03.07.2014 / Beelitz
 

Beelitz macht blau

Sie sind lecker, vielseitig einsetzbar - und vor allem gesund: Heidelbeeren helfen gegen Verdauungsbeschwerden, senken den Blutdruck und sollen laut einer aktuellen Studie sogar die Gedächtnisleistung im Alter fördern. Die blauen Früchte haben jetzt wieder Konjunktur: Heute gaben Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger, Landrat Wolfgang Blasig (beide SPD) und Bürgermeister Bernhard Knuth den Saison-Startschuss auf dem Spargel- und Erlebnishof der Familien Buschmann und Winkelmann in Klaistow. Hier und auf weiteren Höfen in und um Beelitz kann man sich in den nächsten Wochen wieder bei der Selbstpflücke durch die Sträucher arbeiten oder in den Restaurants leckere Heidelbeergerichte schlemmen.

Beelitz ist landesweit das größte Anbaugebiet für die Kulturheidelbeere: Von den 105 Hektar in Brandenburg befinden sich knapp 70 an der Nieplitz. Der Hunger beim Verbraucher wächst von Jahr zu Jahr - ebenso wie die Flächen. Die Beelitzer Spargelbauern, die bereits vor 15 Jahren die ersten Sträucher angepflanzt haben, erweitern ihren Bestand auch in Zukunft: Mehr als 50 weitere Hektar sind bereits mit Neuanpflanzungen bestückt worden.

"Hier zeigt sich einmal mehr, dass in unserer Stadt Maßstäbe in Sachen Landwirtschaft gesetzt werden", erklärte Bürgermeister Bernhard Knuth zum Saisonstart. Vor 15 Jahren habe man die Heidelbeere noch lediglich als kleine Frucht gekannt, die irgendwo versteckt im Wald wächst. Heute sei sie ein wichtiges Standbein für die Betriebe neben dem Spargel geworden. "Mit Mut und unternehmerischem Geschick schreiben die Landwirte an ihrer Erfolgsgeschichte und jener der Stadt Beelitz insgesamt weiter", so Knuth.

Manfred Schmidt, Vorsitzender des Spargelvereins, hatte 1999 mit einigen Spargelbauern die ersten Sorten nach Beelitz geholt. "Wir haben die Heidelbeere gegen alle Widerstände forciert - und heute ist sie eine Vorzeigefrucht", erklärte er. Die Stadt Beelitz habe daran einen großen Anteil, lobte Schmidt, denn sie habe damals die ersten zehn Hektar Anbaufläche zur Verfügung gestellt. Diese liegen in Beelitz Heilstätten und werden nach wie vor von der Forsthof Beelitzer Heide GbR bewirtschaftet, in der mehrere Spargelhöfe Mitglied sind. Unternehmen, welche die Heidelbeere heute in und um Beelitz kultivieren, sind neben dem Spargel- und Erlebnishof Klaistow sowie der Forsthof-GbR auch die Jakobs-Höfe in Beelitz und Schäpe sowie die Betriebe der Familie Syring in Zauchwitz und Simianer in Busendorf.

Kultiviert wurde die Heidelbeere übrigens erstmals Ende des 19. Jahrhunderts in Nordamerika. In den USA ist sie seit dem fast ein Grundnahrungsmittel. Über die Niederlande kam sie in den 1930er Jahren nach Deutschland. Heute gibt es mittlerweile hundert verschiedene Sorten, die von ihrem Ursprung her nichts mit der hier heimischen und kleineren Blaubeere zu tun haben. Mit einer Erntemenge von 470 Tonnen im vergangenen Jahr liegen die Heidelbeeren beim Beerenobst auf Platz 2 hinter dem Sanddorn, vermeldet das Landwirtschaftsministerium. An dritter Stelle rangieren die Wildobstsorten wie Hollunder und die Aroniabeere. Deren Saison beginnt in Beelitz übrigens Mitte August.

 
Text - Bilddatei  © Thomas Lähns - Pressesprecher Stadt Beelitz

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