Jetzt - 21.07.2017 -  ist es amtlich: 

Die Spargelstadt Beelitz geht ins Rennen um die 7. Brandenburgische Landesgartenschau im Jahr 2022. Einstimmig haben die Stadtverordneten in dieser Woche beschlossen, dass sich Beelitz als eine von zwei Städten am Bewerbungsverfahren beteiligen wird und – wenn der Zuschlag kommt – die Schau auch ausrichtet. „Mit diesem eindeutigen Votum im Rücken erhält unsere Bewerbung ordentlich Schub“, erklärt Bürgermeister Bernhard Knuth. „Ich bin sehr froh und dankbar, dass unsere Stadtverordneten die große Chance wahrnehmen, die sich mit der Gartenschau ergibt.“ Voraussichtlich bis Jahresende will sich die Landesregierung zwischen Beelitz und Spremberg als Ausrichter der Laga 2022 entscheiden.

Beide Städte waren mit ihren Bewerbungen um die Laga 2019 in die Endrunde gekommen, den Zuschlag erhielt aber der dritte Bewerber Wittstock. Im Juni dieses Jahres hatte das Kabinett in Potsdam beschlossen, eine weitere Gartenschau drei Jahre später zu vergeben und – aufgrund der kurzen Zeitspanne – auf ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren zu verzichten. In Beelitz hatte bereits die Aufforderung, sich zu bewerben, für Euphorie gesorgt.

In der Sitzung des Hauptausschusses, der ebenfalls in dieser Woche getagt hat, stellte der Bürgermeister den neuen Slogan vor: „Laga Beelitz 2022: Diesmal stechen wir zu!“ steht auf Aufklebern, die in den nächsten Wochen auf möglichst vielen Autos und an Fensterscheiben aufgebracht werden sollen. Für das Rathaus werden indes Fahnen angefertigt, die das Stadtwappen vor weiß-rotem Hintergrund und zusätzlich bunte Blumen mit dem Hinweis auf die Laga 2022 zeigen.

Aber auch inhaltlich ist schon eine Menge passiert: Die Laga-Kommission, bestehend aus Mitarbeitern des Rathauses, Planern und Vertretern aus dem politischen Raum, hat das 2015 erstellte Konzept für eine Gartenschau in Beelitz in ersten Zügen angepasst. „Wir sind heute auch in der Praxis viel weiter als vor zwei Jahren“, erläutert Bürgermeister Knuth. So wird mit der Umgestaltung der Festwiese zum Bürgerpark – er soll nach wie vor den Kernbereich der Landesgartenschau bilden – noch in diesem Jahr begonnen. Und für die geplante Rekonstruktion des Mühlenfließes am Rande der Altstadt laufen bereits Untersuchungen durch das Landesumweltamt. Zudem konnte sich die Stadt bereits zahlreiche Flächen für die Schau zwischen der Nieplitz und den Bullenwiesen vertraglich sichern.

Verändert wurden in den Planungen indes einzelne Details wie der Standort des Caterings oder die Beschaffenheit der Veranstaltungsarena, die im Alten Klärwerk geplant ist und auch über 2022 hinaus genutzt werden soll. Die Ortsteile werden Raum auf dem Kerngelände bekommen, um sich dort präsentieren. Der Aufteilung auf mehrere Standorte, wie sie bei der Havelbuga 2015 vorgenommen wurde, erteilte man indes eine Absage. „Dennoch werden auch die Ortsteile profitieren, da viele Besucher auch bei ihnen vorbeischauen werden“, so der Bürgermeister. So verhält es sich auch mit den frei zugänglichen Nebenkulissen im Stadtgebiet: Wasserturm, die Kirche in der Altstadt und die Bockwindmühle sollen bei der Gartenschau eine Rolle spielen und auch von den Fördermitteln profitieren.

Die Kosten belaufen sich nach ersten groben Schätzungen mit 10 bis 14 Millionen Euro im gleichen Rahmen wie vor zwei Jahren – eher weniger, da bereits einige Projekte umgesetzt werden. Vom Land werden davon 75 Prozent aus verschiedenen EU-Töpfen getragen.

An der Bewerbung wird in den nächsten Wochen weitergearbeitet. Die Bürger, Unternehmen, Vereine und Institutionen sollen ebenfalls Vorschläge machen und sich einbringen, über das Beelitzer Stadtblatt und das Internet werden letztendlich wieder die gesamte Stadt und die Region ringsherum an dem Verfahren beteiligt.

