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Eine Zierde für die Stadt - Denkmal des Monats steht in Beelitz
 
Es ist mittlerweile so etwas wie eine Beelitzer Weisheit geworden: Wer ein marodes Gebäude sanieren will, der sollte sich vorher um die künftige Nutzung kümmern – das vermeidet Leerstand und spielt die Kosten langfristig ein. Stefan Fuhrmann hat diese Weisheit beherzigt: Als der Beelitzer Optiker das kleine Stadthaus in der Berliner Straße 200 vor anderthalb Jahren kaufte, hatte er die Vermietung der Ladenflächen im Erdgeschoss längst unter Dach und Fach. Heute, nach der Sanierung, befindet sich hier das florierende Kaninchen- und Spezialitätengeschäft der Beelitzer Familie Schmidt, und die Wohnung im Obergeschoss will er so bald wie möglich selbst beziehen.

Das Haus im Herzen der Beelitzer Altstadt ist heute als Denkmal des Monats September ausgezeichnet worden. Im Namen der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischem Stadtkern enthüllte Christian Große (CDU), Beigeordneter der Stadt Werder (Havel), gemeinsam mit dem Eigentümer die Plakette, welche das Gebäude als Musterbeispiel der Stadtsanierung ausweist. „Für unsere Tourismusregion sind die historischen Stadtkerne ein Markenzeichen“, sagte Große. Er sei deshalb Jedem dankbar, der sein Geld und seine Zeit in die Sanierung der geschichtsträchtigen Bausubstanz investiere. Zwar würden diese Sanierungsprojekte gefördert, „aber man steckt immer noch weitaus mehr hinein – nicht nur Geld, sondern auch Schweiß und so manche schlaflose Nacht“.

In Beelitz ist das um 1800 errichtete Haus das mittlerweile fünfte Denkmal des Monats. Seit 1991 investieren Bund, Land und Kommune in das Sanierungsgebiet Altstadt und unterstützen damit auch private Investoren. 18,5 Millionen Euro sind im Rahmen der Städtebauförderung bereits in diesen Bereich investiert worden, bilanzierte der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth. Dafür sind 70 Gebäude – elf davon im städtischen Eigentum - und 18 Straßen und Plätze saniert worden. Knuth erinnerte auch an das 2009 ausgelaufene Stadtbildprogramm, mit dem kleinere Maßnahmen wie Fassadenarbeiten oder der Austausch von Türen oder Fenstern bezuschusst wurden. „Ich hoffe, dass dieses Programm bald wieder aufgelegt wird.“

Knuth hatte das Projekt in der Berliner Straße 200 mit angeschoben, indem er die Kontakte zwischen künftigem Eigentümer und Mieterin knüpfte und mit ihnen und Planerin Roswitha Störmer (3.v.l.) gemeinsam nach Möglichkeiten der Sanierung suchte, sie auch weiterhin begleitete. Innerhalb nur eines halben Jahres gingen Entkernung, Hüllensanierung und der Ausbau der Geschäftsflächen über die Bühne, beteiligt waren vor allem Beelitzer Firmen, die sich dementsprechend ins Zeug gelegt hatten. Das Geschäft von Steffi Schmidt konnte bereits im Dezember 2015 eröffnen.

Zur heutigen Verleihung konnten sich die Gäste auch in den Räumen und dem kleinen Innenhof umsehen. Viele kannten das Haus, das vor über 200 Jahren vom Braumeister und Ackerbürger Heese errichtet wurde, noch als Friseursalon. Die Nachfahren von Heeses mit dem Namen Schmalz betrieben den Salon bis 2008. Danach war kurzzeitig ein Eiscafé eingezogen, doch auch das schloss 2014 seine Türen. Die Gäste staunten, was nun aus dem Gebäude geworden ist. Bürgermeister Knuth brachte es auf den Punkt: „Es ist eine Zierde für die Stadt und eine Bereicherung für das Geschäftsleben in Beelitz.“
 
Text  08.09.2016     Thomas Lähns ... Pressesprecher Stadt Beelitz