonnenschein“ gepflanzt worden und wird seither durch den Bürgermeister und seine Amtsleiter erweitert.
 
Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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BEELITZER FESTSPIELE

Den Sommer mit Humor genommen

Informationen aus unserer Stadt 28. Jahrgang | Nr. 8 | 20. September 2017 BN

Die Festspiele sind mit der Pension Schöller ein riesiger Erfolg geworden - dank eines großartigen Ensembles, vieler Unterstützer und eines Publikums, das so manchem Regenguss trotzte

Das Alter kann ihm scheinbar nichts anhaben: Wenn Herbert Köfer in Beelitz über die Bühne wirbelt, käme niemand auf die Idee, dass der Grandseigneur des Deutschen Theaters in vier Jahren Hundert wird. Wie er den etwas schusseligen, manchmal konsternierten, aber durchweg liebenswerten Ludwig Schöller gibt, lässt die Zuschauer staunen - und immer wieder vor Vergnügen johlen. Dass er manchmal Worte vertauscht, gehört wohlgemerkt zur Rolle – ebenso wie der Groll, der ihn danach erfasst: Wütend stampft er auf, um die richtige Satzfolge auf die Reihe zu bekommen und erntet Gelächter. Keine Frage: Bei den diesjährigen Beelitzer Festspielen gehörte Köfer zu den Publikumslieblingen. Gemeinsam mit anderen namhaften Darstellern wie Winfried Glatzeder, Achim Wolff und vielen weiteren Akteuren der Berliner Bühnen am Kurfürstendamm ließ er die „Pension Schöller“ zu einem echten Erfolg werden - mal wieder, muss man sagen. Denn der Schwank in der viel zitierten Version von Regisseur Jürgen Wölffer lief ab 1997 über 1300 Mal am Berliner Boulevard und später auch auf Tournee in vielen anderen Deutschen Theatern.

 

Nun öffnete die „Pension Schöller“ also in Beelitz ihre Tore - unter freiem Himmel. „Das ist auch für uns neu und nochmal was ganz anderes“, hatte Regisseur Wölffer im Vorfeld unterstrichen. Und trotz gelegentlicher Wetterkapriolen bescherte die Inszenierung der Stadt einen Festspielsommer, der den über 5000 Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird - mit stimmungsvollen Theaterabenden unter freiem Himmel, einer unvergleichlich heiteren Atmosphäre und einem begeisterten Publikum. „Mit der Pension Schöller haben wir einen Volltreffer gelandet“, resümiert Bürgermeister Bernhard Knuth, auch Intendant der alle zwei Jahre stattfindenden Festspiele. „Die Besucher haben sich köstlich amüsiert, viele haben sich im Nachhinein bedankt und dem Ensemble und uns viel Lob und Anerkennung gezollt.“ Schon der Auftakt am 10. August mit einer gelungenen Premiere, zu der viele prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur gekommen waren, war gelungen. „Die Schoten sitzen und die Einschübe, die sich auf Beelitz beziehen, sind einfach zu köstlich“, lobte Rias-Radiolegende Nero Brandenburg.

Der Moderator war bereits zum zweiten Mal bei den Festspielen dabei. „Es ist ein so schönes Stück und es macht so viel Spaß, man schlägt sich vor Vergnügen wirklich auf die Schenkel.“ Tatsächlich sorgten die Beelitz-Bezüge immer wieder für Lacher. Gutsbesitzer Klapproth, der nach Berlin fährt, um aus Sensationslust eine Irrenanstalt zu besuchen, dann aber in der Pension Schöller mit ihren verschrobenen Gästen landet, kam natürlich aus der Spargelstadt. Der Apotheker, den er mit seinen Erlebnissen am Stammtisch übertrumpfen möchte, hieß Pantke und die Wurst im Hause Klapproth kam von Fleischer Meissner. Trotz gelegentlicher Schauer hielt das Publikum tapfer durch. Nur am 18. August hatte die Vorstellung wegen Starkregens abgebrochen werden müssen - was die Zuschauer mit Gelassenheit nahmen. Jene, die dafür Karten hatten, konnten diese unkompliziert umbuchen lassen und die Zusatzvorstellung am darauffolgenden Sonntag besuchen.

 

„Wir hatten zunächst Karten für die Veranstaltung am Freitag und ich war sehr erfreut, wie gut der spontane Ausfall und der damit verbundene Tausch von der Stadt und unserem Bürgermeister gewuppt wurde“, schrieb zum Beispiel die Beelitzerin Jacqueline Vondran-Schmidt, die das Stück lustig und humorvoll fand und auch die Darsteller lobte. „Zudem fand ich es super, dass Beelitz immer wieder einbezogen wurde. Da geht einem das Herz auf und man ist noch stolzer auf seine Stadt.“ Wer am Sonntag nicht vorbeikommen konnte, bekam sein Geld zurückerstattet. Als „Augen- und Ohrenschmaus“ bezeichnete auch die Ingeborg Lauwaßer aus Werder (Havel) die Aufführungen. „Und trotz angriffslustiger Mücken war es ein sehr schöner Abend.“ Für ein stimmungsvolles Ambiente rund um die Bühne hatte unter anderem die Dekofirma DEW GmbH aus Klaistow mit Leuchtelementen gesorgt, vor den Vorstellungen flanierten die – passend zum 140 Jahre alten Stück gekleideten – Mitglieder des Beelitzer Carnevalclubs, des Frauenchores und der Feuerwehr über das Festspielgelände, bevor sie, unterstützt von Dagmar Frederic, die „Berliner Luft“ als Eröffnungsstück sangen. Die Jakobs-Höfe und das Team um Matthias Baum sorgten für ein niveauvolles Catering und zum Abschluss gab es jedes Mal ein Feuerwerk von der Firma Pyro Passion, die auch die Tontechnik für die Aufführungen übernommen hatte.