Text © Thomas Lähns

 

 
 

Bilddatei © www.plancontext.de 

 

Riesenfreude in Beelitz:

Heute - 14.06.2017 - hat die Landesregierung angekündigt, dass es auch im Jahr 2022 eine Landesgartenschau in Brandenburg geben wird – und dass die Spargelstadt im Rahmen eines begrenzten Wettbewerbes erneut ins Rennen gehen darf. „Schon die Aufforderung, dass wir uns bewerben sollen, ist eine unwahrscheinlich große Auszeichnung“, freut sich Bürgermeister Bernhard Knuth. „Sie zeigt, dass die Landesregierung die Potenziale unserer Stadt sieht und dass wir mit unserer Bewerbung vor zwei Jahren Eindruck gemacht haben.“ Neben Beelitz darf auch Spremberg erneut ein Konzept einreichen.

Beide Städte hatten es 2015 in die engere Auswahl um die Laga 2019 geschafft, Sieger wurde am Ende der dritte Bewerber: Wittstock bittet in zwei Jahren zur Blumenschau. Vorausgegangen war damals ein offener Wettbewerb, an dem sich insgesamt sechs Städte beteiligten. Beelitz hatte von Anfang an Vereine, Bürger und Experten ins Boot geholt und gemeinsam ein Konzept entworfen, statt ein externes Unternehmen damit zu beauftragen. Die vielen Ideen und Aktionen, die im Rahmen der Bewerbungphase entstanden waren, sorgten für eine starke Rückendeckung aus der gesamten Region im Brandenburger Südwesten und eine regelrechte Gartenschaueuphorie in Beelitz selbst.

Bürgermeister Knuth, der bereits am Dienstag über den Kabinettsbeschluss informiert wurde, hatte sofort alle Stadtverordneten angerufen. „Von fast allen habe ich Begeisterung und viel Zuspruch gehört“, erklärt der Rathauschef. Die Stadtverordneten sollen einer erneuten Bewerbung sobald wie möglich per Beschluss zustimmen, „viele haben aber jetzt schon gesagt: Wir machen es!“

Und so wird seit heute das Beelitzer Gartenschau-Konzept überarbeitet. Die Ideen aus der damaligen Bewerbung seien nicht in einer Schublade verschwunden, sondern werden zum Teil schon umgesetzt. „Noch in diesem Jahr beginnen wir mit der Umgestaltung unserer Festwiese an der Nieplitz zum Bürgerpark – dank der großzügigen Unterstützung des Landes“, so Knuth weiter. Das Areal, das südlich an die Altstadt grenzt, war Kernbereich der damaligen Beelitzer Gartenschaukulisse gewesen und soll mithilfe einer EU-Förderung in Höhe von 750 000 Euro bis Ende 2018 fertig werden. Auch für die nahe gelegene Alte Wassermühle, welche die Stadt mittlerweile erworben hat, gibt es Zukunftspläne: Sie soll in den nächsten Jahren unter anderem für eine museale Nutzung rekonstruiert werden und nun wird Eingang in das neue Gartenschaukonzept finden.

„Aber auch in den anderen Bereichen der Stadt hat sich mittlerweile viel getan“, berichtet der Bürgermeister. So ist der Stadtbahnhof fertig saniert, das geschichtsträchtige Deutsche Haus am Eingang zur Altstadt soll zum nächsten Spargelfest rekonstruiert sein und in Heilstätten haben Investoren mit dem Baumkronenpfad und dem Barfußpark touristische Highlights geschaffen, die auch Landesgartenschaubesucher anlocken würden. Zugleich gebe es aber immer noch Bereiche, die einer Entwicklung harren: Das alte Klärwerk an der Nieplitz – bereits 2015 als Veranstaltungsarena konzipiert – würde mit einer Landesgartenschau 2022 eine neue Chance erhalten.

Und auch die Bürger selbst seien ein riesiges Pfund, mit dem die Stadt wuchern könne: „Wir haben gerade erst wieder beim Spargelfest gezeigt, dass die Beelitzer großartige Gastgeber sind. 35 000 Menschen haben über Pfingsten ausgelassen und friedlich bei uns gefeiert.“ Außerdem habe die gerade ausgewertete Bürgerbefragung, an der sich 1333 Haushalte beteiligt hatten, gezeigt, dass sich die Beelitzer sehr wohl in ihrer Stadt fühlen, sich stark mit ihr identifizieren und dass sie sich die Entwicklung der Freizeitflächen, wie sie mit der Laga erreicht werden würde, auch wünschen. „Und der riesige Zuspruch bei der Bewerbung 2015 ist ein klares Signal dafür, dass Beelitz eine ideale Gartenschau-Stadt ist.“

Text © Thomas Lähns

 

  
 
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Bernhard Knuth      Bürgermeister der Spargelstadt Beelitz

 

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