27.05.2014 / Beelitz
 

Übungsalarm: Großbrand bei der Bundeswehr

Großeinsatz für die Feuerwehr auf dem Gelände der Bundeswehr in Beelitz: Eines der großen Unterkunftsgebäude ist in Brand geraten. Das Feuer lodert auf zwei Etagen, Dutzende Soldaten sind vom Rauch eingeschlossen und rufen aus offenen Fenstern um Hilfe. Nur drei Minuten nach dem Notruf sind die ersten Einstatzkräfte vor Ort. Mit schwerem Atemschutzgerät, mit Äxten und Spreizern stürmen sie in den Wohnblock, während außen die Drehleiter ausgefahren wird, um einen zweiten Rettungsweg zu schaffen.

Es ist eines der schlimmsten Szenarien, die auf dem Stadtgebiet passieren können – aber glücklicherweise handelte es sich nur um eine Übung, die am Montagabend sämtliche Beelitzer Ortswehren und ihre Ausrüstung auf die Probe stellte. Insgesamt könne man mit den Ergebnissen zufrieden sein, sagt Stadtwehrführer Mathias Jahn. Die Mannschaften seien zügig vor Ort gewesen, die Befehlskette hat gut funktioniert und nach 60 Minuten konnte auch der Letzte der insgesamt 33 Soldaten aus dem großen dunklen Gebäude gerettet werden. „Wir wollten außerdem verschiedene Neuerungen testen – zum Beispiel den Digitalfunk, der bei uns erst seit drei Wochen läuft, und die Bildung von Einsatzabschnitten.“

Tatsächlich kann das streng strategische Vorgehen am Einsatzort wertvolle Minuten sparen und Einsatzabläufe vereinfachen: Während die ersten Löschgruppen vor Ort – aufgrund der Nähe sind bei der Übung die Beelitzer und Fichtenwalder zuerst da – in das Gebäude vordringen, richten die später eintreffenden Ortswehren in der Nähe eine Verletztensammelstelle ein und versorgen die Brandopfer. Jene, die darüber hinaus eintreffen, sammeln sich im Bereitstellungsraum. Sie kommen zum Einsatz, wenn die ersten Rettungskräfte zu erschöpft sind, um erneut in das Gebäude zu gehen. Währenddessen ist ein Trupp der Buchholzer Wehr am anderen Ende der Stadt, auf dem Feuerwehrgelände in Beelitz, dabei, eine Verpflegungsstation aufzubauen. Die Erfahrung hat gelehrt: Wenn Einsätze lange dauern, brauchen Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste Essen und Getränke. „Bis zu 150 Leute können wir so bei einem Einsatz verpflegen“, so Mathias Jahn.

Ein Manko, das bei der Übung offenbar wurde, ist indes die gemeinsame Alarmierung aller Beelitzer Ortswehren. Insgesamt drei Ortswehren – Reesdorf/Schäpe, Salzbrunn und Buchholz – mussten nachalarmiert werden. Eine technische Frage, die zusammen mit der Leitstelle noch geklärt werden muss, kündigt Mathias Jahn an.

Während man draußen das Krachen von Axthieben auf Holztüren hört, werden immer mehr augenscheinlich verletzte Soldaten aus dem Gebäude geholt – manche müssen nur gestützt werden, andere kommen auf Tragen heraus. Darunter ist eine Obergefreite, die einen Kameraden vermisst und laut nach ihm ruft: „Schulz, ihr müsst Schulz rausholen – der verbrennt da drinnen.“ Die Bundeswehr bietet den Feuerwehrleuten die gesamte Bandbreite dessen, was im Einsatz passieren kann. Einige „Verletzte“ sind dankbar, andere bleiben steif und bewusstlos und manche – wie die Soldatin – sind renitent und fordern die volle Aufmerksamkeit der Einsatzkräfte. Plötzlich hat die junge Frau ihre Kameraden soweit angestachelt, dass mehrere von ihnen zurück in das Gebäude laufen wollen. An der Tür stellen sich ihnen die Feuerwehrleute entgegen und überwältigen sie, tragen sie zurück in Sicherheit.

Während die Übung bis zur Alarmierung geheim gehalten werden konnte, ist mittlerweile allen klar, dass es hier nicht tatsächlich brennt: Der Rauch kommt von Nebelwerfern, welche die Bundeswehr hier installiert hat. Zudem tragen manche Soldaten mit ihrer Darbietung so dick auf, dass andere auflachen müssen. Und doch wird der Einsatz bis zum Schluss durchgezogen – denn wer weiß, was beim nächsten Mal passiert, wenn der Pieper geht.

 
Text - Bilddatei  © Thomas Lähns - Pressesprecher Stadt Beelitz

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