Sandmännchen-Ausstellung in Beelitz

 

Wo Kindheitserinnerungen wach werden

Informationen aus unserer Stadt 28. Jahrgang | Nr. 11 | 20. Dezember 2017 BN

die Sandmännchen-Ausstellung in Beelitz
   

 

Dominik Nienow

Rathaus Beelitz
 

 

Winfried Kujas
ehemalige Produktionsleiter des DDR-Kinderfernsehens

 


 

Wo Kindheitserinnerungen wach werden

Informationen aus unserer Stadt 28. Jahrgang | Nr. 11 | 20. Dezember 2017 BN

Seit 1. Dezember läuft die Sandmännchen-Ausstellung in Beelitz


Verträumt steht Corinna Neun vor der Glasvitrine und bewundert die Pferdetroika, die vor einen Schlitten gespannt ist. Oben drauf, in eine Decke gekuschelt, sitzt das Sandmännchen.

Das Bild ist der Beelitzerin nur allzu vertraut: Als Kind hatte sie es im Fernsehen gesehen. „Es war immer schön, wenn der Sandmann mit dem Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft ankam, das war irgendwie romantisch und für Mädchen genau das Richtige“, erzählt sie. Den kleinen Schlafbringer hautnah erleben und dabei eigene Kindheitserinnerungen auffrischen - das kann man seit Anfang Dezember in den Räumen der Bibliothek bei der Sandmännchen-Ausstellung in der Alten Posthalterei.

120 Originalpuppen - neben dem Sandmännchen auch Märchenfiguren und Alltagscharaktere früherer Jahrzehnte wie Schaffner oder Baggerfahrer - sowie fast 80 Fahrzeuge sind zu sehen, liebevoll arrangiert und mit einem bunten Rahmen, zu dem auch Filmvorführungen alter Sandmännchen-Folgen gehören. Über tausend Besucher haben die Schau bereits gesehen - und fast alle bleiben sehr lange drin und nehmen sich ausgiebig Zeit, um die Puppen genau zu studieren und in die eigenen Erinnerungen einzuordnen.

Bereits zur Eröffnung am 1. Dezember, die zur besten „Abendgruß“-Zeit um 18.50 Uhr begann, waren fast 200 Interessierte vorbeigekommen und haben die Schau vorab erkundet. Darunter waren besonders viele Beelitzer Kinder, die gemeinsam das Abendgruß-Lied anstimmten. „Millionen haben das Sandmännchen als Kind geschaut und tragen es bis heute im Herzen“, so Bürgermeister Bernhard Knuth, und auch die Kinder dieser Tage seien immer noch begeistert von der kleinen Kultfigur. Er gab einen kleinen geschichtlichen Abriss – von der Erstausstrahlung 1959 bis zur Abwicklung des DDR-Fernsehens 1991 und die Rettung des Sandmännchens vor dem Ausverkauf in der Nachwende Zeit durch Winfried Kujas. Der ehemalige Produktionsleiter des DDR-Kinderfernsehens hatte die Puppen und Ausstattungsgegenstände vor dem Ausverkauf gerettet und konnte, als Rufe nach einer Rückkehr des Sandmanns auf die Mattscheibe laut wurden, die Produktionen fortsetzen. Nebenher hat er die Ausstellung zusammengestellt, die schon in vielen Städten das Publikum begeisterte und die nun bis Ende Januar in Beelitz zu sehen ist. „Hier ist man wirklich mit dem Herzen bei der Sache“, lobte er die Unterstützung durch die Stadt während der Aufbauarbeiten. Über den Zuspruch zur Vernissage freute er sich besonders: „Dass so viele Besucher, vor allem auch Kinder, um diese Zeit hier herkommen, ist wirklich erstaunlich.“

Seit dem ist an jedem Wochenende volles Haus: Eltern mit Kindern, Ältere und Paare aus Beelitz und weit darüber hinaus schauen vorbei, während unter der Woche auch die Kitas durch die Räume wirbeln. Dass für die Kinder von Heute der Sandmann seinen Reiz behalten hat, kann Corinna Neun nur bestätigen. Zur Eröffnung ist sie mit ihren beiden Söhnen vorbeigekommen und der jüngere, Jann Erik, hat sich zu diesem Anlass sogar als Sandmann verkleidet. „Meine Kinder sind noch heute von der Sendung begeistert und schauen sie, so oft es geht“, berichtet die junge Mutter, die diese Faszination sehr gut nachvollziehen kann.

beelitz.de