STADTPFARRKIRCHE  BEELITZ

Ev. Kirchengemeinde St. Marien - St. Nikolai zu Beelitz

Kirchplatz 1, 14547 Beelitz

 


 

Beelitz 15.12.2021

 

Kanzel und Wunderblutkapelle der Stadtpfarrkirche rechtzeitig vor Weihnachten saniert

Wallfahrtskirche wird zur Landesgartenschau zur großen Blumenhalle mit 14-tägig wechselnden Ausstellungen

 

Rechtzeitig vor den Weihnachtsfeiertagen konnten die Sanierungsarbeiten an der Wunderblutkapelle der Beelitzer Stadtpfarrkirche St. Marien und St. Nikolai und an der historischen Kanzel aus dem 17. Jahrhundert beendet werden. Die Arbeiten dienen der Sicherung der mittelalterlichen Kirche, die im Rahmen der Landesgartenschau zur Blumenhalle mit 14-tägig wechselnden Ausstellungen wird. Andrea Molkenthin, Baupflegerin des Evangelischen Kirchenkreises Mittelmark Brandenburg, und Restaurator Olaf Schwieger haben sich am Dienstag die Ergebnisse der Arbeiten in der Wunderblutkapelle angeschaut, die von Fachfirmen neu verputzt wurde, um Feuchtigkeitsschäden zu beheben. Rund 30.000 Euro hat die Stadt Beelitz für die Arbeiten ausgegeben.

 

„Wegen des hohen Grundwasserniveaus ist die Kirche sehr feucht. Das hat dazu geführt, dass im Putz Salz ausgeblüht ist, der Putz teilweise abgefallen ist und das Salz weiter ins Mauerwerk vordringen konnte“, so Restaurator Olaf Schwieger. Das Salz kam über das Grundwasser und Luftschadstoffe in das Mauerwerk. Die Putzschicht, die stellenweise bis zu zehn Zentimeter dick ist, wurde deshalb im Oktober entfernt. Anschließend konnten die Wände austrocknen, und in den vergangenen eineinhalb Wochen wurde neu verputzt. Derzeit ist der Übergang zwischen der neuen Putzschicht und der aus dem 19. Jahrhundert, aus dem auch eine Dekorationsmalerei an der Kapellendecke stammt, noch gut sichtbar. Bis in den Januar hinein wird die neue Putzschicht noch trocknen müssen, nutzbar ist der Raum aber bereits. Während der Landesgartenschau werden in der Kapelle Ausstellungen etwa von Porzellanfiguren oder Ikebana, der japanischen Kunst des Blumenarrangierens, stattfinden.

 

Andrea Molkenthin & Olaf Schwieger
 

 

Die Wunderblutkapelle wurde 1370 errichtet, da es in Beelitz zu einem Hostienwunder gekommen sein soll. Der Überlieferung zufolge soll eine Hostie nach einer Schändung angefangen haben, zu bluten. In einer Urkunde, die auf das Jahr 1247 datiert und in einer Abschrift von 1571 überliefert ist, wird das Wunder von der Kirche anerkannt. Daraufhin wurde die Stadt zum Wallfahrtsort, die Kirche erließ Pilgern für den Weg nach Beelitz 40 Bußtage. Das sorgte für Wohlstand und dafür, dass die Kapelle gebaut wurde – zunächst als einzelnstehendes Gebäude neben der Kirche, nach einem Stadtbrand im 18. Jahrhundert wurde sie in die Kirche integriert.

 

Die Kirchengemeinde, die während der Landesgartenschau für ihre Andachten und Feiern einen Pavillon auf dem Gartenschaugelände zur Verfügung gestellt bekommt, kann die Kapelle nun wieder nutzen. Konzerte und Gottesdienste in der Weihnachtszeit finden aber Kirchenschiff statt, wie das Konzert mit Orgel und Posaune am 19. Dezember um 15 Uhr. Die Kirchgänger können dabei auf die wieder glänzende Kanzel blicken. Drei Wochen lang hat Restaurator Dirk Jacob die Kanzel gereinigt und vor allem auch die Farbschichten mit einem speziellen Festigungsmittel gesichert. Die Kanzel aus dem Jahr 1649 stand ursprünglich in der St.-Marien-Kirche am Berliner Alexanderplatz. Nachdem bei einem Stadtbrand im Jahre 1703 auch die Stadtpfarrkirche zu großen Teilen abbrannte, schenkte der preußische König Beelitz die Kanzel.