„Ich war angenehm überrascht – von der Aufführung, den Schauspielern, und auch die Mitwirkung der Beelitzer hat mir gefallen“, schrieb der Reesdorfer Thomas Stöckert. „Respekt allen, die an den Vorbereitungen und der Aufführung beteiligt waren.“

Mitarbeiter der Stadtverwaltung hatten Einlass, Platzanweisung, Gästebetreuung und Kartenverkauf an der Abendkasse übernommen, während der Bauhof gemeinsam mit den Kulissenbauern der Ku’Damm-Bühnen das Bühnenbild zur Pause umbaute. „Viele Beelitzer Firmen haben uns außerdem vor, während und nach den Aufführungen durch tatkräftige Hilfe unterstützt – oder sich in Form von Spenden und Sponsoring beteiligt“, so der Bürgermeister.

Mit unterm Strich knapp 30 000 Euro aus der hiesigen Wirtschaft wurde der in der Kostenkalkulation veranschlagte Betrag an Sponsorengeldern verdoppelt. Weitere knapp 30 000 Euro hatte die Stadt im Vorfeld an Fördermitteln akquirieren können – vonseiten des Wissenschaftsministeriums, des Landkreises Potsdam -Mittelmark, der Sparkasse und aus Lottomitteln. „Die Festspiele 2017 sind dank vieler Beteiligter und Unterstützer ein Erfolg geworden“, unterstreicht der Bürgermeister. Dazu gehöre aber nicht zuletzt das großartige Publikum, das so manchem Schauer getrotzt und das Wetter sowie so manchen Mückenstich genommen hatte, wie man es machen sollte: Mit Humor. Red.

 

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Schätze hinter Farbe und Tapete

Informationen aus unserer Stadt 26. Jahrgang | Nr. 03 | 25. März 2015 BN

Im Vorfeld der geplanten Renovierung im Standesamt in der Alten Posthalterei sind wertvolle Ornamente entdeckt worden. Entstanden sind sie Ende des 18. Jahrhunderts

Es sind ungeahnte Schätze, die Ulrich Kobelius zu Tage gefördert hat: Ornamente über den Türen, umlaufende Schmuckbänder an den Wänden, Töne von Oliv und Altrosa. Durch mehrere Lagen Tapete und fünf Schichten Farbe hat sich der Potsdamer Restaurator in dem Zimmer in der Alten Posthalterei arbeiten müssen – und damit auch durch rund 225 Jahre Beelitzer Stadtgeschichte. Der Raum, in dem Kobelius auf der Leiter stehend mit einem Spatel feinste Farbreste entfernt, sollte eigentlich nur renoviert werden. Seit Jahren ist er das Büro von Standesbeamtin Angela Harnack. Jetzt ist alles anders gekommen, denn nachdem die Stadt den Experten mit Untersuchungen beauftragt hat und er fündig geworden ist, soll der Raum künftig in das Museumskonzept für dieses Haus einfließen.

„Wir wollen die Malereien sichern und so herrichten, wie sie einst waren – und wir wollen sie der Öffentlichkeit zeigen“, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth jüngst im Hauptausschuss. Das bedeutet: Besonders gut erhaltene Abschnitte der Wandmalereien werden in Sichtfenstern original zu sehen sein, über die anderen Bereiche wird eine spezielle Tapete gelegt, auf der die übrigen Bereiche rekonstruiert werden. „Befunde, die möglicherweise noch darunter liegen, werden auf diese Weise erhalten bleiben“, sagt Ulrich Kobelius.

Die Alte Posthalterei wurde 1789 vom damaligen Post- und späteren Bürgermeister Gottlieb Ferdinand von Kaehne errichtet, damals, als die Stadt noch wichtiger Haltepunkt an der vielbefahrenen Poststrecke Berlin-Leipzig lag. Die wiederentdeckten Wandmalereien künden vom Wohlstand, der daraus erwachsen war. Und das nicht nur in diesem einen Raum.

Nach der Hüllensanierung des Gebäudes vor fünf Jahren hat Kobelius damit begonnen, die Wandmalereien im Torhaus zu rekonstruieren: Vasen, Zöpfe, Schmuckbänder und der schwarze Adler über der Expedition. In dem Raum, der früher die Amtsstube des Postmeisters war, befindet sich seit dem vergangenen Sommer die erste Station der Dauerausstellung „Reisegelegenheit nach Sachsen. Erfahrbare Nachbarschaft“, mit der an die Postgeschichte der Stadt erinnert wird. Langfristig soll das Museum erweitert werden, denn in Beelitz gibt es noch weit mehr Geschichte zu erzählen.

Im Obergeschoss der Posthalterei hat Kobelius ebenfalls Wandmalereien freigelegt: Parklandschaften, die sehr an Sanssouci erinnern und ihre Fortsetzung im benachbarten Goethesaal finden. Der wird seit Jahrzehnten als Trauzimmer benutzt – und wird es auch weiterhin. Red.

 

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