24.06.2014 / Beelitz
 

Wie das Moor nach Grenzel kam

Auf den Grenzelwiesen südöstlich der Stadt Beelitz ist heute eine neue Infotafel enthüllt worden. Darauf wird Spaziergängern und Radlern erläutert, wie das Niedermoor, welches hier einst von der Nieplitz genährt und zu DDR-Zeiten trockengelegt wurde, allmählich wieder zurückgewonnen wird. Und wie es sich allmählich zur Heimat für seltene Tier und Pflanzenarten entwickelt.

Seit gut fünf Jahren läuft das Projekt, in dessen Rahmen Wasser aus der Nieplitz durch die Wiesen geführt wird und ehemalige Niedermoorflächen wieder feuchter macht. Verantwortlich dafür ist die Flächenagentur Brandenburg, eine Gesellschaft, die sich auf die Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft spezialisiert hat. Die Flächenagentur übernimmt die sogenannte Verursacherpflicht von Bauträgern und renaturiert dafür Biotope in größerem Umfang überall im Land Brandenburg. Träger der Gesellschaft ist die Stiftung Naturschutzfonds.

40 Hektar stehen auf den Grenzelwiesen zwischen Nieplitz und dem sogenannten "Bockwurstgraben" zur Verfügung, gut die Hälfte ist bereits Bauprojekten überall im Landkreis zugeordnet. Wenn zum Beispiel in Stahnsdorf ein Haus errichtet wird, kann der Bauherr seiner gesetzlichen Ausgleichspflicht nachkommen, indem er in Zusammenarbeit mit der Flächenagentur das Niedermoor auf den Grenzelwiesen unterstützt. Der Vorteil für ihn: Er muss weder selbst Hand anlegen noch sich um Genehmigungen kümmern. Gleiches gilt für Straßenbaumaßnahmen oder die Errichtung von Windkraftanlagen.

Mit initiiert hat das Naturschutzvorhaben an der Nieplitz der Landwirt Jürgen Frenzel von der Agrar GbR Wittbrietzen. Er war zu DDR-Zeiten selbst in der LPG und fühlt sich mitverantwortlich für die Trockenlegung der Flächen. 1970 sei die Nieplitz das erste Mal deutlich vertieft worden, wodurch das Oberflächenwasser abgeführt wurde, erinnert er sich. Mit der Wiedervernässung gut 40 Jahre später möchte er der Natur etwas zurückgeben, sagte Frenzel. Alle Flächen des Projektes werden durch seinen Betrieb bewirtschaftet Dass sie jetzt nicht mehr komplett als Weideland nutzbar sind, könne er verschmerzen. „Ich bin gespannt, was sich hier in Zukunft entwickelt“, so der Landwirt.

Der Name der Grenzelwiesen leitet sich übrigens von der Siedlung Grenzel ab, die sich hier vor Jahrhunderten befand, später aber wüst fiel. Das Gebiet ist heute ein beliebtes Ausflugsziel im Herzen des Naturparks Nuthe-Nieplitz. Seit mehreren Jahren lädt an dieser Stelle ein Aussichtsturm zur Rast ein. Dank der Renaturierung der Grenzelwiesen kann man von hier aus einmalige Blicke auf die Landschaft und die Tiere ergattern - unter anderem den Milan oder den Kiebitz. Für die Stadt Beelitz, die das Vorhaben mit unterstützt, ist auf diesem Wege ein weiteres Naherholungsgebiet entstanden, das unter anderem bei Naturtouristen auf großes Interesse stößt.

 
Text - Bilddatei  © Thomas Lähns - Pressesprecher Stadt Beelitz

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