 

„Ich freue mich, dass es uns im Rahmen der Vorbereitungen auf die Landesgartenschau gelungen ist, mit der Kanzel und der Wunderblutkapelle zwei bedeutende Relikte unserer Stadtgeschichte zu sichern. Das ist ein wichtiger Schritt bei der Sanierung der Stadtpfarrkirche, die die Beelitzer Stadtmitte seit dem 13. Jahrhundert prägt“, sagt Bernhard Knuth, Bürgermeister von Beelitz und Geschäftsführer der Landesgartenschau.

 

Seit vielen Jahren wird daran gearbeitet, auch aus den Wänden des Kirchenschiffes die Feuchtigkeit herauszubekommen und dauerhaft fernzuhalten. So wurde das Bodenniveau auf dem Marktplatz rund um die Kirche abgesenkt – im Laufe der Jahrhunderte war es wie in den meisten Städten angewachsen, sodass die Kirche unterhalb des Straßenniveaus lag und die Erdfeuchte in die Wände dringen konnte. Auch ist der Putz an den Pfeilern im Kirchenschiff und an dessen Außenwänden großflächig entfernt worden, sodass die Wände trocknen können. Nach der Landesgartenschau sollen die Restaurierungsarbeiten im Kirchenschiff weitergehen.

 

„Die Besucher der Landesgartenschau werden im Kirchenschiff einen Zwischenstand der Restaurierung sehen, der mit der Hallenschau sehr schön ästhetisch verarbeitet werden kann. In der Wunderblutkapelle bekommen sie aber schon einen Eindruck, wie die ganze Kirche einmal aussehen kann“, so Kirchenkreis-Baupflegerin Andrea Molkenthin. „Die Sanierung der Kapelle ist ein wichtiges Signal: Wir sind unterwegs.“ Andrea Molkenthin zufolge engagiert sich Beelitz ohnehin vorbildlich für die Sanierung der Kirchen auf dem Stadtgebiet, was man auch an der in diesem Jahr beendeten Sanierung der Schinkelkirche im Ortsteil Schäpe sehe.

 

Dieses Engagement für die Kirche bemerken neben den vielen Beelitzern übrigens noch immer Pilger, wenn auch nicht mehr so zahlreich wie einst ab dem 13. Jahrhundert: Beelitz liegt am Pilgerweg Via Imperii, einem Teil des weitverzweigten Netzes von Jakobswegen in Europa. Seit 2015 führt der Pilgerweg von Hof über Zwickau, Leipzig, Beelitz und Berlin nach Stettin. Ihren Stempel in der Spargelstadt erhalten die Pilger in der Beelitzer Tourist-Info, wenige Meter von der Stadtpfarrkirche entfernt.

 

Enrico Bellin


Landesgartenschau Beelitz gGmbH
Pressesprecher,
Verkehrsbeauftragter
Berliner Straße 202
14547 Beelitz

 


 

Denkmal des Monats April 2000 Beelitz

Wunderblutkapelle

Die ungewöhnliche Nähe zur Kirche sowie ihre achteckige Bauform lassen den Schluss zu, dass man beim Bau der Kapelle eine Anlehnung an frühchristliche Taufkapellen angestrebt hatte. An dieser Stelle soll sich anlässlich einer Fronleichnamsprozession im Mai 1235 ein Blutwunder ereignet haben. Durch das Blutwunder gewann das eher abseits der großen Handelswege gelegene Beelitz eine – für damalige Verhältnisse – überregionale Aufmerksamkeit.

ag-historische-stadtkerne.de

 

kirche-beelitz.de

 

DENKMALE  DES  MONATS : Historische Stadtkerne Beelitz

   





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Reflexionen von Licht und Glas in der Stadtpfarrkirche - 2014

 
Bilder des Künstlers Heinrich Noé 

 
„Es war eine Herausforderung, das geheimnisvolle Licht der farbigen Kirchenfenster auf einen Aquarellkarton zu übertragen“, erläutert der Künstler. Seine Idee war gewesen, das intensive Spiel des Lichtes von Kirchenräumen einzufangen, tanzende Reflexe und Spektren festzuhalten. „Es ist ein Unternehmen, das die Betrachtung der biblischen Geschichten auf Glasbildern als Hintergrund und die Stimmung von Form und Wirkung in den Vordergrund stellt.“

 

Reflexionen von Licht und Glas in der Stadtpfarrkirche Beelitz 2014 Künstler Heinrich Noé
Reflexionen von Licht und Glas in der Stadtpfarrkirche Beelitz 2014 Künstler Heinrich Noé
Reflexionen von Licht und Glas in der Stadtpfarrkirche Beelitz 2014 Künstler Heinrich Noé